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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-05-20 · Heft 21 (20.5.1844) · p. Seite 285

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 21 (20.5.1844)
Date
1844-05-20
Page
Seite 285 (sequence 5)
Language
German
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285 letzten Tagen vorigen Monats ist dem Herrn Nephthali Katz in Töplitz, Direktor und Stifter des dortigen israelit. Krankenhauses, von der k. k. Hof-! helle zu Wien auf allerhöchste Anordnung ein Brlo-! bigungsschrciben eingehändigt worden, worin jene | Behörde ihre Anerkennung und ihre höchste Zufrie-! venheit mit den Bestrebungen und dem Eifer ausj spricht, womit genannter Herr Katz das Emporblühn j jenes Spitals beförderte. Und in der That gebührt! dieses Lob und diese Anerkennung diesem wackern Ehrenmanne mit dem größtem Rechte, denn er hat weder Mühe noch Sorge gescheuct, dieses schöne Werk in's Leben zu rufen, und hat manche Stunde bereitwillig seinen Berufsgeschaften entzogen, um die Wohlthätigkeit edler Herzen für das Gedeihen des Spitals in Anspruch zu nehmen. Im Jahre i§31 gründete er dasselbe in einem kleinen Lokale, das acht Betten enthielt. Durch seine weise Sparsamkeit und sein eifriges Bemühn um wohlthalige Spenden von In- und Ausländern gelang es schon fünf Jahre später ein schönes Haus in Schönau bei Töplitz zu diesem Zwecke zu erbauen, das jetzt zwanzig eiserne Bettstellen enthält. Dieses Gebäude ist mit allem für ein Krankenhaus nöthigem Zubehör versehen, und hat sehr schöne Helle Krankenzimmer, wie auch einen schönen Garten, in dem schon mancher Rekonvaleszent schnell seine Kräfte wieder erlangt hat. Wir haben dieses Spital schon öfter besucht, und stets mit der größten Freude die Nettigkeit und Reinlichkeit der Zimmer und Betten und die treffliche Verpflegung und sorgsame Abwartung der Kranken bewundert. Wenn wir hierfür in diesen Zeilen dem Herrn Katz unfern aufrichtigsten Dank aussprechcn, so dürfen wir um so weniger einen Mann hier mit Stillschweigen übergehn, der mit der > größten Uneigennützigkeit die Heilung der im ge-! nannten Spirale sich befindenden Kranken Übernomi men hat, — wir meinen den durch seine Topogra-! phie von Töplitz in der medizinischen Welt rühmlichst j bekannten Herrn l>r. Schmelkes.! Endlich erachten wir es auch noch für unsere! Pflicht zweier Männer Erwähnung zu thun, die durch ihre besondre Wohlthätigkeit viel zum Fortbestehn und Emporkommen dieses Spitals beigetragen haben. Der eine ist Herr Kommerzienrath Jos. Liebermann in Berlin, der seit längerer Zeit dem Spitale einen jährlichen Beitrag von 50 Thlrn. zufließen läßt, und außerdem dasselbe noch mit mehrereren eisernen Bettstellen nebst Zubehör bereichert hat. Der andre ist Herr S. Bein in Warschau, der seit länger denn zehn Jahre die Spitalkasse jährlich mit 100 Fl. poln. beschenkt und sich zu diesem Beitrag auf Lebenszeit verpflichtet hat. — So gehn nun auch hier, wie dieß in Israel so oft der Fall ist, uneigennützige Aufopferung und großmüthige Wohlthätigkeit Hand in Hand, — durch diese Tugenden wurde dieß gottgefällige Werk in's Leben gerufen und durch sie erblühete es auf die herrlichste Weise. Möchte der allgütige Vater diese edlen Menschen noch lange am Leben lassen und ihnen bis an ihr Lebensende Kraft und Gesundheit schenken, auf daß sie noch lange durch ihr vereintes Streben dieses Institut aufrecht erhalten.— Aber auchSie, verehrte Menschenfreunde, die Sie vielleicht schon Ihre Gesundheit in den Heilquellen von Töplitz wieder gefunden haben, oder mit Gottes Hülfe wieder erlangen werden, spenden Sie auch Ihr Schärflein zu diesem edlen Zwecke, damit dieses Haus immer mehr erstarke und die Arme seiner Wohlthätigkeit immer weiter ausstrecken könne! Aus dem ZVürtteinbergischen, 30. April. (Privatmitth.) Eine neue, in weiteren Kreisen wol noch nicht bekannt gewordene Folge des Frankfurter Reformvereins ist wol die folgende. Es wurde demselben nämlich bereits die Ehre der Berufung auf ihn in der christlichen Kirche zu Theil. In einer bei Gelegenheit der Taufe des Dr. Moritz Brühl zu Schwäbisch Gmünd erschienenen Schrift heißt es: „Die Reformbestrebungen' unter den Juden, die jetzt mächtig von der alten freien Stadt am Main aus sich offenbaren — was sind sie anders als Aeußerungen der Unbehaglichkeit über den Mangel eines bestimmten Haltes im Glauben, als deutlich sprechende Merkmale, daß die Zeit herannaht, welche der Heiland und sein großer Apostel Paulus den Juden geweissagt?" Die Bestrebungen der Herren Reformfreunde, die sie so gerne für Mittel zur Wiederbelebung der jüdischen Religion ausgeben möchten, eignen sich also auch dazu als Beweise für deren Ende und Untergang ausgebeutet zu werden, dto a*in nrr?

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