Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 8 (1844)
- Issue
- Heft 21 (20.5.1844)
- Date
- 1844-05-20
- Page
- Seite 284 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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284 unfern Herrn Landrabbinen verunglimpfenden Zeilen! gelesen, und halten uns verpflichtet, ihnen mit dem! einfachen Worte der Wahrheit entgegen zu treten.! Erst kaum drei Jahre genießen wir das Glück, die- ' fen würdigen Mann in unsrer Mitte zu sehn, und überall treten schon die schönen Folgen seiner segensreichen Wirksamkeit hervor. Unter seiner Leitung und Obhut erhalt sammtliche Jugend unsrer Provinz die ihnen als Juden und Bürgern nvthige Bildung. Es wird nach Kräften dafür gesorgt, daß es selbst den Unbemitteltsten nicht an erforderlichem Unterrichte fehle. Ja dieser würdige Mann ertheilt sogar bei seinen so sehr ihn in Anspruch nehmenden Berussgeschasten einem erwachsener» Theile der hiesigen j Jugend selbst religiösen Unterricht. Unser Gemeindei wesen gewinnt unter seiner gewandten, energischen und sehr gerechten Führung eine immer festere, mehr geordnete LasiS. Seine frei gehaltenen, die heilige Schrift und Erklärung der erhabenen Lehren unsrer Weisen zum Gegenstände habenden sabbatlichen Vorträge, gesprochen mit der hinreißendsten Begeisterung, gleich ausgezeichnet durch Gedankenklarhcit, Gesühlserhabenheit und Schmuck der Darstellung, durch ihre Uebereinstimmung mit dem privatlichen und öffentlichen Leben unseres würdigen Geistlichen erst recht gehoben, ziehen unwiderstehlich jeden Geist hin zu dem einzigen AUeinen, entzünden jedes Gemüth für Gott und Sein heilig Wort. Daher wohnen denn auch selbst Ehristen jedesmal diesen Vorträgen mit vielem Interesse bei. Wie sich dermaßen unsre inneren Gemeindeangelegenheiten sehr zufriedenstellend gestalten, so treten wir auch durch die würdige Repräsentation unseres Herrn Landrabbiners in immer freundlichere Beziehungen zu unseren christlichen Mitbrüdern. So hat z. B. unser hochlöbliche Magistrat einen ansehnlichen jährlichen Beitrag aus dessen Verwenden zur Unterhaltung unsrer neu gegründeten Schule bewilligt, und überhaupt nehmen unsre wohllöblichen Behörden an allen unfern Angelegenheiten, und besonders was Bildung bezweckt, das thätigste Interesse. Wir können somit unter göttlichem Beistände einer freundlichen Zukunst zutrauensvoll entgegen sehen; halten es aber eben daher — und träten wir dadurch gleich nothgedrungen der Bescheidenheit eines Mannes zu nahe, der den schönsten Lohn seiner edlen Bestrebungen in sich selber, trägt — für heiligste Pflicht mit dem Schwerte der Wahrheit entgegenzutreten den schnöden Verunglimpfungen, die dem gelten, der mit unermüdlicher, energischer Thätigkeit nur unser Bestes erstrebt, dessen hochherzige Uneigennützigkeit selbst eine weit glänzendere Stellung ausschlug, um seinen liebgewonnenen Wirkungskreis nicht ausgeben zu müssen, dessen ganze Denk- und Handlungsweise wahrhaft hochachtungs - und verehrenswürdig ist. Was hingegen von denen zu halten sei, die sich nicht scheuen, das Streben und Wirken eines so edlen, tüchtigen Mannes öffentlich zu brandmarken — das überlassen wir der Mit- und Nachwelt und deren eignem Gewissen zu entscheiden. Emden, 8. Mai 1844. Der Gemeindevorstand S. M. Va lk. I. I. P e ls jim. L. I. Nordheim er. Frankfurt mit Main, 5. Mai. Das von Rothschild veranlaßte Gutachten des Dr. Zunz aus Berlin über die Beschneidungsfrage ist hier angelangt. Dasselbe entscheidet dieselbe, äußerm Vernehmen nach, ganz im Sinne der orthodoxen Partei. Leipzig, 30. April. (Privatmitth.) Zufällig kommt uns erst jetzt ein Artikel, Leipzig 1. Januar datirt, vor Augen, der die statistischen Verhältnisse der Juden Leipzigs berührt. Wir halten uns für verpflichtet, ohne von jenem Artikel hier weiter Notiz nehmen zu wollen, die in demselben enthaltenen Jrrthümer, durch die richtige, aus dem hiesigen israelit. Gemeindebuche gezogene Uebcrsicht zu berichtigen. Leipzig zählt 114 Juden und 28 jüdische Familien. Diese haben fast alle das hiesige Bürgerrecht erlangt. Außerdem leben hier noch viele Juden aus Heimathsscheine, deren Anzahl wir nicht genau kennen, und daher lieber gar nicht angebcn wol- ' len. Wenn es auch wahr ist, daß die hiesigen Ju- I den keine eigene Synagoge haben, so ist doch die! Errichtung einer solchen in nächste Aussicht gestellt.! Einen Schächter hält die hiesige Gemeinde aus eigene j Kosten. Das Rabbinat verwaltet nach allerhöchster j Bestimmung der würdige Rabbiner Dr. Z. Frankel! zu Dresden, der es sich auch sehr angelegen sein j läßt, für das Wohl der hiesigen Gemeinde zu i sorgen. — Dresden, 30. April. (Privatmitth.) In den