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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-03-18 · Heft 12 (18.3.1844) · p. Seite 167

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 12 (18.3.1844)
Date
1844-03-18
Page
Seite 167 (sequence 7)
Language
German
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167 ein wanderndes Volk unter den Christen sind, daß eine bessere Zeit kommen muß und wird; wenn der Messias einst kömmt und die seit Jahrtausenden unter allen Völkern zerstreucte jüdische' Nation zusammensammelt, dann bildet das auserwählte Volk Gottes einen neuerglänzendcn Stactt. erhebt sich über alle andere' Völker die ihm zum Fußschämel dienen und über die es in Herrlichkeit regieren wird. Dieß glaubt der Jude und dieses muß er glauben, seine Religion bestehlt es ihm. Folgen dieses Glauben sind die vielen Messiasgcschichten, daß nämlich von Zeit zu Zeit ein neuer Messias auftrat, dessen Spuren meistens die von den ergrimmten Juden begangenen Grausamkeiten und allerlei Blutopfer waren. So geschah es als Benchochab als jüdischer Messias auftrat, indem der Fanatismus seiner Anhänger viele Griechen, Römer, besonders Christen auf die grausamste Weise niedergemetzelt hat. So verursachten in Persien während kurzer Zeit drei solche Messias die größten Unruhen. So wollten die Juden 1157 in Kordova die Ruhe Spaniens stören, wo sie doch vollkommene Bürgerrechte besaßen, ja der Fanatismus hat die Juden noch weiter geführt, denn am Rhein, namentlich in Worms haben die Rabbiner 1222 von einer jüdischen Jungfer den Ruf verbreitet, daß sie den Messias gebären werde, allein das Mädchen gebar eine Tochter. Und welchen /Aufruhr verursachte nicht Sabathai Zebi gegen das Jahr 1(565 in der Türkei. Ein an Wahnsinn grenzender Jubel entstand unter den Juden. In Amsterdam wo die Juden Bürgerrechte genießen, haben sie revoltirt und einen Gesandten an den neuen Judenkönig geschickt. Auch das arme Ungarn bekam einen gewissen Rabbi Mordachai im Jahr 1682 zum Messias, der im Oedenburger Komitat auftauchte aber nicht reussirte. Ich frage Sie l. Stände! wozu sind diese Messiasse alle aufgestanden? um ein neu-jüdisches Reich zu bilden und andere Nationen zu unterdrücken. Ich habe diese Daten nur darum angeführt, um zu beweisen, daß die Juden vermöge ihrer Religionsprinzipien für das Vaterland einer andern Nation keine Liebe empfinden können, und das sich diese Idee mit der Wohlfahrt des Landes durchaus nicht vereinigt. Ein anderes politisches Haupthinderniß ist, daß das Volk noch nicht reif genug dafür ist, das Volk siehet den Juden als einen Feind an, wie kann man erwarten das es die Juden unbedingt in seine Mitte aufnchmen wird? Wie kann es einem Menschen für seinen Mitbürger ansehen, dessen jede That, jeden Schritt cs als eine listige Waffe betrachtet, die sein Wohl bedrohet? einen Menschen, der mit ihm nicht aus einem Geschirre ißt, mit ihm nicht trinket, an seinen Freuden und Lustbarkeiten keinen Antheil nimmt, der eine unbekannte Sprache in unserem Lande als Nationalsprache hält. Ferner hat eine Nation thätige Mitglieder nöthig, der Jude aber schreckt vor jeder Arbeit zurück. Der Nahrungszweig der Meisten ist Schacher und Handelei, also größtentheils für das Vaterland verzehrend, nicht nutzbringend. Dann haben sie eine Menge Feiertage, daß beinahe die Hälfte des Jahres ohne Arbeit zugebracht werden muß, also eine Unmöglichkeit, daß ein solches Volk unbedingt jener Woylthaten theilhaflig gemacht werde, die sich aus der Kraft des bürgerlichen Lebens entwickeln. Viele Vertheidiger der Juden sagen zwar, der Talmud sei nicht so schlecht, als man ihn zu schildern pflegt, ich traue mich nicht das zu behaupten; vielmehr glaube ich in Anbetracht der Folgen mit Moritz Bloch, daß die im Talmud enthaltenen Grundsätze der Existenz christlicher Staaten zuwider sind; denn wäre dem nicht so, so würden die Juden kein solches Geheimniß aus der Kenntniß desselben machen, sondern sie würden ihr vor aller Welt aufdecken, damit man seine Wahrheit kennen lerne. Die Protestanten wurden wvl zu Zeiten der Reformation moralisch gezwungen ihre Glaubensprinzipien zu veröffentlichen, warum wollen dieß die Juden nicht thun? warum wollen sie uns nicht aufklären über das „Kol nidre" genannte Absolutionsgebet, über die Gojim? Warum strafen sie nicht Lügen den unter dem Volke seit Jahrhunderten herrschenden und nach Kirchner, Eisenmenger, Tenzel nicht ungegründeten unglückseligen und schrecklichen Glauben über die Anschaffung des getrockneten unschuldigen Blutes, welches sie bei schweren Geburten gebrauchen (!!) was sie umso eher thun sollten, da so mancher verdachterregcnde Grund vorhanden ist? obgleich der Aufgeklärte die Existenz eines solchen schrecklichen religiösen Gebrauches gern nicht glaubt, so wäre es doch die höchste Pflicht für die Juden da dieser Glaube unter dem Volke einmal herrscht, ein allgemeines Glaubensbckenntniß über derlei Mysterien und abergläubische Sachen abzulegen. Ein Theil der l. Stände will die Juden nur in den k. sr. Städten

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