Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 8 (1844)
- Issue
- Heft 4 (22.1.1844)
- Date
- 1844-01-22
- Page
- Seite 42 (sequence 2)
- Language
- German
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42 zu erfreuen und ihnen Hülfe uud Trost zu bringen." Benj. Nathan, Präsident. Der Präsidentenstuhl war durch Herrn B. Nathan, dem S. I. Joseph, L. I. Kohen und Jakob L. Seixas als Vizepräsidenten zur Seite standen, sehr würdig besetzt. Nach Aufhebung der Tafel erhob sich der Präsident und nach einigen paffenden Bemerkungen brachte er den ersten Toast aus: „Hülfe den Armen, den Schwachen Trost, den Betrübten gegenseitige Liebe, Friede und Wohlwollen allen Menschen!" Zweiter Toast. „Erziehung, der Vertreter und Freund der Freiheit, die Wächter der Religion!" (Furchtbarer Applaus). Dritter Toast. „Die mildthätigen Stiftungen der Stadt New-York, die ersten in guten Thaten und Gesinnungen, wetteifernd in ihren Spenden." (Enthusiastischer Beifall). Vierter Toast. „Der Präsident der Vereinigten Staaten." Fünfter Toast. „Unser gemeinsames Land, sicher in der Freiheit, die Heimath des Verfolgten, Gott segne es!" Sechster Toast. „Die Stadt New-Pork, die erste durch ihren Gemeingeist und ihre Unternehmungen, Friede in ihren Mauern und Segen in ihren Pallästen. (Lauter und anhaltender Beifall). Siebenter Toast. „Die Töchter Israels!" (Stürmischer Beifall, wobei drei Gläser zerbrochen wurden). Nachdem die angeführten Toaste mit dem enthusiastischen Beifall getrunken waren, erhob sich der Präsident und sprach: „Meine Herren! ich erhebe mich, um mich wegen der Veranlassung, welche uns diesen Abend hier versammelt hat, an Sie zu wenden; es ist die Milde, zu helfen dem Bedürftigen, beizustehen dem Bedrängten, aufzuhelfen den Armen. In den letzten vier Jahren sind unsere wohlthätigen Bemühungen mit Erfolg gekrönt worden. Jedes milde Herz, welches seine Opfer zu den milden Zwecken unserer Versammlungen gebracht hat, mußte mit Bewegung wahrnehmen, daß so Viele unterstützt wurden und fühlte den wohlthätigen Einfluß des „Hülfe in der Noth ist Hülse in der Thal, (help in need is help indeed)." Wir haben im letzten Jahre über 1500 Dollars erhalten, von welchem Betrage wir die Abgelebten und Alten, die Jungen und Hülflosen, die beraubten und verlaffenen Wittwen, die Waisen und hülssbedürftigen Kranken unterstützt haben. Es betrübt mich, meine Herren, daß ungeachtet der ansehnlichen Gaben unserer Mitglieder und der unserer jährlichen Versammlung der Fonds sich auf 150 Dollar vermindert hat, doch hoffe ich von Ihrer bereits bewiesenen Großmuth, daß wir nicht lange zu fotdern brauchen. (Lauter Beifall). Wenn ich Ihnen sage, daß Viele unserer Brüder unsere Hülfe nöthig haben, so hege ich das Vertrauen, daß ein allgemeiner Impuls Ihre Herzen bewegen wird, die Hülfe und den Trost, welchen Sie früher mit freigebiger Hand gespendet haben, in ihren Schooß zu schütten. Ich fühle einen Stolz, meine Herren, wenn ich auf unsere rühmlichen Institutionen blicke, zu wissen und zu fühlen, daß hier, hier in diesem Lande die Kinder Israel, welche des Allmächtigen Auftrag zu erfüllen in alle Länder zerstreut sind, keine religiöse Verfolgung zu erleiden haben. Hier finden wir jenen Frieden, jenes Asyl, welches Freiheit, Erziehung und bürgerliche Rechte gewährt jeder Nation, jeder Sprache, jeder Sekte und jeder Religion. (Beifalljauchzen). Meine Herren, blicken Sie auf die gottlosen Verfolgungen unserer auswärtigen Brüder, bewirkt durch Despotismus, Unwissenheit und Aberglauben; ich brauche Ihnen nicht ihre Leiden zu erklären, ihre Herzen müssen bluten ihretwillen und jeder wahrhaft aufgeklärte Christ blickt auf solche Grausamkeiten mit Furcht und Grausen. Meine Herren, ich spreche Sie darum an, die Leiden unserer Armen zu lindern, ich vertraue darauf, daß es im wahren Geiste der Liebe geschehen wird, daß unser Volk getröstet wird. Wir werden nun die Listen der Geschenke verlesen." Der Präsident setzte sich unter donnerndem Beifall nieder. Der Herr, welcher die Namen und Gaben verlas, litt an einer so heftigen Erkältung, daß er nur mit Mühe sprechen konnte. Unter den vielen bemerken wir das sehr freigebige Geschenk von 50 Dollars vom Präsidenten, und 100 Doll, von einem unbekannten Freunde. Nachdem einige Zeit mit dem Verlesen der verschiedenen Namen und ansehnlichen Geldsummen, die sich ungefähr auf 1200 Dollars beliefen, verstrichen war, erhob sich der Präsident und führte den Herrn Park Benjamin in die Gesellschaft ein, aber entweder wegen der Größe des Saals oder wegen des tiefen Tones, in welchem er sprach, konnten wir nicht verstehen, was er sagte. Wir ver-