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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-05-13 · Heft 20 (13.5.1844) · p. Seite 274

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 20 (13.5.1844)
Date
1844-05-13
Page
Seite 274 (sequence 6)
Language
German
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274 wir mit gerechtem Grunde hoffen, daß also nicht sein wird, denn sowol unter einzelnen Mitgliedern als auch in der ganzen Gemeinde zeigt sich allenthalben ein reges Streben für zweckmäßige Einrichtungen und Verbesserungen sowol in als außerhalb -er Synagoge. — The least be not the least. — Am 19. April wurde von der Jsraclitengemeinde zu Nachod das Geburtsfest Seiner Majestät unsers allgeliebten Kaisers und Königs auf eine schöne, würdige Weise gefeiert. Schon am Vorabende des Festtages ließ der Synagogenvorsteher Herr Isak Pick dreißig christlichen Armen im Gasthofe zur Stadt Prag ein Festmal bereiten, und betheiligte dann jeden mit 10 Kr. Konv. Münze, und zwanzig jüdische Arme wurden von ihm in ihrer Behausung gespeist °). Um die dritte Nachmittagsstunde des Festtages versammelten sich die Gemeindeglicder in der geschmackvoll dekorirten und festlich erleuchteten Synagoge zu einem feierlichen Gottesdienst. — Möge diese Feierlichkeit den Israeliten Nachod's als Beweis dienen, daß edle Einfachheit beim Gottesdienste zu höherer Andacht und auch zu würdevolleren Ansichten stimmt; möge diese Feierlichkeit auch kräftig dazu beitragen, daß die der Zeit entsprechenden Verbesserungen beim Gottesdienste, und die den Verhältnissen entsprechenden Veränderungen im Gotteshause, deren Nothwendigkeit gewiß jeder Unbefangene anerkennt, nicht mehr lange ferne bleiben mögen! — M. T. Afrika. Marokko. Das Chronicle enthält einen Brief von einem englischen Reisenden aus Mogadore, wornach Verfolgungen der Christen und der Juden aus Religionshaß auch im Kaiserreich Marokko an der Tagesordnung zu sein scheinen. Eine edelsinnige Jüdin, Namens Salida Heahnel, gegen die ein falscher Zeuge beschworen, sie sei zum Islam übergetreten, ließ sich lieber martern und enthaupten, als daß *) Von demselben Herrn Pick wurden auch im Sommer 1843 durch volle sechs Monate allwöchentlich fünfzig Laib Brod an arme Christen vertheilt. — Eine gewiß edle Handlung! — Fand sie aber auch irgendwo Anerkennung? - Korresp. sie durch Abfall vom Glauben ihrer Väter die lügnerische Aussage bestätigen wollte. Personal- und Lokalnachrichten. Aus Pommern, 23. April. (Privatmitth.) Mit dem Fürstlich-Hedwigischen Gymnasium zu Neu-Stettin ist ein Verein zur Unterstützung hülfsbedürftiger Gymnasiasten verbunden. Dieser Verein hat schon oster armen jüdischen Gymnasiasten Unterstützung gewährt. Andrerseits tragen die meisten Juden in Neu-Stettin dazu bei, und in die aus fünf Personen bestehende Generalverwaltung des Vereins ist erst kürzlich ein israelitischer Kaufmann, Herr Eli Berend gewählt worden. Wie erfreulich ein solches Verhältniß ist, braucht kaum bemerkt zu werden. Aus Schlesien, im April. Vor Kurzem wurde in Ben then ein Jude zum Kämmerer (Rendant) erwählt. In Pleß hat eine Deputation, welche einen Streit zwischen den Stadtverordneten und der katholischen Schule schlichten soll, einen Juden zu ihrem Präses erwählt. Korrespondenz. Wanderung durch Krakau, Galizien, Bukowina, Moldau und Wallachei. (Fortsetzung.) Warum soll ich der Erste sein? ist der Satan alles Guten, der jeden Gedanken an aktiven Fortschritt schon im Keime erstickt und — so geschehet auch nichts. — Doch Sie werden das Alles spater noch näher kennen lernen, darum jetzt — Vorwärts! Wir verließen die Neue-Schüt, besahen das ihr nahe kleine Kewöresil*) und wendeten uns nach der großen *) Es ist merkwürdig, daß man in mehreren Gemeinden in Galizien (z. B. Brody, Lemberg, Tysmonitz rc.) neben der großen Synagoge einen eingezäunten viereckigen leeren, gewöhnlich mit Gras bewachsenen Platz vorsindet, den man in der dortigen Volkssprache gewöhnlich das kleine Kewöresil nennt. Die Sage gehet, daß hier

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