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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-04-29 · Heft 18 (29.4.1844) · p. Seite 247

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 18 (29.4.1844)
Date
1844-04-29
Page
Seite 247 (sequence 7)
Language
German
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247 Kinder, Böttcher, Seifensieder, Ziegelbrenner; dazu noch viele Tagelöhner, als Fuhrleute, Maurer, Wasserträger, und sehr Viele, die mit der Axt, dem Strick und Spaten arbeiten. Ferner I12Gastwirthe mit größtentheils bequemen Einkehrhäusern; 200 Schenkwirthe und Geldwechsler. — Dieses Verhältniß, das aus den genauesten Quellen geschöpft ist, findet überall statt, wird aber von der Regierung entweder gar nicht gekannt, da die Juden, wie ihre ganze Lebensweise, so auch diese Verhältnisse nie jener darlegten; und wenn sie es auch kennt, so ist das ganz ohne Nutzen für den Juden, der im Innern Rußlands sein Handwerk nicht ausüben darf, und in seinem Gouvernement von der großen Masse der Konkurrenten erdrückt wird. — Uebrigens stehen auch neue Verordnungen in Aussicht, die auch die jüdischen Handwerker mehr kontrollircn sollen. — Von der polnischen Grenze, 5. April. sSchw. M.) Die vielbesprochene Ausweisung der Juden aus den russisch-polnischen Grenzbezirken und deren llebersiedelung in das Innere des Reichs wird, wie alle in dieser Hinsicht vorläufig von den Staatsbehörden angcordneten Maßregeln andeuten, nach Ablauf der ihnen für den Verkauf ihrer Liegenschaften eingeräumten Frist unfehlbar stattfinden. Dahin gehört namentlich die genaue Ermittelung der Zahl der jüdischen Familien, die das strenge Loos trifft, und die man beiläufig auf 30,000 angiebt, die aber zusammen wol mehrere 100,000 Köpfe — es heißt sogar eine halbe Million — stark sein dürften. Sodann ist man bereits zur Aufnahme und Abschätzung des Werthes ihrer Liegenschaften geschritten, wofür ihnen von Staatswegen eine angemessene Entschädigung verabfolgt werden soll. Diese Aufnahme ist mit bedeutenden Kosten verknüpft, die vollkommen zwecklos aufgewendet werden würden, sollte von dem Vorhaben der llebersiedelung wieder abgestanden werden. Deutschland. Frankfurt am Main, 18. April. (Privatmitth.) 25 junge Israeliten von allen Ständen sind hier zusammengetreten, um ein Versorgungshaus für alte, arme Frauen und Männer zu errichten; dort sollen sie Wohnung, Pflege, Kost und Kleidung und Beschäftigung, so viel ihr Alter es erlaubt, erhalten. In den ersten acht Tagen war schon die Anstalt gesichert, und wird mit Gottes Hülfe bald in's Leben treten. P. Preußen. Berlin, 20. April. Am 15. d. fand eine Generalversammlung des Jüdischen Kulturvereins statt, in welcher den versammelten Mitgliedern der vollständige Bericht über die Wirksamkeit des Vereins im verflossenen Jahre übgestattet wurde. Es stellte sich heraus, daß ungeachtet der bedeutenden Unterstützungen, welcher sich Literaten und Künstler jüdischen Glaubens zu erfreuen hatten, der Fonds der Gesellschaft nicht unbedeutend sei, wodurch es möglich geworden, zu der bereits gestellten, aber noch nicht gelösten Preisaufgabe „Historische Erörterung des Rabbinerthums" noch eine zweite hinzuzufügen, für das beste „Handbuch der jüdischen Geschichte von Alexander dem Großen bis auf die Gegenwart." Auf die Lösung einer jeden dieser Aufgaben wurde ein Preis von 200 Thlr. gesetzt. — Das der Session folgende Festmahl wurde durch mehrere wohlgelungene humoristische Vorträge der Herren Doktoren L. Weyl und Löwenstein verschönt. Berlin, 18. April. (Privatmitth.) In Bezug auf die in Ihrer Zeitung vom 8. d. M. mitgetheilte Nachricht „von der Saar" betreffend die einjährigen jüdischen Freiwilligen, macht es mir Vergnügen Ew. Hochwürden ein mir bekanntes Resultat hiermit zur baldigen Veröffentlichung berichten zu können. Ein freiwilliger Militär jüdischen Glaubens, der Sohn einer hiesigen geachteten Familie, diente (wie mehrere andere Juden in letzterer Zeit) in der hiesigen Garnison, und zwar die letzten fünf Monate als Unteroffizier. Als er vor fünf Wochen sein Dienstjahr beendet hatte, erhielt er den Abschied als Landwehrlieutenant. Wieder ein Schritt weiter in der Humanität gegen Juden. Meferitz, 20. April. (Privatmitth.) Hier ist folgende „Bitte um Hülfe, an israelitische Menschenfreunde gerichtet" erschienen, der wir die beste Wirkung wünschen.

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