Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 8 (1844)
- Issue
- Heft 8 (19.2.1844)
- Date
- 1844-02-19
- Page
- Seite 111 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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111 lich unter Unserer Höchsteigenhändiger Unterschrift und beigedrucktcm Königlichen Jnsiegel. Gegeben zu Berlin, den 24. Januar lb>44. (D. 8.) Friedrich Wilhelm." Berlin, im Februar. Aus Hannover und Breslau wird berichtet, daß der beabsichtigte Verein für Emanzipation der deutschen Juden vielen %n-. klang findet. Hingegen schreibt die Aachener Zeitung aus Leipzig: „Ueberraschend war es mir, in der „Posaune" und daraus in andern Blättern Nachrichten über den allerdings beabsichtigten Nationalverein für völlige Emanzipation der Juden zu finden, welche an die Spitze desselben ein Leipziger Konnte provisorisch stellen. Herr Dr. Freund muß von seinen Freunden in dieser letztem Beziehung sehr mißverstanden worden sein; denn er selber kennt den hiesigen Sachverhalt und die Gründe, aus denen die genannten und andere Personen, welche dem Unternehmen ihre innige Theilnahmc gern widmen werden, doch ganz von einer solchen Bctheiligung, wie die erwähnte, für jetzt abzusehen wünschen mußten. Vielleicht berichtigt er daher die Sache noch selber." Berlin, im Februar. (Privatmitth.) Vor einigen Tagen ist derselbe russische Jüngling Bary, der in Königsberg die lächerliche, aber auch verwerfliche Broschüre: „die Emanzipation der Menschheit" erscheinen ließ, worin er die unglücklichen polnischen Juden fürchterlich mißhandelte, den Reformverein in Frankfurt zum Himmel erhob, und auch gegen Sie, Herr Redakteur, losfuhr, so daß sich die Reformfreunde in Fr. beeiferten, all' dies in der Mannh. Abendztg. mit enthusiastischem Lobe auszukramen, zur christlichen Kirche über- und nach Rußland in den Staatsdienst abgegangen. Abgesehen von der Sache, die traurig genug ist, können Sie mehr Lob verlangen, als ihren Bestrebungen durch den Tadel und Haß solcher Gegner wird? — In den hiesigen Gemeindeverhältnissen hat sich die Aufregung wieder gelegt, und die Opposition ist verschwunden. — Berlin, 12. Februar. (Privatmitth.) Abermals war, wie bestimmt worden, eine Sitzung der Wähler, aber die Wahl ist wiederum vertagt worden, und zwar — ad graecas caiendas wahrscheinlich. Obgleich nämlich drei Verwandte des Dr. Sachs im Aeltestenkollegium sitzen, so hat sich doch jetzt eine gewisse Partei, die den Zusammenstoß des Rabbinatsassessors in Schulsachen besorgt, losgesagt, und will die ganze Sache rückwärts haben. Ich sage, was ich schon öfter bemerkt, es ist ein großes Unglück, wenn in einer solchen Gemeinde nur abgenutzte Autoritäten sind, denen aber ihr Schweif doch geblieben. Ich könnte Ihnen wirklich mehr von den hiesigen Dingen schreiben, aber da sich die Angelegenheiten hier nicht um Prinzipien, nicht um Streitfragen, überhaupt nicht um Streit, sondern um — Jntriguenspiel dreht, so halte ich den Raum der A. Z. d. Jud. für zu nobel dazu. Nennen Sie mir ein Resultat, das hier hervorgegangen, für das Allgemeine Interesse habend. Erinnern Sie sich der Sammlung für die Fakultät? erinnern Sie sich der Adresse an den Landtag? erinnern Sie sich der 10,000 Thlr. zu einer Stiftung bei dieser Veranlassung? Gedenken Sie des Seminars und dessen, was es nun geleistet bis heute, trotz der vielverkündeten Regeneration? Ueberall Tohu Wabohu — aber die große Wasserflut von Redensarten. —. Ich bin ersucht, zu erklären, daß die Nachricht, die vor Kurzem von der Schlcs. Zeit, aus die Runde gemacht, daß der Posener Oberravbiner Eger 'um der polnischen Erulanten wegen hier wäre, und alle dabei angegebenen Nebenumstände grundfalsch seien. Oesterreich. Kittsen, i. Februar. (Privatmitth.) Der israelitische Kassinooerein zu Preßburg begründet, um auch ein Schärflein zur Verbreitung der vaterländischen Sprache und zurKenntniß der heimischen Literatur beizutragen, ist eine ungarische Sprachschule. Als Lehrer dieser Schule wurde der durch seine Leistungen rühmlichst bekannte Herr I. Steinhard gewonnen. Der Lehrplan ist blos für Erwachsene berechnet, vorzüglich für Geschäftsleute, sowol für Anfänger als auch für jene, die bereits Vorkenntniffe dieser Sprache besitzen. — Unter den Pester Juden hat sich ein Verein zur Verbreitung der ungarischen Sprache und Literatur unter ihren Glaubensgenossen gebildet. <Pannonia.) —. Den 13. Januar überreichte das Präsidium bei der 13ken Zirkularsitzung eine Petition der sämmtlichen im Vaterlande wohnenden Israeliten, worin