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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-04-22 · Heft 17 (22.4.1844) · p. Seite 235

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 17 (22.4.1844)
Date
1844-04-22
Page
Seite 235 (sequence 7)
Language
German
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235 da ab. Aber dieser Auszug aus Aegypten führte auch zunächst zum Fuße des Sinai, wo Israel Lehr' und Gesetz empfing, wo ihm die Wahrheit kund ward, die seitdem nicht aufhörte, in ihm und für die ganze Menschheit zu wirken. Darum, bevor Israel Aegypten verließ, am vierzehnten Tage des Nissan, sollten alle seine Familien ein Weiheopfer verzehren, wodurch sie sich freien Willens zu Israel und zur Anerkennung des Einigen Gottes und zu dessen Anbetung bekannten. Und dies, meine Brüder, ist ganz besonders die Bedeutung des Peßachs noch in der heutigen Zeit, noch für die lebenden Geschlechter. Niemals kann und wird das Gedachtniß jenes ewig denkwürdigen und ewig wirksamen Ereignisses in den Schatten treten, sondern für uns geheiligt sein. Aber was Peßach noch ganz besonders war, ist und sein soll: die immer wiederholte Weihe der Israeliten zu Bekennern des einigen Gottes und zu Priestern Seiner geosfenbarten Lehre, das muß tief uns ergreifen und zur Feier desselben anhalten. Wir, die wir waren und sind die Bekenner einer einigen, unveränderlichen, unkörperlichen, heiligen Gottheit, die wir als solche aller Menschheit Lehre und Zeugniß brachten; wir, die wir waren und sind Bekenner und Zeugen des geoffenbarten, und darum unmittelbaren Gottes, treten an den Tagen des Peßachfestes aus dem gewöhnlichen, bürgerlichen, weltlichen Leben heraus, um uns abermals zu unsrer hohen Sendung, zu unserm erhabenen Berufe zu weihen und zu bekennen, und als Menschen auch Israeliten zu sein. Dies ist es, meine Brüder, was ich Euch diesmal — als das erste Mal, das ich zu Euch rede, bei Gelegenheit des Festes des Herrn — zu erwägen geben wollte, und wessen das Wort nicht ungehört und nicht unbeachtet an Euch vorübergehen möchte. So nun in dieser andächtigen Stunde die Weihe Eures göttlichen Berufes über Euch kommt, und Euch sowol voll Inbrunst stimmt zur Zeit der Feier, daß Ihr deren Gesetz sorgfältig übet, deren Sinn und Bedeutung recht in Euch aufnehmet, als auch außerhalb des Festes zur treuen Erfüllung aller Eurer Pflichten, der bürgerlichen wie der religiösen, Euch mahnet, auf daß Ihr Gottgefälligen Wandels durch die gezählten Tage des Lebens schreitetso bete auch ich zum Allgütigen um Dessen Segen I auf Euch, auf die Vorsteher und Glieder Eurer ganzen Gemeinde, um Dessen Segen auf Eure Greise und Kindlein, auf Eure Männer und Frauen, Jünglinge und Jungfrauen! „Der da Frieden schaffet in Seiner Himmelshöhe, Er schaffe auch Frieden über uns und ganz Israel — Amen!" raiii::: mb© n©is ■jns 117:50 bsn©’* ba bn imb? mb© i©:"> son. Er verleihe Euch Fülle der Gesundheit, einen in Gerechtigkeit gesegneten Nahrungsstand, so wie ein Herz, geneigt zu allem Guten, und voll Liebe und Eifers für Euren angestammten Glauben. Posen, 12. April. (Privatmitth.) Vor uns liegt der siebente Bericht des Direktoriums der israelitischen Waisenknaben-Anstalt allhier über das Jahr 1843. Derselbe bietet zwei bemerkenswerthe Seiten dar; die eine, wie viel die Direktoren mit den geringsten Mitteln ausführen, indem die ganze Anstalt mit 24 Knaben für J 315 Thaler erhalten worden. Die andre Seite aber: wie überaus wenig die Posener Juden für diese segensreiche Anstalt, die noch immer auf der Stufe der Kindheit dadurch steht, thun! Vergleicht man damit, was für denselben Zweck in Berlin geschehen ist und fortwährend geschieht, so müßte man an dem Wohlthatigkeitssinn der hiesigen Israeliten verzweifeln. Ein Christ ist es, der das meiste für diese Anstalt gethan hat, und er findet nicht einmal Nachahmer! Mögen diese wenigen Worte dazu beitragen, den Sinn zu wecken. Ehre den Direktoren der Anstalt! Schande den Wohlhabenden, die ihr nicht unter die Arme greifen! Frankreich. Paris, 5. April. (A. Pr. Z.) Das Konnte, welches von dem Kriegsminister den Auftrag erhalten hatte, einen Gesetzentwurf hinsichtlich der Verhältnisse der israelitischen Bevölkerung in Algerien anzufertigen, schlägt vor, daß alle betreffenden Spezialgesetze und alle in Gesetze verwandelte herkömmliche Gebräuche, die bis jetzt als Norme gegolten haben, abgeschafft und die Israeliten dem gewöhnlichen Gesetze unterworfen werden sollen, unter welchem die übrigen Bewohner des Landes stehen. Das Konnte verlangt auch, daß zu gleicher Zeit für den Unterricht gesorgt, Schulen für erwachsene israelitische

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