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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-02-12 · Heft 7 (12.2.1844) · p. Seite 91

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 7 (12.2.1844)
Date
1844-02-12
Page
Seite 91 (sequence 7)
Language
German
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91 über den Zweck dieses Festes gesprochen, die Toaste auf das Wohl II. k. k. Majestäten, des allerdurchlauchtigsten Kaiserhauses und des durchlauchtigsten Erzherzog-Landeschefs aus, welche mit einstimmigem, stürmisch wiederholtem Lebehoch! in allen drei Sälen beantwortet wurden. - Hierauf brachte unser würdige Herr Vorsteher Landau dem anwesenden Herrn Hofrath und; Stadthauptmann Edlen von Muth, und dem Herrn Appellationsrathe und Bürgermeister I. Müller ein Lebehoch! welches Ersterer dadurch erwiederte, daß derselbe einen Toast auf die ganze jüdische Gemeinde und ihre Vertreter ausbrachte. Jnnigst ergriffen von solch' seltener Eintracht, spendete der anwesende Fabrikant, Herr Ignaz Lederer 50 Fl. K. M. für christliche und jüdische, und der ebenfalls anwesende Herr David Tritzsch 25 Fl. K. M. zur Bekleidung jüdischer Arme. Am Schluffe wurden jedem der 250 Bewirtheten durch den sämmtlichen isr. Handlungsvorstand, und zwar Herren S. L. Kuh, Ernst Wehli, Gottlieb Wehle, Wolfgang Löwenfeld und Ezechiel Kuh, 20 Kr. K. M. auf die Hand gegeben. So endigte ein Fest der Huldigung treuer Unterthanen, so endigte ein Liebesmal, das keinen Glaubensunterschied anerkannte, so endigte ein Fest brüderlicher Eintracht! Ar«td, 29. Oktober. (Privatmitth.) sVorbemerkung der Redaktion. Durch besondere, außer unserer Macht stehende Hindernisse ist uns der folgende Bericht erst jetzt zugekommen. Wir hallen es jedoch noch nicht für zu spät, ihn mitzutheilen. Und zwar aus folgendem Grunde. Im Jahre 1840 hallten die Säle des ungarischen Reichstages von einstimmigen Botis für die Emanzipation des Israeliten wieder, und diese frische Einstimmigkeit machte große Wirkung. Im Jahre 1843 gerade das Gegentheil, und der Sieg unsrer Angelegenheit wurde mit Mühe erkämpft. Um so wichtiger ist es, in das Detail, zu schauen. Der folgende Bericht ist von der Hand eines Christen, eine treue Uebersetzung des Referats aus dem Pesti Hirlap vom 15. Oktober nebst einigen Schlußbemerkungen des Uebersetzers.) In der 75sten Zirkular-Sitzung der löbl. Stände am 10. Oktober wurde zur weiteren Debattirung über die städtischen Angelegenheiten der 99ste Abschnitt, der von den bürgerlichen Befähigungen handelt, verlesen. Da die Verhandlungen von 9^—2 Uhr ununterbrochen dauerten und vielleicht noch zu mehren Sitzungen Anlaß geben werden, so wollen wir den Inhalt dieses Abschnittes in seinem ganzen Umfange mittheilen. Er lautet: „Alle Glieder der städtischen Gemeinden, welche weder unter väterlicher, noch vormundschaftlicher oder herrschaftlicher Obrigkeit stehen, sind ohne Unterschied der Geburt und der Religion, die Juden nicht ausgenommen, Bürger, wenn sie a. im Stadtgebiete Grundeigenthum besitzen, das allein und ausschließlich ihnen gehört; oder wenn sie b. im Stadtgebiete 3 Jahre lang als Handwerker, Fabrikanten oder Kaufleute gewohnt haben, ihre eigene Werkstätte, Fabrik oder resp. Handlungsfonds besitzen, und von ihrem Gewerbszweige direkte Steuer zahlen; c. außerdem können Bürger alle diejenigen werden, welche im Stadtgebiete wenigstens 4 Jahre lang ansässig sind, wenn sie in größeren Städten ein beständiges, sicheres und ehrbares Einkommen von 400 Fl., in kleineren Städten von 300, in den kleinsten aber von 200 Fl. ausweisen können, und sie von diesem Einkommen fortwährend direkte Steuer gezahlt haben und noch zahlen." Bei .dieser Gelegenheit kam die Emanzipations- Frage auf's Tapet, und zwar theils im Allgemeinen, theils aber nur in sofern, ob es rathsam sei die Emanzipation nur so als Nebending und thcilweise, ausschließlich in Bezug auf die k. Freistädte in Vorschlag zu bringen. Bevor wir die Debatten anführen, sei es uns vergönnt, mitzutheilen, daß die Befähigung der Juden zu bürgerlichen Aemtern und Rechten von 26 Komitaten gegen 21 ausgesprochen worden. Für die Kapazität der Juden stimmten die Komitate: Abauj, Arad, Bars, Bekes, Bikar, Borsvd, Csanäd, Csongrud, Feher, (Stuhlweißenburg) Heres, Hont, Liptau, Marmaros, Neograd, Pest, Sümegh, Szabolos, Temes, Torontal, Trenosin, Ung, Zala, Zolyom, (Sohl) Vas, (Eisenburg), Veszprim; — Turopolya, Fiume, Bukkari; dawider waren die nicht genannten Komitate (ausgenommen Szatnnir und Neutra, welche nicht stimmten), dann die Distrikte und die Geistlichkeit. — Aus dem Ergebnisse dieser Abstimmung im Vergleich mit dem des vorigen Landtages zeigt sich die traurige Erscheinung, daß die Frage der Emanzipation, welche damals fast mit allgemeiner Begeisterung ausgenommen worden, viel von ihrer Volks-

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