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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-03-18 · Heft 12 (18.3.1844) · p. Seite 170

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 12 (18.3.1844)
Date
1844-03-18
Page
Seite 170 (sequence 10)
Language
German
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170 Vorstadtbethause) einen populären Vortrag"), und I wurde derselbe in Folge der hochherzigsten Unterstützung des verehrungswürdigen, für die Beförderung des Gemeindewohls unermüdlichen, und wegen seines gemeinnützigen Strebens unvergeßlichen, Herrn Hofrathes, Kasimir Ritters von Milbacher, mittelst Dienstvertrages vom 20. August mit h. k. k. Gubernialbestätigung vom 17. September Zahl 52479 und verchrlichen k. k. kreisämtl. Jntimation vom I. Oktober Z. 11385 als Religionsweiser und Matrikelführer, mit der Verpflichtung zur Amts¬ und Dienstannahme vom I. November v. I. definitiv für die hiesige Gemeinde gewonnen, und ist derselben hierdurch, nach dem Sinne des höchsten Hofdekrets vom 7. Juli 1836 Z. 17719/1135 in religiöser Beziehung ein würdiges Organ zur Belebung geistiger Interessen sowol, als zur Vertretung bei der hohen Regierung, verschafft worden. (Schluß folgt.) Deutschland. Mannheim, im Jan. (Privatmitth.) Vorbemerkung der Redaktion. Da es sich bei der Polemik zwischen Herrn Akibon und Herrn Klausrabb. Wagner doch nur um Richtungen und Zustände handelt, so lassen wir ihr freien Raum, noch dazu, da der folgende Art. wahrscheinlich der letzte in dieser Sache ist.). Herr Wagner tritt in No. 4 dieses Blattes als Ritter auf, um mit meiner armen Seele wegen eines früheren Art. in No. 49 v. I. eine Lanze zu brechen. Ich muß gestehen, daß ich beim Schreiben letzterwähnten Artikels eher mit jedem Anderen als mit diesem angebunden zu haben glaubte, weil ich im Jrrthume war, daß ihn am wenigsten die Anklage treffe. Die Art und Weise, wie dieser Kämpe für seine Gemeinde in die Schranken tritt, hat mich eines besseren belehrt, und ich danke ihm hiermit öffentlich für seine Aufklärung, so schmerzlich sie auch mir ist. Herr Wagner hat überhaupt das Vortreffliche an sich, daß er uns nicht lange über seine Persönlichkeit im Dunkeln läßt: ich bin, sagt er gleich im Anfänge seines Artikels, „jeder Journal-Polemik entschieden abhold." Bei gewissen Leuten mag er durch diese Aussage von sich selbst ein gutes Stück vor und voraus haben, die wir dasselbe von uns durchaus weder behaupten können noch wollen. Ich in meiner Einfalt danke dem Herrn, daß es endlich auch für uns Journale und somit eine Oeffentlichkeit giebt, habe gerne wenn Andere mein Thun und Treiben, soweit es für weitere Kreise Interesse haben kann, vor das Forum der Oeffentlichkeit ziehen, und scheue mich auch gar nicht, geheimes Thun und Treiben, das seinen Schutz im Finstern sucht, zu beleuchten, öffentlich zu züchtigen und zu geißeln. Wo man der Oeffentlichkeit nicht gerne zu Rede steht, wo man dem öffentlichen Kampfe aus dem Wege geht oder — philosophisch ausgedrückt — der Journal-Polemik abhold ist: da fürchte ich entweder den Mephisto zu treffen, der entflieht, wenn er Morgenluft wittert, oder wenigstens — der Herr Ritter mag mir verzeihen — Jndifferentismus. Glauben wir ihm nun auch das gerne, was er von sich aussagt, so müssen wir zugleich bedauern, cs hinsichtlich seiner Aussage über uns nicht thun zu können. Er sieht in uns einen „pseudonymen Berichterstatter": ein aufmerksameres Lesen besagten Artikels hätte ihn leicht überzeugen müssen, daß wir durchaus keinen Bericht erstatten wollten; eine Nachfrage in Bagdad und Mekka, daß unsere Unterschrift nicht singirt ist. Herr Wagner findet im Artikel großentheils „wahrheitswidrige Angaben." Unsereins würde, wenn unsere Gemeinde von einem Pseudonymen durch wahrheitswidrige Angaben angegriffen wäre, ihm mit Bausch und Bogen zu Leibe rücken und die heuchlerische Maske vom heuchlerischen Gesichte reißen; Herr Wagner wartet bis der Verdacht, er habe den wahrheitswidrigen Artikel geschrieben, auf ihn fällt. Und dann? — dann sagt er eine Sottise, macht einen hübschen Knix und empfiehlt sich. Wäre ich Skeptiker, Herr Wagner, nach Ihrer Widerlegung in 6 mol — müßten Sie, und nicht ich, den Artikel geschrieben haben. Haben Sie den Artikel nicht geschrieben, so zeigt Ihre Widerlegung, daß auch Sie tief stecken im — Mannheimer Jndifferentismus. „Es kann und soll, nach Herrn Wagner, nicht „bestritten werden, daß in hiesiger jüdischen Gemeinde •) Bergt. Allg. Zeit. d. Zud. No. 41 S. 612.

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