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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-03-25 · Heft 13 (25.3.1844) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 13 (25.3.1844)
Date
1844-03-25
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
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Herzen aller Wohlgesinnten, und Dankgebete und Segenswünsche für das Heil unserer edlen Vertreter ergossen sich von den Lippen der Emanzipirten. Wie aber nahm der orthodoxe Rabbinismus diese Reifsprechung auf? wie sie alle neu eingeführten Institutionen, welche zur Beförderung unserer Intelligenz und moralischer Bildung nothwendig sinv, ausgenommen haben, nämlich: mit Verachtung und Widerstand. Der Preßburger Rabbiner, ein Sohn des verstorbenen Moses Sofer, der von seinem Vater nichts als dessen Fehler geerbt hat, ein junger Mensch in sophistischen und kabbalistischen Träumereien versenkt, stellt sich an die Spitze einiger Gleichgesinnten, und erläßt Rundschreiben an die Rabbinen größerer Gemeinden, des Inhalts: Trauer und Fasttage wegen bevorstehender Zerstörung des babylonischen Talmuds allen ihren rechtgläubigen Anhängern aufzulegen. Der Bonyhader Rabbiner umgeben von einer Klique nach Moreno's strebenden Bonzen und andern Brauseköpfen, die dem Altherkömmlichen auf eine heuchlerische Weise huldigen, begehen nach geschehener Aufforderung ihres Dalai Lama den siebenten Tag des Monats Adar mit Fasten und Buße. Der Preßburger Gemeindevorstand macht noch einen weitern Schritt und stellt bei der Hochlöblichen Statthalterei das Gesuch, daß Alles beim lieben Alten bleiben möge. Von dieser Gemeinde werden andere angegangen ihr Beispiel nachzuahmen, und da die anders Denkenden, welche die Majorität in allen Gemeinden ausmachen, zu den Beschlüssen der auserwählten Schaar nicht zugezogen werden, da sie die Gunst der Groß-Rabbinen nicht besitzen, so läßt sich mit Befürchtung voraussehen, daß das schöne Werk der Emanzipation und dessen erhabener Zweck nur durch die Machinationen und Konspirakioncn des orthodoxen Judenthums scheitern wird. Uns bleibt daher nichts übrig als durch öffentliche Organe die Ränke und Bosheit der Finsterlinge aufzudecken, damit diese an allen Orten nach Gebühr gewürdigt werden. Gott bes- Druck von I. B. Hirschfeld.

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