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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-03-18 · Heft 12 (18.3.1844) · p. Seite 163

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 12 (18.3.1844)
Date
1844-03-18
Page
Seite 163 (sequence 3)
Language
German
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163 Leben. Um so eher glaubt die Redakt. im Rechte zu sein, dessallstge Berichte zu sammeln, die jedenfalls aus der neuen Welt neu sind. Hat sie nun erst in No. 4 einen solchen über die Jahresfeier der Hebrov ^ssistance Society am 15. Nov. a. p. gegeben, so fügt sie den folgenden über die Jahresfeier der Ilebrew Benevolent Society am 15. Januar auszüglich an, der ihr so eben direkt aus New- Pork zugekommen ist. Wir haben dort einen tüchtigen Deutschen als Korrespondenten gewonnen.] Herr M. Noah präsidirte; die'Gesellschaft bestand aus 400 Herren; bemerkenswerth war, daß unter den Gästen Ole Bull, Wallace und Bieux Temps sich befanden. Nach dem Segen, den der Rabb. Isaaks feierlich sprach, folgten Musik und Toaste, auf „die wohlthätigen Gesellschaften in der ganzen Welt, die große Fackel, die die Menschheit mit den Banden der Zivilisation einigt," „das Land der Freiheit und Duldung;" der Präsident berichtet, daß die Gesellschaft im vorigen Jahre 3000 L. St. verausgabte, womit auch Viele zur Rückehr in ihr Vaterland unterstützt wurden. Der Rabb. Isaaks nimmt Gelegenheit von der Anwesenheit Ole Bull's über das Verhältniß Norwegens zu den Juden zu sprechen: „Laßt Ole Bull, sagte er, nachdem er in diesem Lande sich so reichen Beifall erworben, den Norwegischen Edlen erzählen, daß er in der großen Stadt New-York die würdigsten und hochstehendsten christlichen Kaufleute mit Achtung und Liebe in brüderlicher Einigkeit an einer Tafel mit ihren jüdischen Mitbürgern sitzen sah. (Beifall!) Der Sekretär las die Liste der Schenkungen vor; als er „Ole Bull und sein Freund 100 L. St." las, wollte der Applaus nicht enden; Park Benjamin erhebt sich, und sagt: „Ich bin ersucht, von Seiten der Herren Vieux Temps und Wallace anzuzeigen, daß sie ein Konzert zum Besten dieser Gesellschaft geben wollen," was einen Sturm von Cheers hervorbrachte. Es kamen über 2000 Dollars zusammen. Unter den vielen Toasten war einer des Recorders von New-Uork bemerkenswerth, der den Juden hinsichtlich der Zahl der. Verbrecher das höchste Lob zollte. Ein Herr Joseph brachte einen Toast aus auf „die Poesie der Bibel." Herr Park Benjamin Esq. antwortete: „die Poesie der Bibel war die Poesie der Heimath. Lasset einen Mann wandern, wohin er will — nach fremden Zonen — trinken aus allen Quellen — prüfen alle Weine — er wird sich erinnern des Brunnens an seines Vaters Thüre, aus der er die erste Erfrischung schlürfte. Die Poesie der Griechen und Römer war sehr schön. Aber niemals kann sie sich vergleichen mit der Poesie Jesaia's, Salomon's, David's. Welcher Gott ist dem gleich, der zwischen den Cherubim sitzt und fährt auf den Schwingen des Windes?" Herr Benjamin schließt mit folgenden Versen: „Die erwählten Söhne Jscael's sind so fern und weit zerstreut, Wo der herrische Tiber fließt, wo die Atlantische Fluth rollt. Bei der Donau windigen Wassern, bei des Hudsons krystallnen Quellen, Wohnen die Myriaden Abkömmlinge der Propheten und Könige." „Ausgebrcitet längs den Thalcrn werden ihre Wohnungen gefunden. In den Wäldern sind sie Jäger, in den Niederungen Ackerbauer, Die aufsteigende Sonne schaut sie in glühenden Reichen, Und auf ihre zersplitterte Legionen blickt der Nordstern nieder." „In der alten Welt gedrängten Städten, in den Prärieen der neuen, Unverändert unter allen Veränderungen, immer treu ihrem Glauben, Gleicherweise bei des Nigers Wellen und des Niagaca's Fällen Fließt still, »»vermischt, der Strom ihres heldenmüthigen Blutes." „Ihr beklagt Euer dauerndes Exil, Euern in Staub geworfnen Tempel, Ihr vergeßt nicht das Versprechen des Allgerechten, Ihr wißt, baß Ihr sollt gesammelt werden von allen Zo- - nen und Küsten, Um auf immer die Erwählten Jehovah's zu sein." „Aus Assyrien, Aegypten, Elam — aus Pakmos, Kusch, Schinear — Aus Hamath und den Eilanden der fremden Seen, Bon allen vier Enden der Erde, wo Jscael's Kinder weilen, Sollen die Zerstreuten Juda's dringen zu ihrer lang vecheißnen Heimath."

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