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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-01-22 · Heft 4 (22.1.1844) · p. Seite 51

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 4 (22.1.1844)
Date
1844-01-22
Page
Seite 51 (sequence 11)
Language
German
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51 er die schwersten Variationen zur Violine. Von der Natur mit außerordentlicher Geistesfähigkeit begabt, ein unverkennbares Tonkünstler-Genie besitzend, scheint er bestimmt, auf diesem Felde der schönen Künste eine neue Periode zu eröffnen, und für Ungarn ein Ernst zu werden. c) Der eben zwölfjährige Eugen Singer, Schüler des pesther Juden David Kohn, besitzt auch ein großes Musik >Talent und ließ sich wie die Ungar, und deutschen Blätter Ungarns und Siebenbürgens berichteten — in Pesth, Klausenburg und Hermannstadt mit Beifall hören. Als Kupferstecher zeichnen sich die beiden Juden 6) Kohlmann und e) Ehrenreich besonders aus; wer kennt nicht des Letztem ergötzende Bilder der ungarischen Geschichtet —" Damit schließt Dr. Rumy seine „Unbefangene Betrachtung." — Möge das menschenfreundliche Streben dieses Gelehrten von den schönsten Erfolgen gekrönt werden, und mögen diese glänzenden Erscheinungen am Horizonte der geistigen Thätigkeit ungarischer Israeliten der jüngern Generation zu nachahmenden Mustern dienen! — F. F. Oroß-Ketskerelr (im Banate), 25. Dezember. (Privatmitth.) Nachstehendes wird von hier der Ofen- Pesther Zeitung geschrieben: In unserem lieben Vaterlande giebt es keinen Ort, wo die sozialen Verhältnisse auf einer den Menschen ehrenderen Stufe stehen, als hier in Groß-Betskerek, welches man in der Beziehung mit Recht das magyarische Philadelphia nennen könnte; denn hier kennt man den Unterschied der Religion und Konfession nur dem Namen nach; man achtet und ehrt das Verdienst, wo man es erkennt, und liebt den Guten, wo mau ihn findet, und Jude und Christ, so wie die christlichen Konfessionen untereinander (Katholik, Reformirter, Illyrer rc.), leben hier in einer Eintracht und Freundschaft, die wahrhaft stannenswerth sind. So wurden unter dem in letzter Zeit hier neuerrichteten bürgerlichen Jägerkorps auch Israeliten als wirkliche Mitglieder — mit gleichen Rechten und Verpflichtungen — ausgenommen, und als neulich (24. Okt.) der hiesige 22jährige israelitische Buchhändler, Ludwig Bettelheim, starb, wurde er von dieser Bürgcruuliz, welche sich durch ihre elegante Ausstattung und wahrhaft militärische Haltung auf das Vortheilhafteste auSzeichnet, e» parade, mit ihrer Musikbande an der Spitze, welche paffende Trauermarsche exekutirte, feierlich zu Grabe geleitet. Dem Sarg folgte außer den Israeliten, welche nicht in alltäglicher Kleidung (wie sonst üblich), sondern in festlichem Anzüge erschienen, auch ein ansehnlicher Theil der hiesigen christlichen Einwohner aus allen Ständen, und unter den vielen Honoratioren gewahrte man auch den Stadtrichter v. Tichy, und den Stadthauptmann v. Szavits. E. Bchr. Palanka, (Batser Komitat), 29. Dezember. (Privatmitth.) Wenn Geist und Herz das Gepräge der sie umgebenden Natur aunehmen, müßten die Menschen hier bildungsreife Wesen sein; da aus dem üppigen Schooße der Erde die reichsten Naturgaben hervorblühen. Allein es bietet sich den sehnsüchtigen Blicken das betrübendste Gegentheil dar; ans Mangel an Geisiesanbaucrn überschattet hier das Unkraut der tiefsten Rohheit alle Seetenkräste, und entziehet ihnen den nährenden Lebeusstoß.- das Bestreben. RaLyen und Schwaben bilden die hiesige Volksmasse, unter welcher jeder höhere Geistesfunke ersticken muß; und trotz einer solchen Beschaffenheit des beträchtlichsten Theils der Ortsbewohner erwachten hier die Israeliten aus ihrem langen Geistesschlafe und blicken einer schönern Zukunft entgegen. Vier edelgesinnte Männer sahen den traurigen Zustand der Jugend ein; und um dem Unheil Schranken zu setzen, nahmen sie Herrn Popper zur Errichtung und Orgauisirung einer hebraischuugarischen Gemeiudeschule als Oberlehrer aus, welches Amt er schon an vielen Orten, wo er ebenfalls Schulen gründete, verwaltet hat. Trotz der gemeiunutzigsten, reinsten Absicht der vier wahrhaft nenuenswürdigen Männer: S. Fürst (jetzt Gemeindevorsteher), L. Fürst, M. Reitzer, M. Abelsberg, bildete sich eine erbitterte Gegenpartei von rohen Schwachköpfen, so daß benannte den schwersten Kamps zu bestehen batten, und nur der beharrliche Muth, so wie die eiserne Geduld des ersten konnten den Sieg davon tragen. Nachdem die Schule, zu welcher sie auch einen ungarischen Lehrer, einen dieser Sprache vollkommen mächtigen, gebildeten jungen Mann nahmen, schon zwei Monate im zweckmäßigsten Gange gewesen war: wurde am 23. Dezember die Einweihnngsfeier abgehaltcn. Der Herr Stuhlrichter Latinovits, die hochwurdige Geistlichkeit, der kammeralische Verwalter, so wie viele andere kammeralische Beamten und angesehene Nichtisraeliten waren zugegen. Der hockwürdige Ortspfarrer hatte sogar Musik mitgebracht, welche jede Pause der Feierlichkeit ausfüllte. Um 3 Uhr Nachmittags begann die Einweihuugsseier, bei welcher der Hauptsaal erleuchtet war, mir einem von der sämmtlichen Jugend schön gesungenem deutschen Bewillkommungs - und Andachtsliede, worauf ein Psalm des königlichen Sängers folgte, nach dessen Beendigung der

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