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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-03-04 · Heft 10 (4.3.1844) · p. Seite 142

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 10 (4.3.1844)
Date
1844-03-04
Page
Seite 142 (sequence 10)
Language
German
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142 jeglichen widergesetzlichen Bedrückungen und Gelderpressungen bei der Versorgung der Juden mit Billeten vorzubeugen, oder damit die den Juden ertheilte Erlaubniß eines kurzen Aufenthaltes in Kiew nicht in einen längeren Müßiggang dieser Leute daselbst ausarte." —. Die Times, und nach ihnen das Journal des Debats sprechen sich über die Uebersiedelung der Juden sehr nachdrücklich aus. So ist endlich die europäische Presse über diesen Gegenstand aus ihrer Lethargie erwacht. Oesterreich. Preßburg, 11. November. Die schiefe Stellung, in die man die Judenfrage bei der diesjährigen Ständeversammlung dadurch gebracht hat, daß man anstatt allgemeiner Emanzipation nur das Bürgerrecht in den Städten zur Sprache bringt, offenbart sich immer mehr, und trägt üble Früchte. Die A. A. Z., die jeden Abweis unsrer Sache mit Jubel begrüßt, berichtet neuerdings: „In der vorgestrigen und in der gestrigen Zirkularsitzung sind die Deputirten in der Diskussion über das Städteoperat bis zu dem Paragraph über die Qualifikation eines Stadtbürgers gelangt. Dabei entstand die Frage, ob man es bei dem Vorschlag der Kommission, daß die in den Städten lebenden Juden des Bürgerrechts theilhastig sein sollen, belassen wolle. Für die Juden sprach vorzüglich Beöthy, und es schien fast die Wage zum Vortheil derselben sich zu neigen, so daß der Personal im Begriffe war den §. 99 als angenommen zu erklären, als sich die Städtedcputirten in Masse erhoben und gegen ein solches Konklusum protestirten. Hr. Ladislaus Komlosy, Deputirter des Debrecziner Komitats, hielt eine energische Rede gegen die jetzige Ertheilung jenes Rechts an die Juden, da diese Frage mit ihrer Emanzipation zusammenhange und so lange vertagt bleiben müsse, bis diese in die Berathung genommen werde. Auch konnte der Redner nicht begreifen, wie man den Städtejuden solche Privilegien ertheilen könne, während sie den auf dem Lande wohnenden verweigert werden. Die Sache blieb also in der Sitzung vom 10ten noch unentschieden, sie wird wahrscheinlich in der nächsten erledigt werden. —. Vom 10. Februar schreibt die A. A. Z.: „Viel Aufsehen erregte der von der Allg. Zeitung mitgetheilte Artikel eines ungarischen Israeliten, nur macht man mit Recht den Einwurf, daß die meisten jüdischen Gemeinden sich einer Emanzipation unwerth zeigen. Eben erst hat der Vorstand der Preßburger Gemeinde eine Eingabe an die Statthalterci gerichtet, man solle jede Neuerung verbieten. Als dieses Gesuch bei der letzten Kongregation des hiesigen Komitats verlesen wurde, erregte sie Murren und Gelächter, so thörichte Forderungen stellte sie, in so abgeschmackter Form, voll Schreibfehler rc." — (So etwas muß doch ad notam genommen werden!) Papa, 29. Januar. (Privatmitth.) Die Ungarischen Zeitungen sind wiederholt des Lobes für eine Anstalt voll, die noch einzig in unserm gesegneten Lande dasteht, und ihren Ursprung einem Israeliten verdankt. Es ist dies die Porzellansabrik, die erste und einzige in Ungarn, welche Hr. Moritz Fischer in Herend mit den größten Geldopsern und Anstrengungen hergestellt hat. Unter den vielen Zeitungsartikeln fügen wir hier nur die eine aus dem „Ungar" über die erste ungarische Gewerbeausstellung an: — — — Vor Allem nennen wir einige Erzeugnisse der, durch Hrn. Moritz Fischer aus Totis vor drei Jahren gegründeten Porzellanfabrik zu Herend bei Wesprim; — eine geschmackvoll gemalte und vergoldete Fischschüssel gehört ihrer bedeutenden Länge wegen (29 Zoll) zu dem Schwierigsten, was die Töpferkunst darzustellen vermag. — Hatte diese erst entstehende Fabrik sich aber auch durch weniger kunstreiche Leistungen empfohlen, so würde sie dennoch bei Besprechung eines Jnstitus, welches die Ermunterung und Belebung des vaterländischen Gewerbsgeistes zum Zwecke hat, in erster Reihe genannt zu werden verdienen; da es schwerlich einen zweiten Fabrikationszweig giebt, der im Verhältniß zu dem einst möglichen, ungewissen und jedenfalls nur mäßigen Gewinn eine größere Kapitalanlage, umfassendere Kenntnisse von Seiten des Dirigenten, größere nur durch Uebung zu erlangende Geschicklichkeit von Seiten der Arbeiter, und .daher größere Ausdauer und Beharrlichkeit von Seiten des Unternehmers voraussetzt. — Die erst seit einem Jahrhunderte nach Europa verpflanzte Porzellan-Manufaktur konnte daher auch nur da festen Fuß fassen, wo sie, wie in

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