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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-05-06 · Heft 19 (6.5.1844) · p. Seite 259

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 19 (6.5.1844)
Date
1844-05-06
Page
Seite 259 (sequence 3)
Language
German
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259 Ein zweiter Gegenstand reiflicher Erwägung war die Zeit. Auch hier hielt ich mich in der Mitte der mir zugekommenen Vorschläge, und da früher Amtsverrichtungen, später Badereisen ff. vorfallen, auch die Wünsche der die Teilnehmer aufnehmenden Gemeinde zu berücksichtigen waren, so war es das rathsamste, dabei stehen zu bleiben, Mittwoch, den LS Zuni a. c, zum Tage der Eröffnung zu wählen. Das Wochenfest, mit dem Ln den meisten Gegenden auch die Konfirmation verbunden ist, ist dann vorüber (24. und 25. Mai), die Trauerzeit vom rr^na 'y noch nicht angegangen (4. Juli), Ferien sind zu dieser Zeit den Geistlichen wol überall vergönnt, die schönste Zeit des Jahres ist es, die- Natur in ihrem herrlichsten Entfalten — also Alles geeignet, um brüderlichen Sinnes für eine heilige Sache zusammenzutreten. Ich denke, daß acht Tage, von denen immer der zweite Nachmittag geselligen Erholungen gegönnt sein kann, genügen werden. Ich spreche mich offen aus: es war mir peinlich, auf diese Weise gewissermaßen nach eigenem Urtheil zu verfahren, obgleich mit Berücksichtigung aller vorliegenden Verhältnisse und Momente. Die Erfahrung hat mich belehrt, wie das Individuum einer Mehrzahl gegenüber, auch bei den reinsten Absichten, auch Ln, von persönlichen Interessen ganz entfernten Angelegenheiten Verdächtigungen ausgesetzt ist. Ich sage noch mehr: eine kurze Zeit war es daher mein Gedanke, wenn mit Gottes Hülfe die Versammlung bewerkstelligt ist, selbst in ihr nicht zu erscheinen, da der Einzelne bei solch' tüchtiger Männer Zusammenkunft entbehrlich ist, und ich bereits Verkennungen auch hierin begegnet war. Allein die Betrachtung, daß ohne diese Bestimmungen für die erste Versammlung gar nicht zum Ziele gekommen werden konnte, setzte mich zuletzt über alle Bedenklichkeiten hinweg. Indem ich also meine Herren Amtsbrüder dringend ersuche, alles Persönliche hierbei aus den Augen zu lassen, die von ihnen erkannte Nothwendigkeit der Sache allein zu berücksichtigen, bitte ich meiner hiermit ergehenden amtsbrüderlichen Einladung zur ersten Versammlung auf den LS. Zuni a. c. zu Braunschweig zu folgen, an welchem Tage Vormittags 9 Uhr die Versammlung unter dem Segen des Gottes, der Israel vom Strande des Nil bis hieher nach Seinen weisen Absichten geleitet hat, eröffnet werden soll. Mögen die Herren, die bis jetzt ihre Theilnahme zugefagt haben, diese auch bewerkstelligen, und wenn auch einige Hindernisse ihnen entgegen sind, diese überwinden. Mögen aber auch noch viele Andere, die bis jetzt sich noch nicht geäußert haben, zu dem heiligen Werke herantreten. Ein Jeder erwäge, wie wichtig gerade zur ersten Versammlung, in der zum ganzen Institute der Grund gelegt werden muß, der Zutritt möglichst Vieler ist. Es wird Allen ein groß Verdienst sein. Niemand ist überflüssig. Jedermann ist verpflichtet. Niemand ist ausgeschlossen. Jedermann berufen. Gerade wegen der äußeren Arrangements und nöthrgen Fürsorge ist es wichtig zu wissen, wie viele erscheinen werden, da das dazu sich bildende Kommlto dann ermessen kann, wie Vieler Unterkommen es zu besorgen habe, und auch die Räume danach eingerichtet sein müssen. Ich ersuche daher: 1) alle diejenigen Herren, welche bisher ihre Zusage gegeben haben, dieselbe aber nicht reatisiren könnten, mir dies bald möglichst anzuzergen; alle von den oben angeführten Herren, die dies nicht thun, werden als erscheinend angenommen, und Logis für sie besorgt. (Die meisten Herren werden dies in den Familien der Braunschweiger Gemeinde finden). 2) Alle diejenigen Herren, welche sich bis jetzt noch nicht gemeldet haben, aber sich noch zur Theilnahme entschließen, wollen mir dies möglichst bald eröffnen. 3) Auch unangemeldet können die Herren erscheinen, aber es wird dann für ihre Bequemlichkeit nicht so gut gesorgt sein können. Und so empfehle ich diese Angelegenheit dem Herzen meiner Amtsbrüder und dem Schutze des einigen Gottes! Rabbiner Dr. Ludwig Philippson, Redakteur. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Nürnberg, 13. April. In Fürth ist nun der Parteistreit zwischen den dortigen Israeliten über die Wirksamkeit des Rabbiners Dr. Levi entschieden und der Entscheid bekannt gemacht worden. Dr. Levi bleibt an seiner Stelle; denjenigen Juden aber, die

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