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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-03-04 · Heft 10 (4.3.1844) · p. Seite 140

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 10 (4.3.1844)
Date
1844-03-04
Page
Seite 140 (sequence 8)
Language
German
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140 der in unschuldiger Absicht sündigt, so müssen Sie uns vorher dadurch von der Wahrhaftigkeit und Aufrichtigkeit Ihrer orthodoxen Frömmigkeit überzeugt haben, daß Sie sich öffentlich über den Widerstand j verantworten, den Sie der Erbauung der Synagoge l Menachem Zion entgegengesetzt. Sie müssen beweij sen, Hr. Lehren — und ich sage nicht umsonst: Sie! müssen, denn es wird sich vielleicht, wenn Ihr! Maaß voll ist, eines Tages zeigen, daß Sie wirklich j müssen! — Sie müssen beweisen, daß Ihre Handj lungsweise wenigstens in gutem Gla üben, stattgesunden, daß Sie selbst an Ihre zur Schau getragene Frömmigkeit glauben; mit andern Worten, Sie haben darzuthun, daß Sie bei Ihrer Opposition gegen das Hospital und die Schule von irgend einem nach Ihrer Meinung religionsgemaßen Beweggründe geleitet worden und dasi Sie nicht vielmehr lediglich in der Absicht handelten und handeln, eine Konkurrenz zu erdrücken, die Ihren Sammlungen Eintrag thun könnte — wie Sie denn auch in der That dieses Motiv hinsichtlich Ihrer Opposition gegen die Synagoge in Ihrem Zirkulare vom 12ten Kislev 5600 recht naiv mit dürren Worten eingestanden haben! y/!t-i“mm is: nrr,, — Nach talmudischen Grundsätzen — und die werden Sie doch wol nicht verwerfen wollen! — soll ein Jsraelite, der im heiligen Lande ein Haus oder ein Grundstück von einem Nichtisraeliten an sich kauft, sogar am Sabbat den Kaufbrief darüber schreiben', weil zu befürchten stehe, daß der Verkäufer einen Tag spater den Kauf bereuen möchte ([riroc] ira v^y ■parva ■»"m rra npibir nncn rrss, Baba kamma, BO, a — mo tir,pn Gittin 8, b). Welchen Werth die Talmudisten auf legen, kann und darf einem Nasi vom gelobten Lande, wie wenig er auch sonstein fein möge, nicht unbewußt sein. — Nun besaß aber die aschkenasische Gemeinde zu Jerusalem von undenklichen Zeiten her den Platz il. Jehuda Chasid's, der ihr jedoch seit mehr als 100 Jahren von den Türken gewaltthatig weggenommen und erst in Folge der rastlosen Bemühungen des würdigen li.Abraham Salomo Salomon durch Dekret der Machakima von Alexandrien d. d. 6. Rhamadan 1252 (Oktober 1834) wieder zuerkannt war. Für seine frommen und edlen Bemühungen wurde nun aber Hr. Abr. Sal. Salomon von Ihnen, Hr. Lehren, von Ihrem Agenten Pinzker, und von dessen russischem Patron und Prinzipal Duchamel zu Beyruth, allen erdenklichen Verfolgungen und Plakkereien ausgesetzt und sogar am 23. Thischri 5000 (Oktober lNiü) auf Requisition des erwähnten rusfischen Konsuls (mit dessen hohem Patronate Sie auch in Ihren Briefen so häufig groß thun!) verhaftet, und im Jahre 1842 wurde gegen die Vollendung der Synagoge Menachem Zion, deren Aufbau auf eben demselben Platze schon weit gediehen war, von Konstantinopel her ein Bau verbot erwirkt, dessen Zurücknahme die Gemeinde durch schwere Opfer sechs Monate später trotz Ihnen erlangte. Wie nun, Herr Hirschel Lehren, wenn Ihnen Jemand die oben angeführten Talmudstellen, und daneben auch die Vorschriften über :"zr;n n-rno und über in's Gedächtniß riefe und geradezu nicht blos das Epithet eines banc ymz, womit Sie gegen Ihre Gegner so freigebig um sich zu werfen pflegen, Ihnen, dem erzfrommen Manne, beilegte, sondern Sie auch als einen Vstct nsio, als einen Verrather an der heiligen Sache Israels bezeichnen — könnte dies nicht mir eben so großem Rechte und aus weit triftigeren Gründen geschehen? Sie haben in Ihrem Zirkulare von 1843, von Hrn. Kirchheim und von mir sprechend, (S. 18 ) geäußert: „ Sie, die das Wort des lebendigen Gottes verdrehen, mißdeuten auch unsere Worte, um uns in den Augen der Welt verächtlich zu machen u." — und Sie haben für diese Verdächtigung keinen einzigen Grund vorzubringen gewußt. Wenn wir nun aber behaupten, daß Sie, Herr Lehren, die Gesetze des talmudischen Judenthums, die Sie bei jeder Gelegenheit im Munde führen, mißachten und mit Füßen treten, so sind für diese Beschuldigung schlagende Beweise und Thatsachen vorhanden, und wir können, nochmals auf den Talmud zurückkommend, Ihnen die Ermahnung geben: üicp yzsy üicp,,. Im Angesichte von ganz Israel klage ich Sie an, daß Sie, in Verbindung mit Pinzker und Gagin, aus unlautern Absichten und Beweggründen gegen die Errichtung eines Hospitals und einer Schule in Jerusalem intriguiren und dadurch mittelbar den Abfall von dem Glauben an den Gott Israels befördern! — Geben Sie Antwort auf diese Anklage, wenn es Ihnen beliebt und recht-

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