Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 8 (1844)
- Issue
- Heft 6 (5.2.1844)
- Date
- 1844-02-05
- Page
- Seite 70 (sequence 2)
- Language
- German
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70 denken: von Deutschland ist drc geifti^c Bewegung Lus Judenthum der neuesten Zeit gekommen; in Deutschland haben dir Hauptkämpfe bis jetzt statt gefunden; was Spanien dem mittelalterlichen, was Polen dem Judenthum in den vorigen Jahrhunderten gewesen — das j ist ihm jetzt Deutschland: um so näher liegt die Pflicht, j alle Mittel zu fördern, wodurch das Judenthum einem j sicherer» Ziele zngcführt werden könne. Zandern wir nicht.! Von dem rechten Geiste beseelt, können wir vereint j Großes wirken. Die Jndenheit der anderen Länder wird j sich an uns anfrichten. Es wird nicht mehr heißen, daß! die deutschen Rabbinen nur zu zerstören vermögen, son- ' dern daß wir auch aufzubancn verstehen. Es wird eine j große Ehre für das deutsche Judenthum, insonders für! das deutsche Rabbinerlbnm sein! Vor aller Welt thun! wir dar, welch' großen, tiefen Ernst wir haben. Ein Jeder siebt es cm, daß wir nicht zu jedem Einzelnen, noch besonders ausfordernd, hierbei treten können. Wir tbun darin das Mögliche, aber mit wie vielen standen wir bis jetzt in gar keiner Verbindung. Es ergebt also noch einmal und besonders die Bitte, daß Jeder uns seine Ansicht und seinen Willen eröffne. Der Herr segnet jedes Werk des Friedens, das um Seinetwillen unterncmnien wordm, ZeiLmsHsuachxiehten- Prellßcn. . Köln, 10. Januar. Seit I"41 hat sich die Einwohnerzahl jüdischen Glaubens allhier von ')8;> auf 7S4 erhoben — also um 200 Seelen vermehrt. I Köln, Ib. Januar. Bekanntlich machte der hie-! sige jüdische Künstler Levy Elkau dem Referenten des; ersten Ausschusses beim letztverslossenen Landtage für l sein treffliches Referat in der Judensache ein werthvolles Kunstgeschenk, bestehend in den äußerst gelun- : gencn zwölf Aposteln. Bor einiger Zeit hatte Herr Levy die Freude, ein Antwort- und Dankschreiben; von jenem Referenten zu empfangen, das sich auf j das herzlichste über die ihm gewordene Anerkennung i auSspricht und zugleich meldet, wie der Referent der ' Hoffnung lebe, der Landtag von >843 werde einem reichen Samen gleichen, der treffliche Früchte bringe. Was die Aufhebung des uapoleonifchcn Ediktes von ISO* betrifft, so füllt Der Landtagsabschied in Aussicht, die Erklärungen des rheinischen Landtags würden bei dm obschwcbenden legislativen Beruthungeir über die Jude» in Erwägung gezogen werden. Hoffen wir, daß diese Erwägung zu dein freundlichen Ziele gelange, Vas die Rheinprovinz durch den Mund ihrer Vertreter so laut und bestimmt ausgesprochen hat. (Düsseld. Zeit.) Magdeburg, 28. Januar. (Privatmitth.) Man weiß, daß mit der Auflösung des westphälischcn Königreiches auch die Auflösung des israelitischen Konsistoriums für Westphalen (zu Kassel) vor sich ging. Zwar sollten die Israeliten in den Theilen, die an Preußen zurückfielen, in derselben Verfassung verbleiben, und wurde dies namentlich durch eine Kabinctsordre vom 8. August 1830 wiederholt und bestimmt ausgedrückt: allein ebenso wie in staatlicher Beziehung das Herz jener Verfassung der Israeliten in Westphalen trotzdem ausgeschnitten ward; also ist sie auch in der Provinz Sachsen in geistlicher Hinsicht nicht wiederhergestellt worden. Während am Rheine die Konsistorien Trier, Erefeld, Bonn verblieben, erhielt die Provinz Sachsen keines, da sie zu Kassel gehört hatte, und blieben die jüdischen Gemeinden völlig ohne Verband, eine jede für sich, eine Menge kleiner Republiken. Da nun noch dazu die meisten Gemeinden der Provinz Sachsen sehr klein sind, so war an nichts weiter zu denken, als daß sich jede begnügte, einen Schächter und Vorbeter mir öO—OOThlr. Gehalt anzuschaffen. Um so mehr ist cs hervorzuheben, daß mit dem I. Januar eine große Zahl dieser Gemeinden freiwillig unter das Rabbinat des ». Philippson getreten ist, mit der Verpflichtung, daß derselbe jährlich einmal in jeder dieser Gemeinden predigt, die Kinder konsirmirt, den Religionsunterricht beaufsichtigt ff. Wofür sie nicht anstanden, ihm eine Vergütung in einem kleinen jährlichen Honorar auszusetzen. WaS besonders aber eine rühmliche Erscheinung ist, da die Gemeinde zu Quedlinburg nicht gut im Stande war, die dadurch entstehenden Mehrkosten auf ihrem Etat zu tragen: so hat der dortige Magistrat die sammtlichen Kosten in einer nahmhaften Summe auf seine städtische Kämmereikaffe übernommen! Stolp, im Januar. (Privatmitth.) Meinem Versprechen, Ihnen das Resultat der in Ihrem ge-