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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1844-01-01 · Heft 1 (1.1.1844) · p. Seite 9

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
8 (1844)
Issue
Heft 1 (1.1.1844)
Date
1844-01-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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9 und mehr vervollkommnen wird. Der Herr Gouvernements-Schulendirektor, Hofrath Dr. Napiersky, der sich nicht nur des ihm gewordenen Auftrages zu entledigen, sondern auch mit seltener Humanität das wahre Wohl der israelitischen Schule zu befördern sucht, beglückte uns auch dieses Mal mit seiner Gegenwart. Nachdem Herr Dr. Neumann auf geziemende Anfrage die Erlaubniß erhalten hatte, der Wiedereröffnung der Schule einige Worte der Weihe vorangehen lassen zu dürfen, hielt er eine zum Herzen dringende Rede. Bon der Huld und Gnade ausgehend, welcheunser erhabener Kaiser der Schule zugewandt hat, legte er den Eltern die sorgfältige Erziehung ihrer Kinder schon deshalb an das Herz, weil sie ihnen dadurch die Mittel gewährten, die Früchte ihres Wirkens selbst zu genießen und sich dem Staate, unter dessen Schutz und Schirm sie lebten, dankbar zu erweisen, setzte auseinander, wie der Zweck der Allerhöchst bestätigten israelitischen Schule kein anderer sei, als die Jugend zu einer vernünftigen Kenntniß ihrer Religion anzuleiten und sie zu wahrhaft frommen und rechtschaffenen, mit ungcheuchrlter Liebe für Gott, Kaiser und Vaterland durchdrungenen Menschen heranzubilden und sie mit allen den Mitteln zu versehen, deren sie zu ihrem künftigen Berufsleben bedürfen würden. Die Mittel hierzu aber seien nicht bloß die unmittelbare Rcligionslehre die das Gefühl und den frommen Sinn erwecke, sondern jedes, die Geisteskräfte erweckende und leitende Unterrichtssystem führe zu diesem erhabenen Ziele, wenn anders Haus und Schule vereint dahin strebten, wenn anders die Lehrer sich von ihrem hohen und heiligen Berufe belebt und durchdrungen fühlten. Sodann wies er unter mehreren Belegen die Statthaftigkeit, ja die Nothwendigkeit nach, das Studium des Gesetzes mit Weltkenntniß, besonders in jetziger Zeit, zu verbinden, ging auf die Pflichten der Lehrer und auf die Methode des Unterrichts über, wandte sich endlich mit recht herzlichen Worten an die Kinder und schloß seinen Vortrag mit einem frommen Gebete für Seine Majestät unseren Allergnädigsten Herrn uno Kaiser und Sein ganzes Haus, für Seine hohe Excellenz, den Herrn Minister der Bolksaufklärung, so wie für alle hohen Staatsbeamten, insonderheit Seine Excellenz den Herrn Curator des Dorpater Lehrbezirks und Seine Hochwohlgeboren den Herrn Rigischen Gouvernements-Schulendirektor, und endlich für die hiesige Stadt und deren Bewohner. Der Herr Hofrath Dr. Napiersky wandte sich dann in wahrer Geneigtheit ebenfalls an die Jugend und ermahnte sie mit wahrhaft väterlichen Worten unter der Bemerkung, daß er weiter Nichts hinzuzufügen habe, als den Wunsch, die Jugend möge ihre Zeit benutzen und sich zur Freude ihrer Eltern und Lehrer betragen. Wir können es daher unserem Herzen nicht versagen, ihm auch dafür unseren wärmsten und innigsten Dank auszusprechen; möge der Höchste seinen reichsten Segen über ihn ausgießen. Möge es aber uns auch vergönnt sein, Herrn Dr. Neumann für uns ganz zu gewinnen, um die schönen Hoffnungen in Erfüllung gehen zu sehen, zu denen wir durch ihn berechtigt sind. Die israelitische Schulkommission. Literarische Nachrichten. Magdeburg, 23. Dezember. (Biblische Exegese.) Darstellung der biblischen Krankheiten und der auf die Medicin bezüglichen Stellen der heiligen Schrift, von I. P. Trusen, Dr. med., Stabsarzt, Ritter. Posen, 1843. Eine sehr würdige und angemessene Monographie, die ihren Gegenstand umfassend bearbeitet, und auf die Höhe der neuesten, exegetischen, naturhistorifchen und medizinischen Forschungen bringt, indem sie zugleich die zahlreichen alteren Schriften über diese Materie benutzt. In einer Einleitung wird die gesundheitliche Polizei der Hebräer dargestellt. Es versteht sich von selbst, daß der Verfasser den gesundheitlichen Zweck bei den Verordnungen der 5 BB. M. von seinem Standpunkte aus hervorhebt, doch läßt er neben diesem den religiösen und symbolischen gelten. Wir hätten eben nur zu bemerken, daß, wenn der Verf. Moses den Weg von der Gesundheit zur Religion gehen laßt, in Wahrheit das Umgekehrte statt fand, indem Moses von der Religion aus auch die Heiligung des Leibes, also auch das Heil des Leibes in seinen Kreis zog. Nachstdem geht der Verfasser ausführlich die ganze Schrift durch, jede Stelle, die einen Anknüpfungspunkt für medizinische Betrachtung bietet, in gesondertem §. erwägend. Wo es thunlich ist, bringt der Verfasser mit großer Belesenheit Analoges aus dem übrigen Alterthum und bis zur neuesten Zeit heran. 1 *

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