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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-05-06 · Heft 19 (6.5.1844) · p. Seite 258

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 19 (6.5.1844)
Date
1844-05-06
Page
Seite 258 (sequence 2)
Language
German
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258 Herr Tr. M. Sachs, Temvelprediger zu Prag, - vr. Jolowicz, Predig, der israelit. Gemeinde zu Marienwerder, - Gvtmann, Distriktsrabb. zu Redwitz, - vr. Aub, Distriktsrabb. zu Baireuth, - vr. S. Formstecher, Oberrabb. zu Offenbach*). Wer diese Liste überliest, wird sich gewiß innigst freuen, die Namen vom bedeutendsten Klange im gegenwärtigen Judenthume darin zu finden, eine Bürgschaft, daß diese Versammlung keine gewöhnliche sein kann, und daß der Gehalt derselben wichtig sein muß. Wo — mit dem Unterzeichneten Redakteur — 32 Männer, glühend für unsre heilige Angelegenheit, zum Theil aus den entferntesten Gegenden Deutschlands, zum Theil schon unter Streben, Kämpfen und Wirken ergrauend, zusammentreten: da muß unter dem Segen des Höchsten und im Hochgefühl des heiligsten Ernstes Herrliches gedeihen. — Es läßt sich voraussetzen, daß nunmehr noch mehre, die bis jetzt den Verlauf der Sache ansehen wollten, zur Theilnahme schreiten werden. Wir sagen es unverholen: nachdem sich obige Männer zur Anwesenheit entschlossen und vereinigt haben, kann es nur für eine Ehre gehalten werden, an der Versammlung Theil zu nehmen. Viele von den oben genannten Herren haben dem Redakteur geradezu die Bestimmung des Orts und der Zeit für die evfte Versammlung überlassen. (Es versteht sich von selbst, daß für die Zukunft die vorhergehende Versammlung immer Ort und Zeit bestimmen wird.) Mehre übergingen die Sache mit Stillschweigen, mehre machten Vorschläge. Ein jeder Vorurtheilslose wird einsehen, daß, sollte hierüber eine Korrespondenz erst wieder eröffnet werden, Kesten und Zeit monströs geworden wären. Ja, die brieflich erlangte Stimmenmehrheit hatte sogar nachtheilig sein können, da es darauf angekommen wäre, ob zufällig Mehre einen und denselben Ort in der Nähe gewählt hätten. Die vorgeschtagenen Orte waren: Magdeburg, Frankfurt am Main und Mainz; alle drei Plätze waren entweder dem Norden, oder dem Süden zu sehr zugeneigt, geschweige andrer Mißstände, welche *) Wir müssen bedauernd bemerken, daß das Schreiben des Herrn vr. Formstecher vom 6. Februar — uns erst Mittwoch den 24. April zugekommen ist! Redakt. sie für die erste Versammlung nicht tauglich machten, und die zu erörtern hier nicht der geeignete Platz wäre. Es mußte ein Ort sein, der im Herzen Deutschlands, in der Mitte der sich durchkreuzenden großen Straßen von Süd und Nord, von Ost und West liegt, leicht zugänglich für alle Entfernungen; es mußte eine Gemeinde sein, die sich eben sowol durch ihre Anhänglichkeit am bestehenden Judenthume wie durch ihre Empfänglichkeit für Bildung und Zeitbedürfniß auszeichnet, eine einige Gemeinde, gleichsam ein neutraler Boden. Unter allen denklichen Bedingungen schien uns daher Braun schweig der geeignetste Platz. Der unterzeichn nete Redakteur begab sich selbst dahin, fand sowol bei dem Herrn Landrabbiner vr. Herzfeld, wie bei den Herren Vorstehern der Gemeinde, den Herren Helfft, Hertz und Jüdel, so wie bei vielen anderen Mitgliedern der Gemeinde das offenste Herz für diese Sache und die Zusicherung möglichsten Vorschubes bei den äußeren Arrangements. Dies so wie der Gedanke, daß Braunschweig die Mitte hält zwischen den vorgeschtagenen Magdeburg, Frankfurt am Main und Mainz, ließ uns alles weitere Bedenken fahren lassen, in der Ueberzeugung, ganz im Interesse der Angelegenheit und gewiß im Sinne aller Herren Theilnehmer dabei zu verfahren. Ich stellte nunmehr den Herren Vorstehern ein Me. morandum über die Sache zu, welches dieselben mit einem eigenen Schreiben begleitet dem hohen Herzogt. Staatsministerium zur Ertheilung der Erlaubm'ß, die Rabbinerversammlung in Braunschweig halten zu können, vorlegten. Laut Schreibens vom 22. Aprile, hat nunmehr das Herzogl. Braunschweig. Staats- Ministerium diese Erlaubniß ertheilt. Die Herren Vorsteher bemerkten bei dieser Anzeige, daß sie bis zum 12. Mai e. die Bildung eines Kommit^'s veranlassen würden, welches die Besorgung der äußeren Arrangements übernehmen würde. Ich enthalte mich hier jedes Wortes des Dankes für die Hochherzigkeit, mit der die gedachten Herren zu Braunschweig diese Angelegenheit aufgefaßt haben. Es kömmt nicht mir allein zu, diesen Dank auszusprechev. Da sowol für die Versammlungen eine geeignete Lokalität, als auch für die hinkommenden Herren Geistlichen Logis, so wie die Gelegenheit zu angemeffner, gemeinsamer Speisung u. dgl. mehr zu besorgen ist, so bedarf es nicht gewöhnlicher Bemühung.

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