Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 8 (1844)
- Issue
- Heft 23 (3.6.1844)
- Date
- 1844-06-03
- Page
- Seite 318 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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BIS Oesterreich. Lemberg, 15. Mai. Se. k. k. Hoheit der Erzherzog Franz Karl haben als Zeichen der höchsten Theilnahme für das im Aufbau begriffene deutschisraelitische Bethaus, dem hiesigen Gemcindevorstande eine namhafte Summe durch Herrn Sulzer, Oberkantor in Wien, einhändigen lassen. Frankreich. Straßburg, im Mai. (Privatmitth.) Im Elsaß findet eine jede Maßregel, die nicht von auno 1500 sich herschreibt, und wenn ihr Nutzen und Werth obenauf liegt, entschiedenen Widerstand, der sich erst mit der Zeit überwinden laßt. Bald sind es die Gemeinden, bald die Nabbinen, welche sich entgegensetzen. So enthält der 0»urr. du Bas-lthiii folgenden Artikel: Odratzheim. — Die israelitische Gemeinde von Odratzheim (Bezirk vom Wasselnheim) kann sich nur zu dem Eifer Glück wünschen, welchen der israelitische Lehrer H. I. Vogel für die moralische und religiöse Erziehung so wie für den Unterricht der seiner Leitung anvertrauten Kinder entfaltet. Da der Herr Rabbiner von Westhofen sich jüngst geweigert hatte, zur Konsirmirung der Kinder von Odratzheim zu schreiten, ordnete der Herr Großrabbiner zu diesem Bchnfe den Herrn Vogel ab, welcher sich dieses Auftrages mit eben so viel Talent als Ergebenheit entledigte. In einer Rede, welche von der ganzen Gemeinde mit lebhaftem Vergnügen angehört wurde, hob er die Vortheile hervor der neuen vom Herrn Großrabbiner ergriffenen Maßregeln, um den Religionsunterricht der israelitischen Kinder zu sichern, und die Jugend dieses Kultus in das Niveau der Ideen und der Bedürfnisse des Jahrhunderts zu setzen. Das vom Lehrer von Odratzheim gegebene Beispiel verdient als ein wichtiger Schritt zur Verwirklichung der Verbesserungsideen bezeichnet zu werden, welche das israelitische Konsistorium von Straßburg fortzupflanzen sucht. —. Merkwürdig närrisch sind die Lügen, welche die franz. Zeitungen namentlich über deutsche Zustände fabriziren. Obgleich unsere deutschen bereits einen hohen Grad von Ausbildung erreicht haben, so kommen sie doch den französischen noch lange nicht gleich. Der 6ourr. du Bas-Rhin vom Ilten enthält eine Korrespondenz über die „Reformirten" in Franks am Main, die höchst lächerlich ist. Die „Reformirten" werden beschuldigt, „in ihrer religiösen Formel politische Tendenzen zu bergen, welche revolutionär und für den Staat verderblich sind" (!!), „die ganze Angelegenheit ist vor den deutschen Bund gebracht" (!!), „zwei Drittheile der Gemeinde gehören dazu" ff.) Donau- Fürstenth inner. Bon der Donau, 16. Mai. (Mannh. I.) Nach Berichten aus der Moldau ist von den harten Maßregeln gegen die dortigen Juden gegenwärtig keine Rede mehr. Das Ganze scheint lediglich eine wohlberechnete Spekulation auf den Beutel der Hebräer gewesen zu sein, die denn auch diesen Wink verstanden und, wie bei einer früheren ähnlichen Veranlassung, die Rücknahme der strengen Verordnung durch ihr gutes Geld erkauften. Literarische Nachrichten. Frankfurt am Main, 6. Mai. (Privatmitth.) (Kunst.) Ich mag nicht unterlassen. Ihnen von zwei Gemälden zu berichten, die Professor Oppenheim hier vor Kurzem beendete und die jedenfalls geeignet sind, in diesen Spalten besprochen zu werden, um die öffenrliche Aufmerksamkeit im Voraus daraus zu lenken, da sie wahrscheinlich auch in anderen Städten spater ausgestellt werden sollen. Prof. Oppenheim, ein Künstler, der es sich zur Aufgabe stellt, von Zeit zu Zeit jüdische Sujets zu malen, dem es durch sein außerordentliches Talent sowol als durch das wahrhaft jüdische Gefühl, das in ihm lebt, schon so oft gelungen, die Vergangenheit und Gegenwart im Judenthum durch seinen Pinsel zu verschönern, wird entschuldigen, wenn ich hier öffentlich die Anerkennung ausspreche, die ich ihm zolle. Sie konnte nur gesteigert werden durch die zwei Tableaux, welche man in seinem Atelier gegenwärtig findet. Das eine stellt eine alte Synagoge vor, welche so eben von den Betenden verlassen ‘ wurde. Nur der Rabbiner ist noch zurückgeblieben-) segnend legt er seine Hände auf ein schönes Knabenhaupt. Das Kind scheint sich zu dem rabbinischen Stande vorzubereiten, es tragt einen Talmudband im Arme und neigt demüthig das Haupt