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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-02-26 · Heft 9 (26.2.1844) · p. Seite 124

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 9 (26.2.1844)
Date
1844-02-26
Page
Seite 124 (sequence 8)
Language
German
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124 der geachtetsten Kaufmannsfamilien in diesem Lande an; der Gründer dieser Familie war der sel. Herr Aron Hart, der in Kanada mit dem General Haldinaud ankam und sich in Trois-Rivieres noch vor 1775 niederließ. Mehre Glieder dieser Familie nehmen jetzt hohe Stellungen in dieser Stadt, sowie in Montreal und Quebeck ein. Ezechiel Hart's Name ward bei den politischen Begebenheiten dieses Landes genannt. Im Jahre 1808 zum Repräsentanten von Trois-Rivieres bei den Provinzialständen erwählt, wurde seine Wahl in der Kammer wegen seines Glaubens kassirt; es war dies eine der Ursachen von der ersten Auflösung dieser Versammlung, welche Auflösung so tiefes Mißverständniß zwischen Sir James Henry Craig und der gesetzgebenden Versammlung veranlaßte und zahlreiche Auflösungen herbeiführte. Herr Hart wurde einstimmig wieder gewählt, aber er nahm seinen Sitz wegen der anderen Auflösungen niemals wieder ein. — Welche Achtung er seinen Mitbürgern eingcflößt, ersah 'man bei seinem Leichenbegängniß, während dessen die meisten Läden geschlossen waren; die Mitglieder des Gerichtshofes, die meisten Beamten, der Geistliche der bischöflichen Kirche, die Offiziere des in Trois-Rivieres liegenden 81sten Regiments folgten dem Zuge und bezeugten so ihre Ehrfurcht vor dem Charakter des Herrn Hart. Türkei. Konstantinopel, 28. Dezember. In No. 51. v. I. haben wir über die neuen Beschuldigungen berichtet, welche Griechen auf den Marmorainseln gegen Juden über den Mord eines Christenkindes erhoben. Das griechische Journal „Amalthea" zu Smyrna hat sich zum Organ der Griechen aufgeworfen und bewirkte, daß die Juden auf öffentlichen Plätzen vielfach belästigt wurden. Hingegen hat das •Journal de Constantinople in sehr gut geschriebenen Artikeln die Vertheidigung der Israeliten übernommen, und in einem Schreiben an Herrn Cremieux versichert, alle Kräfte für diesen menschenfreundlichen Zweck aufzubieten. Insbesondere nimmt sich die englische Gesandtschaft der Juden sehr an, sowie ein französischer Arzt Dr. Jacques de Castro den Fanatismus des griechischen Blattes kräftig zurückweist. Daß der Tag, an welchem der Prozeß in Konstantinopel vor sich gehen sollte, schon bestimmt war, hatten wir bereits bemerkt. JndenArck. isr.de France ist folgender Bericht darüber enthalten: „Das Urtheil über die Israeliten von Marmor« hat noch nicht stattgefunden. Man sagt, daß die Regierung einen Tag der nächsten Woche festgesetzt hat, um sich definitiv damit zu beschäftigen. Es geht hier das Gerücht, daß die Vertagung durch den griechischen Patriarchen bewirkt worden, der, da er erfuhr, daß die Israeliten sich siegreich zu vertheidigen im Stande seien; mit Leidwesen den Tag herankommen sieht, wo seine verläumderische Nation mit Schande vor der Unschuld zurückweichen muß. — Seine Hoheit hat dekretirt, daß der Prozeß vor dem höchsten Religionstribunal (Kawassir) vor sich gehen solle, das sehr unparteiisch ist. Dies ist ein unseren unschuldigen Brüdern sehr günstiger Umstand. Die verläumderischen Griechen haben diese Entscheidung Seiner Hoheit mit Schrecken vernommen. Ihr Patriarch hat den türkischen Offizier, der beauftragt war, ihm dieses Dekret zu überbringen, durch Geld zu gewinnen gewußt, ihn ihm nicht mitzutheilen, und zu sagen, daß er ihn verloren habe: um in der Zwischenzeit Schritte bei der Regierung dagegen zu machen, den Beamten durch Geschenke eine Aenderung des Befehls abzugewinnen und den Prozeß bei dem Zivilgericht', einem sehr parteiischen, bestechlichen, und darum den Griechen günstigen Gerichte, führen zu lassen. Aber Dank sei cs der Thätigkeit und energischen Vertheidigung des ersten Dolmetschers der englischen Gesandtschaft, das Vorgeben des bestochenen türkischen Offiziers und die Machinationen des Patriarchen wurden den Oberbehörden der Justiz entdeckt, die den Türken dafür, daß er das erste Dekret verloren haben wollte, absetzten und vor das Religionstribunal zitirten. Dies die Ursache der Vertagung." —. Durch die Vermittelung des englischen, österreichischen und toskanischen Gesandten hat die Pforte durch einen Firman festgestellt, welche verhältnißmäßige Preise von den türkischen Juden für die Bestattung europäischer Glaubensgenossen zu erheben seien. (A. isr. de Fr.) Holland. Ztvolle, 2. Januar. (Privatmitth.). Am 27. Dezember feierte die hiesige Gesellschaft Thifereth Ba-

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