Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-02-12 · Heft 7 (12.2.1844) · p. Seite 90

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 7 (12.2.1844)
Date
1844-02-12
Page
Seite 90 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3224737-3225335-3225343--05835-3314615
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

90 Uebrr die spezielle Gestaltung des Vereins verlautet noch Nichts. Deutschland. Schwerin (Meklemburg), 1. Februar. (Privatrnitth.) So eben ist folgendes großherzoglicheS Reskript an den Landrabbinen vr. Holdheim erfolgt: Friedrich Franz von Gottes Gnaden, Großherzog von Meklemburg -c. Euer Jahresbericht vom 28. November v. I. ist ein erfreulicher Beweis gewesen, daß ihr auch im verflossenen Jahre es euch mit Ernst und Pflichttreue habt angelegen fein lassen, auf den kirchlichen und religiös-sittlichen Zustand Unserer israetitischen Unterthanen wohlthätig einzuwirken. Indem wir hieraus gerne Veranlassung nehmen, euch dieserhalb Unsere Zufriedenheit auszusprechen, freuen Wir uns, euch gleichzeitig eröffnen zu können, daß in der Voraussetzung, ihr werdet in eurem redlichen Wirken für das Wohl eurer hiesigen Glaubensgenossen auch ferner ausharren, euch von Johannis d. I. excl. ab eine Gehaltszulage von hundert Thaler [>. I landesherrlich zugestanden worden ist. Rücksichtlich der in eurem Jahresberichte zur Sprache gebrachten verschiedenen Wünsche werdet ihr nach Befinden weitere Bescheidung zu gewärtigen haben. Gegeben durch Unsere Regierung. Schwerin, den 20. Januar 1844. Ad mandatum Serenissimi speciale. L. v. Lützow. Oesterreich. Prag, 30. Januar. (Privatmitth.) „Wenn du dem Hungrigen brichst dein Brod, wenn Du den Unglücklichen und Armen dir bringst ins Haus, so wird dein Licht anbrechen, wie der Morgen, und dein Heil bald emporsprießen." Ies. 58, 7. 8. Allgemeiner Jubel beherrscht Stadt und Land, seitdem die Kunde sich verbreitet, daß Seine k. k. Majestät, unser allergnädigstcr Kaiser und Herr einen hohen Sprößling des erlauchten Kaiserstammes, Seine kais. Hoheit den Erzherzog Stephan, zum Landcs- Chef von Böhmen eingesetzt. Die Menschenfreundlichkeit, Milde und Herzensgüte dieses erhabenen Prinzen erfüllen jeden, der das Glück hat, sich Höchstdemselbcn zu nähern, mit den innigsten Gefühlen der Freude, und jeder ergreift mit Enthusiasmus eine sich darbietende Gelegenheit, solche an den Tag legen zu können. Die hiesige Bürgerschaft, in allen Korporationen vereinigt, brachte Höchstdemfelben einen glänzenden Fackelzug. Der israelitische Handelsvorstand, vereinigt mit den Repräsentanten des Fabriksstandes, wollten auch ihre Gefühle der Freude an den Tag legen, sie glaubten, daß sie dem wohlwollenden Herzen des erlauchten Prinzen am Besten entsprechen, wenn sie den Armen dieser Stadt, ohne Unterschied des Glaubens, einen frohen Tag bereiten; sie gaben daher am 25sten d. Mts. in den Lokalitäten der israelitischen Hauptschule, welche mit Genehmigung des hochwürdigen Schulenaufsehers, Herrn Kanonikus Rauch, dazu verwendet wurden, ein Festmal von 250 Gedecken. Es wurden 250 Arme, und zwar 50 aus jedem der 5 Stadttheile mit Eintrittskarten versehen; indem 200 dieser Karten dem Herrn Sub-Direktor des Armeninstitutes, Herrn Kanonikus Thomck, 50 aber unserem würdigen ersten Gemeindevorsteher, Herrn M. I. Landau, zur Vertheilung übergeben wurden. Die Lokalitäten, die mir den Bildnissen der erlauchten Regenten des Habsburg-Lothringischen Kaiserhauses geziert waren, enthielten in 3 Sälen 5 Tische, je mit 50 Gedecken; auf jedem Tische stand auf einer Tafel der Stadttheil angezeigt. Im ersten Saale war das Bildniß des allgeliebten Kaisers, im dritten das des erlauchten Landes-Chefs dekorirt. Herzerhebend war der Anblick, 250 arme und gebrechliche Menschen, einen Augenblick ihres Elends vergessen, froh und munter zu sehen. Auch hatte dieses Fest der Menschlichkeit viele Menschenfreunde ohne Glaubensunterschied herbeigezogen und die würdigen Vorsteher unserer städtischen Behörden, der k. k. Herr Hofrath und Stadthauptmann, Edler v. Muth, der k. k. Herr Appellalionsrath und Bürgermeister I. Müller, sowie der obgenannte, Herr Sub-Direktor Sr. Hochwürden Kanonikus Thomck beehrten dieses Festmal mit ihrer Gegenwart. Nach geendigtem Male brachte der isr. Handlungsvorsteher und Schulinspektor Herr Ernst Wehli, nachdem derselbe einige, aus dem Herzen kommende Worte

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.