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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-02-19 · Heft 8 (19.2.1844) · p. Seite 110

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 8 (19.2.1844)
Date
1844-02-19
Page
Seite 110 (sequence 10)
Language
German
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110 Von dem Ostfecftrandc, im Februar. (Privalmitlh.) So eben lese ich, daß Professor Frank in Paris (Vers. des Werkes über Kabbalah) zum Mitgliedc der dortigen Akademie der moralischen und politischen Wissenschaften gewählt wurde, wogegen der Ami de la rcligion natürlich ex officio eifert, aber vom Cimstitutionel und andern Blättern ernst zurückgcwicsen wird. — Was lassen sich daran für erbauliche Betrachtungen für die jüdischen Gelehrten in Deutschland knüpfen! — Gewiß haben manche christliche Gelehrte und wol sogar Akademiker in Deutschland von jüdischen Schriftstellern gar Manches gelernt und prositirt, etwa mehr, als französische Gelehrte aus Frank's Werk, (so weiß ich aus Erfahrung, daß das einzige Werk von Zunz: die gottesdienstlichen Borträge, vielen christlichen Gelehrten Stoff zu dicke» Abhandlungen gab); aber deshalb Zunz zum Mitgliede irgend einer gelehrren (oder ungelehrten) Gesellschaft in Deutschland zu machen, fallt wol Niemandem ein u. m. dergl. Wann wird doch das berühmte Wort Napoleons in dem Schreiben an Oriani auch in Deutschland in Bezug auf Juden Anklang finden und zur Wahrheit werden: „Tons les liommes de genie, fons ceux qui mit übten» 1111 rang distingne dans la republique des lettres, sont Francais, quei que soit le pays (la rcligion!) qui Ics ait v» naitre.“ — Haben Sic die Mvstercs de Paris gelesen? Gewiß! Auch die Geheimnisse von Berlin? Es ist merkwürdig und wahrlich charakteristisch: indem ganzen Werke von Eugene Suc") kommt das Wort Jude nicht vor, obgleich ich gar nicht zweifle, daß auch in Paris, ebensowol als in Deutschland Gauner zufällig auch Juden sein können; in den Berliner Mysterien;, (ein Heft, 50 Seiten) kommen in den 4 Kapiteln in jedem jüdische Gauner vor; ist dies nicht ein Beweis deutscher Gründlichkeit? — Frankfurt an» Main, 30. Januar. (Privatmitth.i Es ist jetzt hier völlige Stille eingetreten, und das ist gut. Denn so lange sie unterbrochen °) Eugene Sue, heißt es in den Zeitungen, geht jetzt mit einem neuen Werke: I« .laif erranl, um; das J. des Dc'bats und der Constitutione! streiten sich, wer es zurrst in seinem Feuilleton mittheilen soll. Wir sind sehr gespannt darauf. D. Red. war, gab es doch nur Lärmen ohne Nutzen und Frommen. Stein wird diese Woche hier erwartet, nicht um die Stelle anzutreten, aber doch um sich sehen und Horen zu lassen. Die Opposition ist bescheiden zurückgetreten. Aber ob Stein die Stelle annehmen wird, ist eine andere Frage. Denn man schränkt seine Wirksamkeit so ein, daß er weder auf Schule, noch auf Synagoge, weder nach innen, noch nach außen wird wirken können, so daß er sie kaum mit Ehren wird annehmen können.") Er wird einen Platz besetzen, aber die Lücke in der Gemeinde nicht ausfüllen. Wir werden einen Rabbincn haben, ohne daß er der Gemeinde wird wesentlich nützen können. x. x. Preußen. Berlin. Die Gesetzsammlung No. 3. enthält folgende Deklaration: „Wir Friedrich Wilhelm, von Gottes Gnaden, König von Preußen rc. rc. erklären zur Beseitigung entstandener Zweifel auf den Antrag Unseres Staats-Ministeriums und nach vernommenem Gutachten Unseres Staatsraths, daß die Juden auch in denjenigen neu- und wieder erworbenen Landestheilcn, in welchen das Allgemeine Landrecht Gesetzeskraft hat, aber weder das Edikt vom II. März 1812 (Gesetzsammlung S. 17) noch die vorläufige Verordnung wegen des Judenwesens im Großherzogthum Posen vom I. Juni 1833 (Gesetzsammlung S. 66) cingesührt ist, erst mit dem vollendeten vierundzwanzigsten Lebensjahre die. Volljährigkeit erlangen. Jedoch sollen in denjenigen Gerichtsbczirken, in welchen bisher von dem ordentlichen persönlichen Richter das vollendete zwanzigste Lebensjahr als der Majorennitäts-Termin der Juden angenommen worden ist, diejenigen Juden, welche bei Publikation der gegenwärtigen Deklaration bereits das zwanzigste Jahr zurückgelegt haben, auch fernerhin in allen ihren Verhältnissen als großjährig angesehen werden. Urkund- *) Wir sind der Ansicht unseres Herrn Eorresp. nicht, denn ein so tüchtiger Mann, wie Stein, wird sich schon Raum und Bahn schaffen. „Mit der Zeit psiückt man Rosen," ist ein'altes Wort. D. Red.

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