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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-04-29 · Heft 18 (29.4.1844) · p. Seite 246

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 18 (29.4.1844)
Date
1844-04-29
Page
Seite 246 (sequence 6)
Language
German
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246 Australien. Sydney. (V. of J.) Der Herausgeber der hier erscheinenden Zeitung tbe 8)äne) Morning Herald ist ein Jude. — In diesem Blatte wird die feierliche Begehung des letzten Versöhnungstages geschildert, zu der alle Glaubensgenossen auch aus bedeutender Entfernung eilten. Rußland und Polen. Von der polnischen Grenze, im April. (Privatmitth.) Sie haben bereits das Gesetz (vom 24. Jan. d. I.) mitgetheilt, nach welchem ein Jude, der ohne gerichtliche Erlaubniß über die Grenze geht, von der russischen Unterthanschaft ausgeschlossen ist; der von den Nachbarstaaten zurückgewiesene Jude unter die Soldaten, oder die Arrestantenrotten gesteckt, oder nach Sibirien geschickt werden soll. Außerdem aber ist der Minister des Auswärtigen, Graf Nesselrodc, beauftragt, mit allen Staaten Verträge zu schließen, ähnlich dem mit Oestreich zu Wien am 26. Juli 1822 abgeschlossenen, damit kein über die Grenze gegangener Jude zurückgcsendet werde. — Hiernach könnte cs leicht scheinen, die Allerhöchste Erlaubniß zu einer größern Auswanderung von Juden zu erlangen. Bon der russischen Grenze, im April. (Privatmitth.) Die Handwerker sind unter den russischen Juden lange nicht so selten, als unter den deutschen. Hier treibt der Jude alle Handwerke, nur nicht so gut als in den russischen Hauptstädten und in Deutschland, weil er erstens nirgends die Gelegenheit hat, sie so gut zu erlernen, und zweitens weil sich nirgends ein Bedürfniß zeigt, dieselben besser verstehen zu müssen. Denn ein Hauptgrund, warum der russische Jude an Bildung so sehr dem deutschen nachsteht, ist, daß er nicht wie in Deutschland 20—50fach in der Minorität in jeder Stadt ist, und sich in Sitten und Lebensart der Majorität anschließen muß; daß er nicht wie in Deutschland einen Stand, den Kaufmannsstand, hat, an den er sich mit vollem Rechte anschließen darf, ohne zum Adel hinauf-, oder zum Pöbel hinabsteigen zu müssen, an einen Stand, der den Kern Deutschlands bildet; sondern daß er in Rußland an geistigen und sittlichen Vorzügen ungemein höher, als die Masse der Leibeigenen steht, daß aber eben so hoch an Rang und Würde der Adel über ihn gestellt ist; er also weder die Sitten der Einen noch der Andern annehmen zu müssen glaubt, und also zwischen diesen beiden Ständen als der dritte mitten inne steht. Als dieser dritte bildet er aber in allen von ihm bewohnten Gouvernements eine so ungeheure Majorität, daß Nichts auf ihn einen Einfluß übt, und er sich in diesen Zuständen, wie sie seit Jahrhunderten geworden, ganz behaglich findet. Darum stehen auch die jüdischen Handwerker an Tüchtigkeit und Geschmacksbildung den übrigen nach; aber die Handwerke selbst werden alle, sammt und sonders, von ihnen betrieben. In Berditschew z. B., dem jüdischen Moskau, in welcher Stadt über 30,000 Juden wohnen, sind 9 Kaufleute der ersten, 12 der zweiten, gegen 500 der dritten Gilde. Ferner giebl es Krämer, die mit Eßwaaren handeln, als 271 Mehl - und Graupenhändler, 205 Fleischer, sehr Viele, die mit Fischen, Feld- und Gartenfrüchten handeln. Einzelne widmen sich der Kunst, und ohne den Künstler aufzusuchen, um bei ihm zu lernen, verlieren sie Zeit und Geld, dieselbe aus sich selbst, durch viele und nutzlose Versuche hervorzuzaubern, welches zwar äußerst selten, aber doch Manchem gelingt. So giebt es Baumeister, Färber, 3 Graveurs, 40 Juweliere, 6 Maler, 17 Uhrmacher, 30 Musikanten.— Andere giebt es, die ihre Bedürfnisse von der Feder ziehen; so giebt es Buchhalter und Korrespondenten in Komptoirs, manche sind in den, den Juden zugänglichen Aemtern beschäftigt, und Viele ziehen ihre Nahrung vom Unterrichte der Jugend, theils in hebräischer, theils in europäischen Sprachen (218). Handwerker giebt es zusammen (außer Gesellen) über 4000, und zwar Gold- und Silberarbeiter, Kupfer- und Eisenschmiede 250, Messing- und Blecharbeiter 124, von dem GouvernemenlS- Physikate geprüfte Barbiere über 20, Strickmacher und Tabacksrohrbohrer 70, Riemer und Tapezierer 92, Schneider- und Bandagenmacher 598, Mützen- und Kappenmacher 174, Kürschner 159, Schuster 353, Tischler und Drechsler 204, Bäcker 90, weibliche Kopfputzmacher 16, Wattenmacher 13, Schnups- und Rauchtabackzubereiter 56, Strick-, Stecknadel-, Knopf-, Bleifeder-, Zündhölzchen-, Bleiweißmacher, Franzenstricker, Seidenschnur - und Bandwirker, Buch-

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