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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-03-25 · Heft 13 (25.3.1844) · p. Seite 186

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 13 (25.3.1844)
Date
1844-03-25
Page
Seite 186 (sequence 10)
Language
German
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186 ehrendste Vertrauen der jüdischen Stadt - und Landesbevölkerung erworben hat.- —. Auch in diesem Jahre fand ein Konzert zum Vortheile des hiesigen israelitischen Spilales unter Leitung deS Theaterkapellmcistcrs Hrn. Skraup statt. Der Bürgerrepräsentant Herr Faubek gab die Lokalitäten unentgeldlich dazu her. Die ersten Künstler und Künstlerinnen unserer Bühne so wie der Violinvirtuose Herr Raimund Dreyschock (Bruder des Klaviervirtuosen) wirkten aus reinem Wohlthätigkeitseifer dabei mit, die hier wohnenden höchsten und hohen Herrschaften, die christlichen und jüdischen Kaufleute und Fabrikanten lösten Billets unter bedeutender Ueberzahlung des festgesetzten Eintrittspreises, so daß auch in diesem Jahre ein bedeutender Betrag dem Spitale zugewendet werden konnte. Lobenswerth war bei dieser Veranlassung der Eifer der Herren Med. DD. Lucca, prakt. Arztes aus Marienbad, Porges jun., und des Handelsrepräsentanten Herrn Gottlieb Wehle, die sich dem. schwierigen Geschäfte der Einladung unterwarfen, so wie die Spitalvorsteher die Herren S. L. Kuse und Joseph Hirsch dankbarst erwähnt werden müssen, die durch ihre Beharrlichkeit trotz der vielen Hindernisse durch eine Reihe von Jahren dem Spitale diese Einnahmsquelle offen erhalten, und es durch kluge und redliche Verwaltung dahin gebracht haben, daß die durch die Konzerte erreichten Einnahmen nicht für die laufenden Ausgaben verwendet zu werden brauchen, sondern Behufs der Erbauung eines neuen Spitals aufgcspart werden können; wozu übrigens in so fern der Anfang gemacht wurde, indem der k. k. priv. Kotton-Druck-Fabrikant Herr Leopold Epstein edelmüthig mehrere tausend Gulden Konv. Münze zum Ankauf eines Baugrundes widmete, und wir können nun, trotz dem hie und da auftauchenden Streben nach dem wohlfeilen Ruhme, voraus zu zerstören, was ein Anderer aufbauen will, hoffen, daß in wenig Jahren statt des alten unzweckmäßig gebauten Spitals, eine der Würde und den Bedürfnissen der Prager Gemeinde mehr entsprechende Anstalt vollendet dastehen werde.- —. Dieser Tage traf hier die Allerhöchste Bewilligung ein, in dem Badeorte Karlsbad ein israelitisches Spital und Bethaus zu errichten, und Subskriptionen zu diesem Zwecke zu eröffnen. Dies zur vorläufigen Bekanntmachung. Sobald die betreffende Aufforderung Seitens des zu diesem Zwecke hier eingesetzten Komilö's angefertigt sein wird, soll sie an eine verehrliche Redaktion der Allgem. Zeit, des Judenthums zur Bekanntmachung eingesendet werden, und wir zweifeln nicht sie werde Alles, was an ihr liegt, aufbieten, um jene auch für das ferne Ausland wichtige Anstalt fördern zu helfen. &. Höreßburg, im März. (Privatmitth. Schluß des Reichstagsberichts, betreff der Emanzipation der Juden in Ungarn.) Die Seelenlosigkeit des öffentlichen Lebens hat es dahin gebracht, daß der Bauer in Brandwcin sein Heil suchen muß; also die Verfassung selbst hat die Juden mächtig und zu Herren der moralischen Kraft des Volkes gemacht; die Nothwendigkeit ist eS, jener allgewaltige Hebel, der die Gesellschaft in Bewegung setzt, daß jeder seinen Nebenmenschen zur Befriedigung seiner eigenen Bedürfnisse benutzen will. Es ist jenes Bedürfniß, von dem das Leben der Gesellschaft bedingt ist, welches das Dasein der letzteren unablässig den verschiedenartigsten Widerwärtigkeiten aussetzt, ein gewisses unstetes Element darin nährt, und das unaufhörlich abwechselnde Gemisch von Reichthum und Armuth, Roth und Ueberfluß hervorbringt. Dieses schwankende Element haben nicht die Juden hervorgebracht; es ist eine natürliche Eigenschaft der Gesellschaft, und kann man es ihnen verübeln, daß sie dieses Element zu ihrem Nutzen anzuwenden suchen, da sie von dem Jntresse jedes Standes und Ranges ausgeschlossen sind? Ueberdieß muß die Anerkennung erwähnt werden, daß die Juden ihren materiellen Wohlstand, wenn sie einen haben, meistens ihrer Sparsamkeit, ihrer Thatigkeit und ihrem Fleiße verdanken, so wie der Geschicklichkeit, mit der sie jede Erwerbsquelle ausspähen, um sie zu ihrem Nutzen zu verwenden. Was hat es dem Staate genützt, daß der Jude bisher von den bürgerlichen Rechten ausgeschlossen war? Er ist dabei reich (?) geworden, und sein Geld kann um so weniger zum Nationalvermögen gerechnet werden — da er nicht zur Nation gehört, da er kein Vaterland hat.— Es läßt sich nicht in Abrede stellen, daß an der jüdischen Bevölkerung Vieles auszusetzen ist; aber konnte dieß nach einer so langen Unterdrückung anders kom-

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