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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-01-08 · Heft 2 (8.1.1844) · p. Seite 22

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 2 (8.1.1844)
Date
1844-01-08
Page
Seite 22 (sequence 10)
Language
German
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22 des jüdisch-geistigen Lebens herrscht — und man die Wenigen auf den Fingern einer Hand zählen kann, deren Kleinigkeits- und Zänkergeist sich allem dem entgegen stemmt, wozu sie selbst nicht den ersten Gedanken geben — und ihnen nicht die alleinige Ausführung übertragen wird — nur in einer solchen Gemeinde kann ein Mann wie der Rabb. Löw, in einer so kurzen Zeit so viel Großartiges zu Stande bringen. Schließlich habe ich noch zu erwähnen, daß Herr Löw als geborner Mähre, da er vor zwei Jahren nach K. kam, der ungarischen Sprache ganz unkundig war. Sein unerschütterlicher Fleiß hat es bereits dahin gebracht, daß er den hiesigen jüdischen Gymnasialschülern die Religionslehre in ungarischer Sprache vorträgt. Literarische Nachrichten. Magdeburg, 23. Dezember. ^Schulbuch.) Landeskunde von Kenaan nach der Stammeintheilung; zunächst für israelitische Schulen bearbeitet von I.Gans, Lehrer. Nebst einer Karte. Paderborn, 1843. Die vorliegende Geographie Palästinas ist für jüdische Schulen deshalb besonders zu empfehlen, weit sie sich genau dem Unterricht in dem Urtext der Schrift anpaßt, überall die hebräischen Namen in hebräischer Schrift anführt, und Alles heranbringt, was für Schüler zu einem klaren Verstandniß der Lokalitäten, auf denen sich die Schrift bewegt, nöthig ist. Mcrgdebuvg, 24. Dezember. s Beschneidung.) Die Beschneidung vom historischen, kritischen und medizinischen Standpunkt. Von 1)r. I. Bergson, Arzt in Berlin. Berlin, 1844. Es ist dies ohne Zweifel die gründlichste Monographie, die bis jetzt über die Beschneidung erschienen ist. In der „Geschichte der Beschneidung" werden sowok die biblischen als klassischen Quellen, 'die römische Gesetzgebung und die talmudischen Bestimmungen, endlich die neuesten Gesetzbestimmungen ausführlich besprochen. Im „kritischen Abschnitt" werden die verschiedenen Erklarungsweisen der Beschneidung, die religiöse, symbolische, diätetische, politische, mythologische und militärische Auffassung aufgestellt (die ersten beiden hatten, gegen die übrigen gehalten, noch fleißiger und ausführlicher bearbeitet werden können,) und die neuesten Debatten skizzkrt. Im „medizinischen Abschnitt" wird das bisherige Verfahren genau beschrieben, die rabbinische Rechtfertigung angeführt, das Verfahren einer scharfen Kritik unterworfen, wobei der Vers, für das Terquem'sche Instrument zur Perkah wieder ein neues vorschlägt, und die Mezizah gänzlich verwirft, (die bekanntlich das Pariser Konsistorium im vorigen Jahre ganz abgeschafft hat;) die Modifikation der Beschneidung durch pathologische Zustande angegeben, ein medizinisches Examinatorium für Beschneidet hinzugefügt, die Gründe für eine Beschneidungs-Reform zusammengestellt, und in Schlußbemerkungen angemessen resultirt. Hervorzuheben ist noch der geschichtliche Nachweis, daß die Peciah ihren Ursprung lediglich im überhand genommenen Epispasmus zur makkabaischen Zeit habe, da man die Spuren der Beschneidung durch künstlich gebildete Vorhaut verdecken wollte. Das vorliegende Werk wird fortan für unfern Gegenstand eine sehr tüchtige Quelle .sein. in dev Pfalz, 23. Dezember, s Geschichte.) Geschichte der Menschheit und der Kultur. Bon G. F. Kolb. Pforzheim 1843. Verlag von Dennig Finck u. Comp. Wenn wir in der Allg. Zeit, des Judenthums ein allgemeines Geschichrswerk besprechen wollen, so möchte ein solches Vorhaben, da das Werk nicht speziell gerade dem jüdischen Leben gewidmet ist, Manchem auffallend erscheinen. Allein es handelt sich hier nicht von einer gewöhnlichen Weltgeschichte, sondern von einer „Geschichte der Menschheit und der Kultur," und was könnte gerade den Juden näl^r berühren, als diese größten Fragen der Geschichte? Die jüdischen Glaubensgenossen haben bis vor einen halben Jahrhundert, da sie Frankreich zuerst als ein integrirender Theil des französischen Volkes anerkannte, von welcher Zeit an sie in ganz Europa mehr oder minder in die große Familie der Staaten, welche sie bewohnten, ausgenommen wurden — auch „der Deutschen Schlachten" haben sie seitdem mitgeschlagen — wenig oder keinen Antheil genommen an dem Gange der allgemeinen Weltgeschichte. Desto mehr aber waren sie zu jeder Zelt bei der Geschichte der Menschheit und der Kultur betheiligt. Je mehr die Menschen sie zurückstießen und nicht Theil nehmen ließen an ihren blutigen Kämpfen, desto mehr, möchte man sagen, versenkten sie sich in die Menschheit, und nahmen sie Theil an den unblutigen Kämpfen im Reiche des Geistes, von welchen keine irdische Macht ganz verdrängen kann. Selbst als die Juden noch ein Volk bildeten und im selbstständigen Reiche zusammen

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