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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-01-15 · Heft 3 (15.1.1844) · p. Seite 34

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 3 (15.1.1844)
Date
1844-01-15
Page
Seite 34 (sequence 10)
Language
German
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34 Dr. R. sich folgendermaßen ausspricht: „Zn literarischer Beziehung haben sich folgende, theils in unserem Vaterlande lebende, theils Ln Ungarn geborene und gegenwärtig im Anslande sich befindende Juden ausgezeichnet: 1) Im theologischen Gebiete, a) Chorin, Rabbiner zu Arad. (Dieser ist den Lesern der A. Z. d. I. bekannt, und es wäre überflüssig seine theol. liter. Produkte hier aufzuzählen). b) F. Hirschseld, Lehrer zu Zsamtwk, Verfasser einer Religionslehre in ungarischer und hebräischer Sprache, c) Rokenstein, Lehrer zu Szentes schrieb eine Religionslehre iu ungarischer Sprache, die auch gedruckt erschien, d) Moritz Bloch übersetzte die fünf Bücher' Mosis (und Josua, das auch mit einer Karte des gelobten Landes versehen ist) texttreu in's Ungarische und versah diese Uebersetzung mit phit. und sinnerkläreuden nng. Anmerkungen, e) Moritz Rosenthal, hat vieles aus dem Hebräischen in's Ungarische übersetzt. (Dem Res. sind bekannt: die Psalmen, die Sprüche der Väter, das Gebetbuch.) f) Sat. Reumann, Lehrer zu Altofen, veröffentlichte eine biblische Geschichte in hebräischer Sprache, mit wortgetreuer deutscher und ung. Uebersetzung. 2) In sprachwissenschaftlichem Gebiete, a) Sam. Eibenschitz, Lehrer zu Pesth, gab eine deutsche Sprachlehre heraus, b) Teltscher, ein Altofner, Professor der deutschen Sprache in Paris schrieb eine deutsche Sprachlehre für Franzosen, die bereits die fünfte Auflage erlebte, c) M. Bloch, Verfasser einer sehr nützlichen ungarischen Sprachlehre, und eines eben jetzt erscheinenden, deutschung. und ung.-deutsch. Wörterbuches, d) I. Hasenfeld, ein Gesandtschaftsdolmetscher in Paris. 3) In der belletristischen Literatur zeichnen sich aus: a) Karl Beck, in Pesth, dessen deutsche Gedichte in Deutschland Aufsehen erregten, b) M. Saphir in Wien, aus Mfir in Ungarn gebürtig, ein deutscher Dichter und berühmter Humorist, c) Sam. Saphir (gestorben) und d) Dr. S. Saphir, Redakteur des „Pesther Tageblattes," deutsche Dichter. <-) Phil. Weil, ein deutscher Dramatiker. f) Sam. Rosenthal in Pesth, Redakteur und Herausgeber des „Spiegel" ein deutscher Dichter, g) Horrwitz, Lehrer in Preßburg, Verfasser humoristischer und satyrischer Werke, h) V. M. Kornfeld, Komitats-Physikus in Tecso, deutscher Verfasser lyrischer, lehrreicher und dramatiscber Werke. Er ist auch der Verfasser der „Biblischen Perlen" die bevorwortet von Dr. Rumy 1826 in Wien erschienen. 4) Im geogr. und statist. Fache, a) Von Brill, dem ersten Rabbinatsasseffor in Pesth erschienen in hebräischer Sprache: Geogr. und statist. Tabellen von Ungarn. Von ihm ist bereits eine Geschichte Ungarns, in hebr. Sprache verfaßt, fertig, und wird nächstens dem Drucke übergeben. b) Dr. Horschetzky, in Groß -Kauischa, hat Jos. Flavius Geschichte der Juden meisterlich aus dem Griechischen in's Deutsche übertragen. 5) In jüdisch-ethnogr. Literatur, a) Dr. Oesterreicher, prakt. Arzt in Pesth, Verfasser der 1842 in Pesth erschienenen Schrift „der Jude in Ungarn, wie er war, wie er ist, und wie er sein wird." b) Mor. Rosenthal, Verfasser der „Der Jude und der Zeitgeist in Europa" betitelten Schrift, c) Schwab, Rabbiner zu Pesth, schrieb eine Vertheidigung, gegen eine im Interesse der damaskischen Blutgeschichte erschienene judenfeindliche Schrift, die von M. Bloch ung. übersetzt, gedruckt erschien. (Schluß folgt:) Prag, 31. Dezember. (Privalmitth.) Wenn aus der Vergangenheit, und leider! noch oft genug aus der Gegenwart Bilder der Intoleranz uns mit Widerwillen und Ekel erfüllen, so müssen uns Züge, in denen christlicher und jüdischer Edelfiun gemeinsam erscheinen, willkommen und erfreulich sein. — Früher nahm die hiesige „Musterhauptschute" keinen Israeliten an; aber als der als Arithmetiker rühmlichst bekannte Herr Georg Zindel das Direktorat übernahm, hob er diese Exilirung sofort auf, wodurch bereits mehre junge Israeliten Gelegenheit hatten, sich an dieser ausgezeichneten Anstalt zu tüchtigen Schulmännern zu bilden. Der großherzige Prinz Kamit Roh an hat diesem Institute eine besondere Stiftung zugewendet, und ein jährliches Stipendium für zwei seiner ausgezeichnetsten Schüler bestimmt. Zu der dcsfallstgen Prüfung (in Gegenwart des Prinzen) wurde diesmal der jüdische Lehramtskandidat Markus Schüller berufen, und erlangte solchen Beifall, daß ihm das Stipendium von 200 Gulden C. M. ertheilt ward. Schüller hingegen verzichtete auf das Stipendium, sich mit der Ehre begnügend, und zedirte es einem sehr bedürftigen christlichen Kollegen. Dieser Edelsinn gewann das Lob des Direktors und des Prinzen iw höchsten Maße, und letzterer beehrte den Herren Schüller mit einem gnädigen Handbillet. Szeged in, 19. Dezember. (Privatmitth.) Daß das hiesige Rabbinat durch den bisherigen Stuhlnmßenburger Rabbinen Daniel Pillitz besetzt worden, haben diese Bl. schon gemeldet. Derselbe hat durch seine Pre-

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