Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 8 (1844)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1844)
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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10 Wir glauben, daß das Werk für unsere Zeit erschöpfend ist. Angenehm mußte es uns sein, zu bemerken, wie durch unser Bibelwerk die jüdische Auslegung auf die christliche Forschung Einfluß gewinnt, indem der Vers, sowol unsere Uebersetzung zumeist ganz angenommen hat, als auch durchgehend unfern Kommentar benutzt, wie er auch die desfallsigen Stellen zktirt. — De Dichter van het Boek Jjob, als dierkimdige beschomvd, door Dr. L. All-Cohen. Te Groningen 1843. Diese zwei, zum Besten der Gröninger israelitischen Armenschule herausgegebenen, mit vielen gelehrten Anmerkungen versehenen Vorlesungen im naturwissenschaftlichen Verein vorgetcagen, besprechen die zoologischen Gegenstände, die im Hiob Vorkommen; in der ersten Vorlesung das Pferd, das Behemoth, nach ihm der Hippopotamus, das Leviathan, nach ihm das Krokodil; in der zweiten Vorlesung die Löwin, den wilden Esel (Dziggetai), den Strauß. Ueberall vergleicht der Vers, die Nachrichten der alten und neuen Naturforscher mit den Schilderungen Hiob's, und zeigt die Wahrheit und Kraft der letzteren. — Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. C t f l d t ii n sVorbemerkung des Einsenders. Die löbl. Redaktion d. Bl.-verweigerte laut ihres Schreibens vom 13. d. den Abdruck nachstehender Schlußerklärung ohne Angabe eines Grundes, obgleich dem Lehrer Kramer zum dritten Mate das Wort hierin gestattet wurde. So möge venn dieselbe hier Platz finden; einige Thaler schrecken mich nicht zurück, wenn es gilt, die Wahrheit an den Tag zu fördern.) Fürth im Dezember. Wohl konnte ich schon langst erwarten, daß Herr Kr. bei erster Gelegenheit mit seiner zügellosen Wuth — gestachelt von hämischem Neide — einmal gegen mich losstürzen werde; indeß so wenig mich dies zucückhült, der Wahrheit das Wort zu reden, ebensowenig wird die in No. 46 d. Bl. wirklich erfolgte Ergießung seiner Galle („Aus Baiern im November"), seinen Unwahrheiten Glauben zu verschaffen vermögen. Unter Bezugnahme auf meine in No. 38 d. Bl. gegebene Erklärung sehe ich mich nur veranlaßt, noch Nachstehendes zu erwidern. Es ist durchaus unwahr, daß die Frage: „Ist Dispens ertheilt, wenn der Jsraelite von der Staatsregierung, oder durch das Gesetz zur Annahme eines Amtes berufen ist?" einstimmig bejahet worden wäre. Zur Bestätigung dieser Behauptung führe ich an: Die Stimmabgabe der einzelnen Mitglieder hatte nach Anordnung des K. Herrn Kommissars in der Art zu erfolgen, daß diejenigen, welche die Frage bejaheten, sich von ihren Sitzen zu erheben und nur dadurch ihr bejahendes Votum abzugeben hatten. Von denjenigen, die sich nach dieser Aufforderung von ihren Sitzen nicht erhoben, also hiedurch verneinend votirten, nenne ich nur: Herrn Wolf Hamberger dahier, den Distriktsrabbiner Herrn Dispecker zu Bayersdorf und Herrn Seligmann Bergmann von Dittenheim, welcher Letztere zwar nur Laie, aber ein guter Talmudist ist. Wenn indeß Kr. sich erfrecht, selbst von diesen Männern das Gegentheil öffentlich zu behaupten, so dürste er hiebei eben so wenig seine Absicht erreichen, als er sie durch seine wiederholten Ausfälle gegen die Rabbinen von Mittelfranken — die ihm freilich durch Versperrung der Kanzel eine nimmermehr heilende Wunde geschlagen — erreicht hat. So wie diese es unter ihrer Würde hielten, ihn auch nur einer Sylbe zu würdigen, so dürste ihm dieselbe Ehre auch von Seite der Obengenannten, aus eben diesem Grunde, zw Theil werden. Bezüglich seiner juristischen Gründe, womit sich Kr. des Mandats zur Lösung so wichtiger theologischen Fragen zu bemächtigen abmüht, so habe ich nur zu bemerken, daß der K. Herr Kommissar in dieser Beziehung sich dahin ausgesprochen hat: „Welchen Werth die Regierung den Stimmen der Lehrer und Bevollmächtigen beilegen wird — sprach er — muß erst die Folge lehren," und wer kennt nicht den ganzen Erfolg? indeß bedauere ich Herrn Kr. herzlich, daß das Publikum trotz der hergesuchten Gründe nur anerkannten Theologen eine beachtungswerthe Stimme im theologischen Gebiete einraumt; Kr—s Stimme aber hiebei als ein Nullchen betrachtet, da es der Ansicht ist, daß die selbst gegebene Versicherung von einem früher gepflogenen Studium auf der Jeschiba (??) weder Stellung, noch die ihm gänzlich mangelnde Befähigung ersetzen könne.' Ebenso behaupte ich wiederholt, daß jene Parenthese nicht von dem K. Herrn Kommissar, sondern von Mitgliedern der Synode gemacht worden ist, und daß allerdings acht Lehrer, von welchen die größere Hälfte auch namhaft gemacht werden könnte, den Gymnasiasten rc. das Schreiben am Sabbat erlaubt wissen wollten, obgleich der oft genug aufgetischten Ansicht des W?:*) die unbestrittene Mischna Trakt. Sabb. Lol. zp entgegen gehalten wurde. Lieferte übrigens der schreiblustige Kr. in No. 32. d. Bl. ein Pröbchen seiner herrlichen Konsequenz*), so wird das Publikum zur Verwunderung wahrhaft hingerissen, ob der superfeinen Definition, die er in No. 46 d. Bt. mit dem Worte: „Verweis" verbindet. Meines Bedünkens kann nur eine *) Man sehe No. 38 d. Bl.