Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 8 (1844)
- Issue
- Heft 4 (22.1.1844)
- Date
- 1844-01-22
- Page
- Seite 43 (sequence 3)
- Language
- German
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43 nahmen, daß er eine feurige Lobrede hielt auf das Wohlwollen der Kinder Israel, die stets dem Armen hülfreich die Hand reichten, und ein verdientes Kompliment zollte dem heldenmäßigen Benehmender Rebekka, Tochter des alten Jsak („Kebecca, danghter of old Isaac“) und den lieblichen Mädchen Judas,— von welchen nicht Wenige mit ihren dunklen, lächelnden Augen durch die Vorhänge des Orchesters blickten, augenscheinlich sehr dankbar für das Kompliment, das er ihnen so freigebig gespendet. Er setzte sich unter lautem Beifall nieder. — Der Präsident erhob sich abermals und führte Dr. Valentine Mott ein. Der Doktor sprach so leise, augenscheinlich an einer heftigen Erkältung leidend, daß wir kaum den Sinn seiner Rede fassen konnten. Er machte den Israeliten sein Kompliment, bemerkend, daß während einer vierzigjährigen Praxis in den verschiedenen Anstalten er niemals in dem Hospitale, wo er Wundarzt war, einen Juden getroffen habe; ,er fühle sich mehr als befriedigt, daß die Israeliten ihre Armen ernährten und ihre Kranken pflegten, es mache ihnen Ehre, sie zu beschützen. Es müsse für die Juden eine Quelle des Vergnügens sein, daß ihre bedrängte und arme Klasse keiner fremden Hand bedürfe. Der Doktor wurde sehr applaudirt. Einer der eingeladenen Gäste sprach folgenden schönen Toast, der mit vielem Beifall ausgenommen wurde. „Die Poesie der Hebräer, die Poesie der Liebe, des Krieges und des Gebetes, das Lied, die Ode und der Wechselgesang!"— Die Gesundheit des vorigen Präsidenten, Herrn M. M. Noah wurde ausgebracht und mit Beifall getrunken. M. Noah entgegnete und brachte nach einigen höf- > lichen Bemerkungen die Gesundheit des Dr. Mott; aus. Dr. M. dankte und sprach von dem großen! Vergnügen, welches es ihm stets gewährt hat, durch seinen ärztlichen Beistand zur Erleichterung der Leiden des dürftigen Juden beizutragen und schloß mit folgendem Toaste: „Die verlorenen und zerstreuten , Stämme von Israel! — Mögen sie bald in das! Land ihrer Väter versammelt werden, das jetzt der grausame Muselmann unter der Klaue hat!" Der Präsident brachte darauf als Toast: „Die Damen, wenn gleich abwesend, seien nicht vergessen." Ein Dilettant beehrte die Gesellschaft mit einem ausgezeichnet gefühlvollen Gesänge, dann sprach Herr Park Benjamin. „Die Damen, welche uns mit ihrer Gegenwart beehrt haben!" anspielend auf die schönen Inhaberinnen der Gallerie. „Die Gesundheit des Sir Moses Montesiore" ward darauf vom Präsidenten ausgebracht und mit großem Enthusiasmus getrunken. „Die Gesundheit des Alderman Pentz" ward dann getrunken und von ihm in passenden Ausdrücken beantwortet. „Das Andenken Esthers, Königin von Persien," wurde vom Präsidenten gefeiert, wobei er besonders bemerkte welche Mühe sie sich gegeben habe um den jüdischen Stamm. Ein Gast brachte dann vor: „Die Stadt New-Pork. Durch ihre günstige Lage offenbar ein Handelsplatz der Welt, durch ihre liberale Gastfreundschaft eine Heimath für den Fremden eines jeden Klimas, einer jeden Sprache und Religion." (Beifall). „Die Schwestergesellschaften (the Sister Benevolent Associations) der Stadt New-Pork!" wurde vom Präsidenten ausgebracht und passend erwidert. Verschiedene andere vortreffliche Toaste wurden nachher noch ausgebracht, eine Anzahl schöner Lieder gesungen, und nach einem sehr genußreichen Abend trennte sich die Gesellschaft, sehr erfreut mit dem Gelegenheitsfeste. — Dr. H. Werner. Kingston auf Jamaika, 22. November. (Privatmitth.) Wir übersenden Ihnen anbei die Ankündigung einer periodischen Schrift, zunächst für die Israeliten auf unsrer Insel, und die der Allg. Zeit, des Judenthums auch auf ihr eine immer größere Publizität geben soll. Mit nächstem Jahre soll dieselbe unter dem Titel: ,,2^n °"yd:i the first fruits of the West" erscheinen, und zwar am ersten jedes Monats ein Heft von 40—50 Seiten Oktav. Den Inhalt sollen historische Fragmente, religiöse Abhandelungen, Predigten, Auszüge aus theologischen Werken, moralische Gedichte, Berichte über Ereignisse, literarische Referate, Korrespondenzen bilden. Sie finden in der Ankündigung eine jüdisch-historische Novelle versprochen, die eine Uebersetzung der im ersten Jahrg. der Allg. Zeit, des Judenth. befindlichen^ „Marannen" sein soll. Wir versprechen uns von dieser Monatsschrift einen bedeutenden Einfluß auf unsere Glaubensgenossen, ,und rechnen auch auf Ihre Unterstützung. M. N. Nathan, Geistl. d. jüd. Gemeinde. Lewis Ashenheim, Med. Dr.