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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-04-01 · Heft 14 (1.4.1844) · p. Seite 200

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 14 (1.4.1844)
Date
1844-04-01
Page
Seite 200 (sequence 8)
Language
German
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200 garisches Nationalstück zum Besten der Ueberschwemmten auf; u. s. w. Ich berichte dies nach den ungar. Blättern. Deutschland. Frankfurt am Main, 14. März. (Fr. I.) Ein so eben eingelaufenes Schreiben aus Jerusalem vom 3. Januar macht eine betrübende Schilderung von der Lage der dortigen aschkenasischen (deutschen) Israeliten, denen man, weil sie über die dort von Seiten des zu Amsterdam bestehenden Sammlerkomites eingeführten und geduldeten Mißbräuche rc. an ihre Glaubensgenossen in Europa Einiges berichtet und beklagt hatten, nicht allein den ihnen zukommenden Theil der von hier aus ihnen bestimmten Unterstützungen völlig entzieht, sondern sie auch noch der härtesten und unmenschlichsten Behandlung mit täglich gesteigerter Wuth unterwirft. Einige der Unglücklichen hat man durch Drohungen und sonstige Mittel gezwungen, eine zur Verbreitung in Europa bestimmte Urkunde zu unterzeichnen, wornach sie sich mit ihren eigennützigen Unterdrückern dahin „verglichen" hätten, daß sie sich fortan deren Herrschaft schweigend gefallen lassen wollten. Diejenigen, welche diese Erklärung zu unterschreiben verweigerten, wurden auf das empörendste mißhandelt und verfolgt; unter den Unterzeichnern jedoch wurde, als Belohnung, die Summe von 6000 türkischen Piastern vertheilt. Der. erst kürzlich in Palästina eingewanderte vormalige Rabbiner Antibi erhielt von Seiten des Amsterdammer Komitös für seine bei dieser Gelegenheit geleisteten besondern Dienste eine Gratifikation von 1300 türkischen Piastern. Frankfurt am Main, 15. März. (Privatmitth.) Nach einem heute bei mir eingetroffenen Schreiben aus Jerusalem vom 3. Januar ist die in der von Herrn Lehren neuerdings ausgegebenen Broschüre ,,'a 'y-iNa ras ö'ianp" enthaltene Nachricht von einer in Jerusalem zu Gunsten der Lehren'- schen Verwaltung angeblich abgeschlossenen Uebereinkunst (Vergleich??) nichts weiter als eine, auf einer heillosen und abscheulichen Jntrigue beruhende Mystifikation und reiht sich würdig an die von Herrn Lehren und seinen Chasidim schon so vielfach ausgegangenen schamlosen Versündigungen gegen die Wahrheit. Die Mißbrauche und die Tyrannei der Lehren'schen Agenten in Jerusalem hatte einen höher» Grad als je früher erreicht. Näheres theile ich Ihnen in der Fortsetzung meines ausführlichern Berichts vom 16. Februar mit, dessen Anfang bereits in No. 10 d. Bl. Platz gefunden hat. L. H. Loewensteirr. Frankfurt am Main, 16. März. (Privatmitth.) Wenn Unberufene sich zu Welten-Verbessern machen, wenn reformirt werden soll, um bei dieser Gelegenheit sein kleines Ich hervorzuheben, wenn Schöngeister, Kaufleute, Advokaten, jüdische und getaufte (durch die Taufe wird man hier wol Christ, aber doch nicht von Christen emanzipirt) eine Religion umstempeln wollen, von der sie weiter nichts wissen, als daß sie ihnen zur Last ist, — dann wahrlich darf man sich nicht wundern, wenn aus solch' knabenhaftem Beginnen Folgen entstehen, die jedenfalls zu den traurigsten zu rechnen sind. Gewiß, ich hätte von dem längst untergegangenen Reformverein kein Wort gesprochen, trotz aller schändlichen Artikel in der Augsburger Allgemeinen, (wie erst in diesen Tagen der XKorresp., ein getaufter Advokat, der für die Reform eifert) trotz aller gemeinen Artikel und Angriffe des Israeliten des 19. Jahrhunderts, die gewöhnlich hier fabrizirt werden, und zwar von einem Manne, dem wir unsere Jugend anvertrauen und dafür bezahlen, der Religion lehren soll und selbst keine hat, (oder ist's brüderliche Liebe?) — wenn nicht der Spuk zu weit getrieben würde. Nach den Statuten des Vereins verpflichtet sich Jeder, sein Kind nicht beschneiden zu lassen: das habe ich Ihnen schon früher einmal geschrieben. Frauen aber sind selten starke Geister, und darum auch keine Reformfreunde! Bei dem zweiten hier vorgekommenen Falle einer Nicht-Beschneidung hat es sich ereignet, daß die Frau, welche di« Ansichten ihres Mannes nicht theilte, im Wochenbette plötzlich starb. Ein dritter Fall ist folgender. Einem Manne, der zu der administrativen Leitung der Gemeinde mit erwählt wurde, ward ein Sohn geboren. Der Mann ist ein Reformfreund, die Frau die Tochter eines Frommen, und also religiös erzogen. Der Mann weigert sich, sein Kind beschneiden zu lassen, die Frau weint, jammert, und natürlich ist ihr erster Gedanke: soll ich auch ster-

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