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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-03-11 · Heft 11 (11.3.1844) · p. Seite 151

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 11 (11.3.1844)
Date
1844-03-11
Page
Seite 151 (sequence 3)
Language
German
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151 de France in Frankreich von Tag zu Tage mehr abgeben. — Von besonderm Interesse müssen Nachrichten über die Entstehung und den Fortgang der Gemeinden Jsrael's in der neuen Welt sein. Es wird eine Zeit kommen, wo Nord-Amerika für das Judenthum eine große Bedeutung gewonnen haben wird. Der immerfortige Zufluß von Juden dahin, der die Gemeinden auf ungeheure Weise anwachsen läßt, wird den Geist des Judenthums alldort beleben, und so einen neuen Schauplatz der jüdischen Entwickelung darbieten. Es werden da nun sehr eigenthümliche Momente zum Zusammenstöße kommen. Zuerst, die völlige bürgerliche Freiheit der Juden. Nord-Amerika ist das erste Land der Welt, wohin Juden kommen, ohne bedrückt zu werden. Die Entwickelung Jsrael's alldort hat also das Eigene, daß sie unter den goldenen Strahlen der bürgerlichen Freiheit beginnt und fortschrcitet. So löst sich dort das Problem: wie sich die Juden verhalten zu ihrer Religion ohne Druck und äußern politischen Verband. Zweitens findet in Nord-Amerika auch nicht eine Spur von kirchlichem Zwange statt. Also auch darin liegt ein Problem: wie sich die Religion Jsrael's erhält und gestaltet bei völliger Freiheit des Individuums. Drittens ist in Nord-Amerika ein Zusammenfluß aus allen Nationen, Traditionen aus allen Enden der Erde werden dahin zusammengetragen. So ist darin ein drittes Problem vorhanden: wie die Religion Jsrael's die verschiedensten Elemente zu einem Ganzen zu verschmelzen im Stande sei. Je mehr, allerdings erst in der Zukunft, die Lösung dieser Fragen das höchste Interesse in Anspruch nehmen wird, desto wichtiger ist es, die äußeren geschichtlichen Anknüpfungspunkt zu einer Zeit zu sammeln, wo die Heranschaffung derselben noch möglich ist. Aus diesem Gesichtspunkte fordern wir unftrn Kollegen jenseits des Weltmeers auf, die Materialien fleißig zu sammeln, und ziehen aus den vorliegenden Heften folgende Notizen *). Charlestown« Die ersten Ansiedler dieser Gemeinde waren Abkömmlinge der aus Spanien vertriebenen Juden. Im Jahre 1750 wohnten folgende *) Wir bemerken hierbei Herrn Leeser, daß uns die Nummern 2—6 fehlen. Redakt. Israeliten in dieser Stadt: Moses Cohen, (unter dessen Auspizien die Gemeinde gebildet ward,) Isaak de Costa, Joseph Tobias, Mefchod Tobias, Moses Pimenta (ein gelehrter Mann, der einen großen Eifer die Religion der Väter in dieser Gegend zu fördern, entwickelte,) David de Oliveira, Abr.de Costa, Mordechai Shefftall, Levy Shefftall, Michael Lazarus, Abr. Nunez Cardoza. Die Abkömmlinge der meisten dieser Personen leben noch und sind Mitglieder der Gemeinde. Am zweiten Tage des Jahres 5510 (1750) fand die erste Versammlung statt, Moses Cohen ward zum y> ms sni csn, Isaak de Costa zum zrn, Jos. Tobias zum 2212 und Philipp Hart zum bm» ernannt. Sic konstiluirten sich als eine religiöse Genossenschaft, und die Synagoge war ein kleines hölzernes Haus. Die Gemeinde war sehr orthodox, und wer das geringste Gesetz überschritt, wurde einer Synagogenbuße unterworfen. Die Gemeinde nahm den Titel rnnber ms wisp , und den Sefardischen Minhag an. Die Grundlage der Gemeinde war die Wohlthätigkeit, und es wurden jährlich über 400 Pf. Sterl. an die Armen verwendet. Für die Fremden wurde eine noch existirende Vsä 'n '-sn gestiftet. Die Gemeinde wuchs heran, und schon 1757 wählte sie ein größeres Synagogenlokal; nach mehrfachem Wechsel gründete sie 1781 die „alte Synagoge." — Als 1790 zu Kolumbia ein Konvent zur Revision der Staatskonstitution gehalten ward, und neun von unsren Brüdern zu diesem Konvent delegirt wurden, beschloß man Personen von bekannten liberalen Grundsätzen hinzusenden. Die folgende Korrespondenz zwischen einem der erwählten Delegirten und der Gemeinde kann zeigen, welchen hohen moralischen Standpunkt die Synagogenvorsteher cinnahmen. „An die jüdische Gemeinde. „Gentlemen — Ich fühle mich dankbar verpflichtet .für den Beistand, den ich von Ihnen und den Mitgliedern der jüdischen Gemeinde bei der letzten Wahl erhalten. Wenn der Einschluß (50 Guineen) der Armuth oder sonst einem Zwecke der Gemeinde dienen kann, so bitte ich ihn anzunehmen. Ich würde mich freuen, der Gemeinde irgend einmal einen Dienst leisten zu können. Christophore Knight." Die Antwort brachte die 50 Guineen zurück, und lautete: „Herr C. Knight —

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