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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-03-25 · Heft 13 (25.3.1844) · p. Seite 189

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 13 (25.3.1844)
Date
1844-03-25
Page
Seite 189 (sequence 13)
Language
German
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189 Brünn, 4. März. Der Schwöb. Merk, berichtet von hier: Schon vielfach hat sich die Ansicht geltend gemacht daß Brünn wol auch der geeignetste Platz für die mährische Universität wäre, die sich in der Festung Ollmütz befindet. Jedoch hat die Verwirklichung des Plans wieder Hindernisse. Freiherr von Rothschild, welchem vom Kaiser das Grundbesitzrecht in unserer Provinz ertheilt wurde, hat, um die Ausdehnung der genannten Akademie auch auf polytechnische Studien möglich zu machen, dem Obersten Kanzler Grafen Jnzaghy zu diesem Behufe ein Fundirungsgeschenk von 40,000 fl. K. M. überreicht. Auch für das hiesige Armenhaus, das zum geeigneten Verpflegungsort für alte verarmte Bürger zu machen, schon das vieljährige Bestreben unsers Bürgermeisters ist, hat Herr von Rothschild einen, Beirrag von 6000 fl. geliefert, wodurch der gemeinnützige Zweck wesentliche Förderung erhält. Rußland und Polen. Bon der polnischen Grenze', im März. (Privatmitth.) Gleich nach Ostern beginnt die Ausführung des Militärgesetzes. Dasselbe befreit bekanntlich jeden Juden vom Militärdienste, der zur christlichen Kirche übergeht. Bis jetzt hat noch Niemand um deffentwillen seine Religion verlassen. — Den Juden ist es jetzt versagt, Medizin zu studiren, und die Heilkunst auszuüben. — —. Ueber die Reisen der Juden im Lande hat der Minister des Innern nachstehendes Rundschreiben an die Gouvernementschefs erlassen: ,,Jch vernehme, daß Juden in ihren festangewiesenen Wohnsitzen von den Aerzten bei Krankheiten ihrer Kinder Zeugnisse zu Reisen nach Moskau nehmen, um sie in dortigen Hospitälern heilen zu lassen, wobei sie zugleich um Erlaubniß bitten, daselbst bei ihnen zu bleiben, um während der Krankheit die Speise für sie nach jüdischem Gebrauche selbst zu bereiten. Unser Gesetzbuch handelt bestimmt von den Fällen, in welchen den Juden Reisen von ihren Wohnsitzen nach andern Orten gestattet sind; von Reisen nach Moskau, um sich oder ihre Angehörigen von Krankheiten heilen zu lassen, erwähnt dasselbe nichts. Ich ersuche daher Ew. Exzellenz, Maßregeln zu ergreifen, daß den Juden keine Erlaubnißscheine mehr zu Reisen nach Moskau oder in andere Städte, in denen ihnen der Aufenthalt verboten ist, ertheilt werden." Nord-Amerika. Itetv-Ärlvans, im September. Die hiesige Gemeinde, „Schanarai Chasset" betitelt, hat folgendes Rundschreiben erlassen. New-Orleans 28. August 1843. „Unter den Segnungen der Vorsehung, und den hohen Privilegien der religiösen Freiheit, die allen Personen in dieser glücklichen und freien Gegend gesichert ist, sind die Israeliten New-Orleans' schnell in der Zahl in den letzten Jahren angewachsen; sie treffen jetzt 12» Familien an, die meistentheils ihr Geburtsland in dem Vorsatz verlassen haben, eine Heimath in diesem gelobten Lande zu suchen, in welchem alle Glaubcnsparleien gleicher Weise geduldet und geachtet sind."^ „Belebt von Dankbarkeit gegen Gott für diese hohe Gnade, fühlen sie sich gedrungen, einen angemeffnen Platz für den Gottesdienst zu errichten, in welchem sie ihre Stimmen vereinigen können zur Danksagung gegen den Allweisen, in Gemäßheit deS Gesetzes Moscheh's, anerkennend die Reinheit ihres Glaubens, den ihnen ihre Vorväter hinterlaffen haben, und den sie unangetastet ihrer spätesten Nachkommenschaft zu übergeben hoffen." „Unter dem Einflüsse dieser Gefühle übersendet das Unterzeichnete Komitö zu Gunsten der Gemeinde vertrauensvoll diese Aufforderung, in der Hoffnung einer baldigen und großmüthigen Antwort, wie bei jeder andern Gelegenheit ein gleicher Aufruf eine schnelle Beihülfe hervorgebracht hat." Benj. Florance, Leop. Levy, Alex. Philipps, S. Ries. St. Thomas, im September. Die hiesige Gemeinde übersteigt schon die Zahl von 500 Seelen, und wächst von Tag zu Tag. Wir haben hier Juden aus allen Gegenden der Welt: Franzosen, Engländer, Holländer ff. In der jüngsten Zeit hat sich der religiöse Geist sehr belebt, und besondere Verdienste hat sich hierum der Präsident der Gemeinde Herr Aaron Wolfs, erworben. Derselbe

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