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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-05-06 · Heft 19 (6.5.1844) · p. Seite 263

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 19 (6.5.1844)
Date
1844-05-06
Page
Seite 263 (sequence 7)
Language
German
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263 tions-Frage Ln unferm Hamburg, so wie in dem benachbarten Altona seit kurzem hervorgerufen wurde. Alles andre Elend, das man den Juden zuschreibt, ist erdichtet und völlig ohne Grund." — Eine ernster gehaltene, trefflich gemeinte, aber nicht so scharf eingreifende Schrift Ln derselben Angelegenheit ist: „Beleuchtung der Broschüre: das schwarze Buch ff. Von vr. Gallo is." Der erleuchtete Verfasser beginnt: „Wahrlich, man sollte meinen, daß der alte finstere Geist der Unduldsamkeit aus seiner so lange glücklich verschlossenen Kluft wieder an das hellere Tageslicht emporgestiegen sei, und zwar bewehrt mit den Waffen des Fanatismus, wenn man das schwarze Buch liest» Befremdet ob der seltsamen Ausstattung desselben, ersichtlich aus einer Koquetterie mit dem Publikum und einem Haschen nach Effekt hervorgegangen, nahm ich es zur Hand, las es mit steigendem Un- und Widerwillen durch und warf es endlich mit Ekel fort. Wahrlich, nur solche Gegner wären den Juden von einem jeden Emanzipationsfreunde zu wünschen: dann wird der von Vielen ersehnte Tag nicht mehr fern sein, wo Menschenrecht über Judenrecht und Christenrecht triumphirt." — Mit würdigem Ernste, mit moralischer Festigkeit werden überall die Insinuationen des anonymen Hassers zurückgewiesen z der Geist der Liebe und des Friedens durchweht das Schriftchen auf eine wohlthuende Weise. Mögen die Früchte unter dem Sonnenstrahte der Humanität reifen. — Magdeburg, 16. April. Vokabularium zum hebr. Gebetbuche. Mit einem Anhänge: Einleitung in die hebr. Grammatik. (Von Dr. I. L. Saalschüh.) Königsberg, 1844. Ein sehr willkommnes Hülfsbuch für den Unterricht im Uebersetzen der hebräischen Gebete. Mit richtigem Takt sind bei jedem Gebetstücke alte in demselben vorkommenden Wörter verzeichnet, damit man anfangen könne, wo man wolle, da der Lehrer zuerst die wichtigeren Gebete vornehmen wird. Die Wörter sind in ihrer grammatischen Grundform aufgeführt, da der Schüler mit Hülfe des grammatischen Anhangs leicht die vorliegende Form des Wortes erkennen wird. Der Anhang enthält die Grundzüge der hebr. Etymologie ziemlich vollständig und gedrängt. Magdeburg, 17.Aprrt. pbn. Geschichte Israels. Enthält die Ereignisse des jüdischen Volkes, seit ihrer Rückehr aus der babylonischen Gefangenschaft bis zur abermaligen Zerstörung des Tempels durch die Römer. Fortgesetzt hebräisch und deutsch von M. E. Stern. Wien 1843. In leichtem und flüssigem Hebräisch und Deutsch werden die Begebenheiten während des zweiten Tempels nach den bekannten Quellen (Esra, Nechemjah, Makkabäer, Josephus) in populärem, gemüthlichem Tone erzählt. Allerdings .ist die hebr. Darstellung origineller, da die deutsche Erzählung zu sehr den Ton von jener entlehnt hat. Für die Schüler, welche in hebräischer Lektüre schon einige Fortschritte gemacht, ist die Schrift zugleich >in sprachlicher Hinsicht ein angemessnes Lesebuch. Korrespondenz. Wanderung durch Krakau, Galizien, Bukowina, Moldau und Wallachei. (Fortsetzung aus No. 6.) Den folgenden Morgen in aller Frühe besuchte mich mein Freund. Ich komme darum so früh, bemerkte er, sich entschuldigend, damit Sie jedes Sehenswerthe in seinem geeignetesten Zeitpunkte sehen mögen. Z. B. wenn Sie unsere Synagogen sehen wollen, so ist jetzt die beste Zeit dazu. — Wir waren bald auf dem Synagogenptatze *), der ein ganz eigenes, in einem Thate gelegenes Revier ausmacht, worin die zwei großen Synagogen, im Hintergründe die Klaus und das Stadtbad, die Wohnung des gegenwärtigen Orts- und Kreisrabbiners Herrn Michael Kristianpoter**), eines Mannes *) Die Synagogen in Polen haben vor ihren meisten Schwestern in Deutschland ihrer äußern Lage nach, den sehr bedeutenden Vortheil, daß sie auf freien, öffentlichen Plätzen liegen, und daher von offner Straße aus gesehen werden können, wogegen die meisten Synagogen in Deutschland, meines Wiffens, in Hofräumen anderer Gebäude (die zwar ebenfalls für Gemeindeangelegenheiten bestimmt sind) liegen, daher sie fast nie eine freie Aussicht genießen und noch weniger von offner Straße aus gesehen werden können. Dieser Umstand genügt die frühere Behandlung der Juden in Polen von der, in weiland deutschen Reiche zu charakteristren. — **) Aus Kristianpol.

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