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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-04-29 · Heft 18 (29.4.1844) · p. Seite 249

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 18 (29.4.1844)
Date
1844-04-29
Page
Seite 249 (sequence 9)
Language
German
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249 litische Gemeindevorsteher Herr M. I. Landau hielt als Direktionsmitglied des Vereines bei Gelegenheit der Abstattung des Jahresberichtes auch die Begrüßungsrede an Se. kaiserliche Hoheit im Namen des Vereines. Herr Landau war auch unter den Direktionsmitgliedern, die gemäß den Statuten durch das Loos von der Direktion ausgeschieden, aber einstimmig wieder gewählt wurden. — —. Gestern hatten wir hier Gelegenheit einem würdigen Feste beizuwohnen. Nachdem am Listen d. M. unter Anwesenheit des k. k. Schulenoberaufschers Sr. Hochwürden des Herrn Kanonikus Jos. Rauch, des Gemeindevorstehers Hrn. M. I. Landau, des Schulaufsehers H. Ernst Wehle so wie mehrerer vorzüglicher Gemeindemitglieder in dem vierzig Zöglinge zählenden israelitischen Mädchen Erziehungs¬ und Lehrinstitute der Frau Eharlotte Löw die Pfleglinge in der jüdischen und Weltgeschichte in der deutschen Sprachlehre und im Briefstyle, im Kopf- und Zifferrcchnen, in der Geographie, Geschichte und der französischen Sprache unter allgemeinem Beifall geprüft worden waren, und dabei eine allerdings für ihr zartes Alter und Geschlecht höchst auffallende Gründlichkeit an den Tag legten, bei dieser Gelegenheit auch nebst den Probeschriften, Zeichnungen und den edelsten weiblichen Handarbeiten, die vorgezeigl wurden, auch das bürgerliche Hemd nicht vergessen war, wurde am gestrigen Sabbat von dem Rabbinatskandidaten und Oberlehrer dieser Anstalt Herrn Steinschneider die eigentliche Religionsprüfung vorgenommen, und diese Gelegenheit zu einem Abschiedsfeste für die ausscheidenden vier Mädchen benutzt. Eine der Zöglinge sprach im Namen Aller einige Worte des Dankes an die Vorsteherin, die Lehrer und Lehrerinnen dieser Anstalt; darauf schritt Herr- Steinschneider zu der Prüfung aus der Pflichtenlehre, wobei die Mädchen zeigten, daß sie nicht blos Worte gelernt, sondern von dem Gelernten auch durchdrungen waren, und zum Schluffe hielt Herr Steinschneider sowol an sämmtliche anwesenden Mädchen, wie an jedes der Ausschcidenden insbesondere eine Anrede, die durch die Herzlichkeit und das Ueberzeugende des Gesprochenen einen tiefen und unvergeßlichen Eindruck auf die Anwesenden machte, und das allgemeine Bedauern zurück ließen, daß bisher diese Konfirmation, Abschiedsfest oder wie immer genannte würdige Feierlichkeiten nicht benutzt wurden, um den Kindern den Moment des Uebcrganges in ein reiferes Alter in seiner Wichtigkeit darzuthun. Auf jeden Fall gebührt! der Frau Charlotte Löw die Anerkennung, hierzu den geräuschlosen Anfang gemacht zu haben, und was uns bei dieser Gelegenheit noch freut, ist, daß wir Herrn Steinschneider, den wir als Gelehrten und Pädagogen schon von früher kennen, auch als geist¬ und gemüthvvllen Redner schätzen gelernt haben. Preßburg, 8. April. (Privatmitth.) sDer jüdische Studentenverein in Preßburg. Schluß, j Was in voriger Nummer von dem Geiste der pr. Gemeinde gesagt worden, das gilt vorzüglich nur von den Vorstehern und dem Rabbiner mir seinen Anhängern und es wäre ein Wunder, wenn sich nicht auch hier einige erleuchtete Köpfe finden sollten, die den Geist der mosaischen Religion in seiner Reinheit auffassen. Der Ausspruch gvbN Nb -w VN-vir ist auch hier nicht unbewährt geblieben, und die gesummten werthen Mitglieder des hiesigen israelitischen Kasinovereins verdienen besonders hervorgehoben zu werden, die uns mit gutem Rathe, pekuniären Beiträgen und Ermunterung zur Ausführung merklichen Beistand leisteten. Gesagr, gethan; am n:b rso erfreute uns Herr Winkler mir seinem ersten Vortrage und hat die Erwartung seiner Zuhörer im hohen Grade übertroffen; auch der Chor obwol noch ungeübt in dieser Kunst hat sich unfern Dank erworben. Das also ist die Entstehungsgeschichte des pr. Studentenvereins, zwei feste Stützen tmon mb?27i nvny sollten ihm eine schöne Zukunft : verbürgen. Der Gesang wird jeden Samstag anzie-; hender und erhebender und die genannten hochherzi- ■ gen Männer unterlassen nicht uns mir ihrem Besuche zu beehren und mit ansehnlichen Spenden zu; unterstützen. Und obwol erst drei Monacc seit seinem Entstehen verflossen sind, so har doch der Ver-; ein über alle Ausgaben bei k20 fl. K. M. erübrigt i und wissen wir auch, daß die Stütze, die dem Arj men geleistet werden kann noch ichwach und unbej deutend sein muß, so ist doch der Gedanke erhebend,! daß nach Jahren unsere Nachfolger einen Anhalts-! punkt finden und ein angefangenes Werk leicht zur > Ausführung bringen werden. Mit Jahren wird j so Gott will dieser noch schwache Stamm herrliche j Früchte tragen. 18*

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