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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-01-22 · Heft 4 (22.1.1844) · p. Seite 52

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 4 (22.1.1844)
Date
1844-01-22
Page
Seite 52 (sequence 12)
Language
German
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52 Herr Oberlehrer die Rednerbühne betrat, und eine gehaltvolle, gut ausgeführte Rede über den Zweck der Schule hielt. Hierauf fleheten zwei Mädchen und Knaben auf muflerhafte Weise für das Wohl des Regentenhauses, des gesammten Vaterlandes, des Komitats, so wie aller Anwesenden den Höchsten an, und der ungarische Lehrer empfahl in einer kräftig magyarischen Rede die Lehranstalt dem Schutze der gnädigen Herren, welche die thätigste Mitwirkung versprachen; ja, der Herr Verwalter äußerte sich sogar, er werde sich an die Kammer wenden, um einer so zweckmäßig organistrteu Schule das Privilegium zu erbeten. Zum Schluffe hielt ein Zögling auf eine hier noch beispiellose Art eine ungarische Danksagungsrede an die Zuhörer, und das magyarische Volkslied „Gott erhalte" rc. erscholl im lieblichen Gesänge der Schuljugend. Aber am meisten ward durch die edelmüthige Gesinnung des höchst humanen Herrn Stuhlrichters Latinovits die Feierlichkeit verherrlicht, indem er sehr ansehnliche Geschenke armen Schülern zu Theil werden ließ, und die kräftigste Unterstützung sowol diesen als der gesammten Schule für die Zukunft versprach *). Joseph Szemes, Kaplan. *) W''r nahmen diesen detaillirten Bericht des ehrw. Herrn Kaplan auch aus dem Grunde auf, um dem neulichst bei den Ständen vorgebrachten Vorwurf, daß die ungarischen Israeliten die ungarische Sprache gänzlich vernachlässigten, auch durch dieses Beispiel zu begegnen. D. Redakt. Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen Ij Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Seile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Anzeige. Es wird in einer größeren deutschen Stadt ein fähiges Subjekt jüdischen Glaubens gesucht, um als Hauslehrer die Erziehung zweier Knaben von 11 a 7 Jahren und die Vorbildung derselben für's polytechnische Wissen zu übernehmen. Näheres durch die Redaktion dieses Blattes unter „A M Hauslehrer." Bekanntmachung. Der dahier verstorbene Salomon Oettinger hat in seiner letzten Willensverfügung ein Kapital ausgesetzt, aus dessen Zinsertrag arme Mädchen aus seiner Familie und aus der seiner noch lebenden Ehefrau, Mathilde gebornen Detelbach, zum Behufe der Verehelichung eine Aussteuer-Unterstützung im Betrage von 550 Fl. erhalten sollen. Die Petentin hat jedoch beizubringen, 1) ein Geburtszeugniß, wonach dieselbe nicht unter 18 und nicht über 40 Jahr alt sein soll; 2) Imgniß über sittlich religiöses Betragen; 3) Ausweis über den Grad der Verwandtschaft mit dem Testator oder dessen Ehefrau; endlich 4) Armuthszeugniß, als Beweis, daß ein solches Legat gut angewendet sei. Die Anspruchsberechtigte erhält alsdann eine schriftliche Zusicherung, daß dieselbe nach erfolgter Verehelichung die genannte Summe erhalten werde, wenn sie sich darüber ausweist, daß sie auch im Brautstande sich religiössittlich betragen habe, und wenn das aus dieser Stiftung unterstützte Ehepaar die Verpflichtung übernimmt, dem Aeltesten seiner Söhne den Namen Salomo beizulegen. Ferner hat der Testator verordnet, daß zu ewigen Zeiten zwei der mit ihm nächstverwandten Torakundigen täglich einen Mischna-Abschnitt studiren sollen, wofür Jedem alljährlich 10 Fl. gezahlt werde. Dieses wird nun mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Anmeldungen binnen 3 Monaten bei dem Unterzeichneten Stiftungsvorstande unter Beibringung der erforderlichen, amtlich legalisirten Zeugnisse in portofreien Briefen zu geschehen haben, und daß Diejenigen, welche auf die angeführten 10 Fl. Anspruch machen, sich auszuweisen haben 1) über den Grad ihrer Verwandtschaft zum Testator und 2) über ihre Fähigkeit zu der von ihnen geforderten Funktion. Gail in gen (im Großherzogthum Baden) den 6. Januar 1844. Der israelitische Stiftlmgsvorstaud I. Löwenstein, Bezirksrabbiner. I. Erlanger, S. R.-Vorsteher. Druck von Z. B. Hkrschfeld<

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