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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-03-11 · Heft 11 (11.3.1844) · p. Seite 251

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 11 (11.3.1844)
Date
1844-03-11
Page
Seite 251 (sequence 11)
Language
German
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251 ihn für sich zu gewinnen glaubten. „Warum widersetzen Sie sich, meine Herren, und stören Sie die Jugend in einem Vorhaben, das Sie, wie ich überzeugt bin, nach zehn Jahren selbst begünstigen werden?" Und so gab es eine Zeit Waffenstillstand, aber nur um sich zu einem desto blutigeren Kampfe vorzubereiten. Der Senat, der es gewohnt war, von dem Rabbiner und seinen Klienten jedes Vorhaben gutgeheißen zu wissen, konnte die Schmach nicht ertragen, seine Auktorität von diesen Fremdlingen so mit Füßen getreten zu sehen und glaubte uns einen fühlbaren Streich führen zu müssen. Zugleich richtete man sich gegen die geehrten Mitglieder des hiesigen israelitischen Kasinovereins, die unser Vorhaben, wie schon gesagt, unterstützten und deren wohlthätiges Wirken in einer Kleinkinder-Bewahranstalt und ungarischen Sprachschule, erst jüngst in's Leben getretenen Instituten, nur allzu sichtbar ist, die aber in den Augen der Frömmler und Fanatiker ihres freien und humanen Denkens wegen nicht im günstigsten Lichte stehen, und indem man zwei Fliegen mit einem Schlage zu tödten glaubte, richtete man sich unmittelbar mit einer Petition an die Sladthalterei, alle Neuerungen einzustellen, von deren vortrefflicher Abfassung und günstiger Aufnahme bei dieser Behörde in Ihrem geehrten Blatte schon Erwähnung gemacht wurde. Mit Recht haben sie den Unwillen der ganzen ungarischen Judenheit sich dadurch zugezogen. Nicht nur, daß sie hiermit ihre Eingeschränktheit und Unwissenheit zur Schau getragen, sie haben auch, wofür sie sich am meisten zu rechtfertigen hätten, der im gegenwärtigen Landtage ohnedieß mit judenfeindlicher Stimmung behandelten Judenfrage sehr geschadet. Gleich im Anfänge, als die Petition hier ruchbar wurde, schritt man, nachdem deQ Senat das Anrathen, die Petition zurückzunehmm, nicht annehmen wollte, und die Charakteristik jpw fnap ö? bs'-nii-' strictissimo sensu vocis an sich bewährte, vom Kasino aus zu einer Gegeneingabe, in der man sowol auf wissenschaftlichem als theologischem Wege die Dummheit entkleidete. Doch bedingte sich der Senat eine Replique, gebraucht aber die Politik, dieselbe so lange als möglich zurückzuhalten, um, da ihnen eine Niederlage ahnet, ihren Feinden den Sieg nicht zu vergönnen -f, w tu tT’fp *6. Aber wie täuschen sich diese guten Leutchen; die Stimme der Menschheit, jener unbestochene Richter all' unserer Handlungen hat ein Urtheil über sie gefällt, das früher oder später vollzogen wird. Sie sind zum Abscheu eines jeden nur richtig denkenden Menschen geworden, und sie können sich nur dann von diesem Flecken rein waschen, wenn sie von! ihrem Vorhaben abstehen, und so sie nicht Energie j genug besitzen, für die gute Sache mitzuwirken, so ihr Ohr noch immer den Schmeichelreden des Rabbiners offen steht, noch immer sich geehrt fühlen, von diesem die vbisn ■'‘tim? genannt zu werden, doch wenigstens Andern nicht störend in den Weg treten. III. Zukunft. Aus dem Gesagten könnte man mich vielleicht der Meinung glauben, daß ich an dem Fortbestehen diej ser kleinen Stiftshütte gar nicht zweifle, daß ich fest! überzeugt wäre, es müsse aus dieser Wohnung (pian) j ein Tempel Gottes (irnp?an nra) werden. Ja wol ist dieß mein innigster Wunsch, obschon ich hier fremd bin, erhebt mich der Gedanke, daß Licht in Israel werde; daß man aller Orten, wo es nur Ju-! dengemeinden giebt, von dem Schlamme sich rein! waschen möge, der in den finstern Jahrhunderten sich uns ansetzte; daß wir dem Herrn mit Herz und nicht mehr mit bloßen Lippen, wie der Prophet uns vorwirft 'zmz pm D351 □■H3D Dnsu!3 dienen wollten, aber leider scheint mir dieser große und furchtbare Tag rrrism Vi-mh nr noch nicht erschienen zu sein. Die Finsterlinge machen eine noch zu große Majorität aus und um einem Trosse fanatischer Narren widerstehen zu können, sind die Kräfte der freien Gesinnten allhier noch zu schwach, und selbst bei diesen, um nur die Wahrheit zu gestehen, scheint das Wirken und Handeln für die gute Sache mit ihrem guten Willen nicht gleichen Schritt zu halten. Es ist nicht genug, dem Feinde das Vordringen abzuwehrcn, er muß aus dem Felde geschlagen werden, so der Sieg in dem Streite für die Goltessache (tmia aiüb ■'nb npibn'e) errungen werden soll. Aber zugegeben, daß der Fanatismus siegen, daß der Vorstand mit Hülfe seiner klingenden Boten die gebahnten Wege uneben machen, und die jammervollen Tage unsers Nationalunglücks noch einmal herbeirufen wird, so kann ich doch nur mit jenem griechischen Helden ausrufen „Einen solchen Sieg gönne ich meinen Feinden." Es wird eine Zeit kommen (unv diese ist Gottlob nicht mehr ferne) wo man diesen

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