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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-03-11 · Heft 11 (11.3.1844) · p. Seite 153

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 11 (11.3.1844)
Date
1844-03-11
Page
Seite 153 (sequence 5)
Language
German
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153 Jahren 1740 und 1741 löste sich die Gemeinde auf, da viele Israeliten nach Charleston in Süd-Karolina auswanderten. (Wird fortgesetzt.) Rußland und Polen. Posen, 26. Februar. In der D. A. Z. wird beuchtet: Der Ukas hat somit seine Härte größtentheils verloren, denn wenn auch für den Augenblick einige Tausend vagabundirende Juden in'S Innere des Landes geschafft werden, so bleiben doch alle Ansässigen vorläufig in ihren bisherigen Wohnorten, und daß sie innerhalb drei bis vier Jahren Gelegenheit finden werden, der Landesregierung den Beweis zu liefern, daß ihre untadelige, musterhafte Aufführung es billig und zulässig macht, sie in ihren bisherigen Wohnsitzen ganz zu belassen, bezweifelt Niemand, der die Juden und die Verhältnisse in Polen genauer kennt. Wien, 22. Februar. Herr v. Rothschild hat in der Angelegenheit der polnischen Gränzjuden mehrere Unterredungen mit dem hiesigen russischen Gesandten gehabt. Man will wissen Herr v. Medem habe seine Ansicht dahin ausgesprochen daß die Verordnung wegen der Ausweisung der Juden aus den russischen Gränzprovinzen und ihre Versetzung in das Innere des Reichs wahrscheinlich gar nicht zur Ausführung kommen werde. (A. A. Z.) Oesterreich. Prag, ö. Februar. (Privatmitth.) Der Bericht vom 8. Dezember v. I. muß dahin verbessert werden, daß jene dort für den 8. Januar d. I. voraus angekündigte Versammlung der Steuerpächter keine Generalversammlung, sondern nur die erste der Ausschußzusammentretungen war, wie sie von nun an regelmäßig monatlich statt finden werden. Unter diesen Umständen konnte auch die Direktorswahl nicht zur Sprache kommen, was auch nicht nöthig wäre, da der jetzige provisorische Direktor Herr Dvrmizer sich so lange als es ihm physisch möglich ist im Amte zu bleiben bereitwillig erwiesen hat, wodurch auch eine für die Besteuerten höchst ersprießliche Ersparniß erzielt wird; eine Rücksicht, die nie außer Acht gelassen werden sollte, in einer so außerordentlichen Lage, in welcher sich die böhmischen Juden der Judensteuer gegenüber befinden, wo die Reichen das Mögliche und die Armen das fast Unmögliche leisten müssen. — Nicht unerwähnt darf hier der in dieser Ausschußsitzung gemachte Vorschlag rücksichtlich der Reluirung der Judenfleischkreuzer in Prag bleiben. Bekanntlich muß jeder Jude für jedes Pfund Fleisch, das er kauft, 2 Tr. K. M. Sreuex zahlen, weil die 10 pct. vom falirten Vermögen, nebst den Pauschalien und der Familiensteuer nicht hinreichen um den reinen Ertrag von 216,000 Fl. K. M. — nicht 276,000 Fl. wie dieß in No. 52 d. vor. Jhrgs. der Allg. Zeit. d. Jud. irrthümlich abgedruckt wurde — an das Äcrar abführen zu können. Es hat sich nun ergeben, daß diese Last aus Umständen, die zu rügen nicht unseres Amtes ist, meist auf den Armen und den Mittelstand, weniger auf die Reichen zu tragen vertheilt war. Wenn nun der in dieser Beziehung gemachte Vorschlag nicht selig in das Reich der frommen Wünsche hinüber schlummert, dann steht auch von dieser Seite die Hebung einer großen Beschwerde zu erwarten, da diese Steuergattung zu Gunsten der Armen aufgehoben, und das dadurch zu erwartende Defizit durch eine billige und auf jeden Fall viel bequemere Repartirung auf die bemittelteren Gemeindeglieder gedeckt werden soll; wobei gewiß bald — besonders nachdem sich mehrere von unseren Reichen zu Bezahlung bedeutender Beiträge erklärt haben — ein höherer Ertrag in Aussicht gestellt ist, als bei der bisherigen mit Belästigungen verbundenen Einhebungsmethode; abgesehen davon, daß die mit dieser Einnahme in gar keinem Verhältnisse stehenden Regiekosten — nach stattgehabter Abfindung mit den dabei Angestellten — und die übliche Zurückerstattung an die Gemeindebeamten, als eine bedeutende Ersparniß zum Vortheile des Ganzen eingezogen werden könnte. Nebst dem materiellen Vortheile der aus dieser Maßregel hervorginge, könnte auch ein bedeutender moralischer Gewinn daraus erstehen, nämlich in der hierdurch zu erlangenden Ueberzeugung, wie das Ehrgefühl in der Mehrzahl unserer jüdischen Bevölkerung wurzelt, durch welches sich jeder angeeifert fühlen wird zur Tragung der allgemeinen Last nach seinem wirklichen Vermögen mitzuhelfen, ein Gefühl, das freilich nicht durch Androhung von Eidesauflegungen und Konfiskationen, wol aber durch eine Vertrauen verdienende Verthei-

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