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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-06-03 · Heft 23 (3.6.1844) · p. Seite 319

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 23 (3.6.1844)
Date
1844-06-03
Page
Seite 319 (sequence 15)
Language
German
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819 vor dem greisen Lehrer. Neben ihm steht ein Jude, im Begriff, den Tempel zu verlassen, wahrscheinlich auch ein Rabbi. Alles was ich sagen kann, ist, daß das ganze Bild aus der Wirklichkeit treu entnommen ist; die Personen treten wie Bekannte vor unser Auge, denn wir kennen solche Gestatten bereits, der Tempel selbst in seinem alterthümlichen Schmucke, mit den kolossalen Kronleuchtern von Messing, mit den Betputten und Sitzen, den abgebrennten Wachslichtern, es ist uns alles schon bekannt und giebt uns ein Bild wie wir es in der Wirklichkeit freilich nur noch in einigen älteren und größeren Gemeinden vor uns sehen, denn es ist langst bekannt und schon oft ausgesprochen worden, daß kleinere Gemeinden den größeren voraus eilen, insofern es sich um Verschönerung des äußeren Kultus handelt. — Das zweite Bild hat eine historische Veranlassung. Als die russische Regierung die Absicht zeigte, für ihre jüdischen Unterthanen Schulen zu gründen und Lehrer anzustellen, wollten die Juden dem Kaiser ihre Dankbarkeit bezeigen und bestellten ein großes Gemälde, das sie überreichen wollten. Um nicht Alles verloren gehen zu lassen, hat Herr Oppenheim dieses Bild im Kleinen ausgeführt, und wir haben nur zu bedauren, daß die Vollendung des Größeren für's Erste wol ausgeschoben ist. — Wir sehen Cyrus auf seinem Throne sitzend, wie ec die heiligen Gefäße wieder in den Tempel bringen läßt. Das erste Kapitel des Buches Esra ist der ganzen Darstellung zu Grunde gelegt, das Einzige was hinzugefügt ist, das ist Daniel, welcher damals Minister des Königs war und an der Seite des Thrones sitzt. Zahlreiche Gruppen stehen vor den Throne und vervollständigen das Bild. Obschon nicht sehr groß, erhalten wir doch eine vollständige Anschauung; die Fesseln, welche den Gefangenen abgenommen sind, liegen am Boden; Alles schauet voll Ehefurcht und Dank zum König empor. L. S. Anzeiger. | In demselben werden Annoncen aller Art gegen Ngr. (1 gGr.)! Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Anzeige. Bei der hiesigen israelitischen Gemeinde sendet zum bevorstehenden Michaelis (pr) ein Religionslehrer, Vorsänger, der im Chorgesang geübt, auch zu gleicher Zeit der Schächterfunktion voczustehen hat, Engagement; der jährliche Gehalt beträgt außer freier Station, Gold 100 Thlr. und circa, 20 Thlr. Schachtergebühren. Hierzu quatisizirte und geneigte Personen haben sich wegen ihrer Approbation an den Großherzoglich Meklenburg-Schwerinischen Landesrabbiner Hrn. 0»-. Hold heim in Schwerin zu wenden, auch demselben ihre Zeugnisse über Leistungen und moralischen Wandel franco einzusenden, wegen ihrer Anstellung aber bei Unterzeichnetem in frankirten Briefen sich zu melden. Dömitz an der Elbe im Mai 1844. Der derzeitige Vorstand S. W. Blumenthal. Anzeige. Bei mir ist erschienen: Das wohlgelungene Porträt des Freiherr« A. Mt. v. Rothschild in Stahl gestochen von C. Denker. Ausg. auf Imp. Pap. 1 Thlr. - - chines. - 2 - Bockenheim im Mai 1844. I. B. Levy. Anzeige. Bezüglich meines Aufrufs in No. 9 dieser Zeitung und meiner Erklärung in No. 81 des Frankfurter Journals, finde ich mich weiter zu folgender Erklärung dringend veranlaßt. No. 19 dieses Blattes, worin Braunschweig als Ort und der 12te Juni als Eröffnungstag der ersten Rabbinervecsammlung anberaumt sind, kam mir (auf dem Wege des Buchhandels) am 24sten Dieses zu Händen. Es ist mir aber in meinen amtlichen Verhältnissen baar unmöglich, eine mehrwöchentliche Reise vorzunehmen, von deren Termin ich kaum 14 Tage vorher unterrichtet bin. Den Theilnehmern der Versammlung, insbesondere den fernwohnenden, hatte, meines Erachtens, die anberaumte Zeit mindestens 6—8 Wochen vorher angezeigt werden sollen, damit sie, je nach ihren Bedürfnissen, ihre Dispositionen dazu gehörig treffen konnten. Mir ist solches, wie gesagt, nicht mehrmöglich. Und so muß ich bedauern, der ersten Rabbinervecsammlung nicht beiwohnen zu können. Gießen, den 26. Mai 1844. Dr. Levi, Großhcrzogl. Hess. Rabbiner der Provinz Oberhessev.

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