Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 8 (1844)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1844)
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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11 höher gestellte Person der ihr Untergeordneten Verweise geben, und nach dieser Definition kann Kr. derbe Verweile geben — seinen Dorfschulkindern! Bezüglich der andern leidenschaftlichen Aeußerungen, als seine große Arroganz, seine traurige Gestalt rc. gebe ich ihm solche in Natura zurück mit dem wohlmeinenden Rathe, lieber weniger zu schreiben und sich etwas mehr an das richtige Denken zu gewöhnen; verwirrte Begriffe und Schriftstellerei passen sich nicht recht mehr zusammen. — Und erkläre ich schließlich nur noch, daß ich ihm künftig nicht wieder antworten werde, mag er noch so sehr toben und schmähen, in seinem und andrer Namen so viel es ihm auch beliebe. Bcrmtzerger, Waisenlehrer. Neu eröffuete Pmsions - Anstalt. Da bei vielen Eltern das Bedürfniß einer Pensionsanstalt in einer solchen Stadt fühlbar geworden ist, wo ihren Söhnen die Vortheile der Vorbildung für jeglichen Beruf dargeboten werden, ohne die Nachtheile allzugroßer Kostspieligkeit und der Verwöhnung in größeren Städten, so habe ich nach meiner kürzlichen Verheirathung mich entschlossen, am hiesigen Orte eine solche zu errichten. Für das jüngere Alter bietet die jüdische Schule, für die, welche sich dem Studium widmen wollen, das hiesige Gymnasium, für die, welche sich für den Kaufmannsstand bestimmen, meine eigne Lehranstalt alle nöthigen Mittel zu der erforderlichen Ausbildung dar. Ich erbiete mich daher zur Aufnahme von Knaben jeden Alters, und es wird mir stets heilige Pflicht sein, meinen Zöglingen die liebevollste Pflege und die sorgfältigste Aufsicht und Leitung zu widmen, um ihre intellektuelle und religiös sittliche Bildung so zu fördern, wie es zu ihrem wahren Wohle und zur Freude ihrer Eltern geschehen kann. Im Besitze der Zufriedenheit der hiesigen nicht bloß israelitischen, sondern auch christlichen Eltern, deren Söhnen ich vorbereitenden Unterricht für den Kaufmannsstand ertheile, schmeichele ich mir auch das Zutrauen auswärtiger Eltern und Vormünder zu erwerben. Die Bedingungen, die ich auf portofreie Briefe mitzutheilen bereit bin, werde ich so billig, wie möglich stellen. Mühlhausen in Thüringen, im November 1843. Dr. G. B. Cohn, Geistlicher der israel. Gemeinde zu Mühlhausen in Thüringen. Wenn ich in Bezug der vorstehenden Anzeige hiermit erkläre, daß das Gymnasium Zöglinge des Israel. Geistlichen, Herrn Dr. Cohn jederzeit gern aufnehmen wird, so geschieht dies in Folge der Erfahrung, daß die bisher uns von ihm zugeführten Schüler sich durch gutes Betragen, eifrigen Fleiß und erfreuliche Fortschritte auszuzeichnen pflegten. Ueberdieß habe ich sowot den gewissenhaften Ernst und die liebevolle Sorgfalt, als auch die Geschicklichkeit in der Leitung seiner Schüler aus eigner Anschauung so kennen lernen, daß ich es für meine Pflicht halte, den betreffenden Eltern diese Gelegenheit zur Bildung ihrer Söhne, als eine solche anzuempfehlen, der sie ihr volles Vertraun schenken dürfen. Mühlhausen in Thüringen, den 19. November 1843. Dr. Haun, Direktor des Gymnasiums. Auch ich kann aus eigener Anschauung versichern, daß Herr Dr. Cohn möglichsten Fleiß, gewissenhafteste Sorgfalt auf seine Schüler verwendet, und sie zu gedeihlichen Zielen führet. Die Liebe, die derselbe sich bei seiner Gemeinde, wie bei vielen anderen Bewohnern seines Wohnorts erworben, erweiset dies noch mehr. Magdeburg, 26. November 1843. Dr. Ludwig Philippson, Rabbiner. Anzeige. Die Stelle eines Religionslehrers, Schächters und Vorsängers, ist zu Ostern 1844 rn in hiesiger Gemeinde zu besetzen. Hiezu wird ein wissenschaftlich moralisch gebildeter unverheiratheter Mann gesucht, der diese Funktionen — und die Leitung eines Chors — gegen ein jährliches Gehalt von 150 Thlr. Pr. Crt., freier Wohnung, Beköstigung und den Ertrag der übernehmen will. Qualisizicte Männer können sich fordersamst bei dem Unterzeichneten Vorstand melden, und haben ihre Prüfung demnächst von dem Landesrabbkner Herrn Dr. S. Holdheim in Schwerin beizubringen. Der Vorstand der Gemeinde zu Röbel, in Mecklenburg-Schwerin. M. I. Moritz. Anzeige. Bei der israelitischen Gemeinde in Jever — Herzogthum Oldenburg — wird zu Ostern 1844 die Stelle eines Lehrers und Kmtors erledigt. Die Schächterfunktion ist nicht damit verbunden. Fixes Gehalt circa 90 Thlr. Pr. Crt. nebst Logis, Kost — keine fliegende — und sonstigen Emolumenten. Auch ist Gelegenheit zu weiteren Verdiensten und zur Fortbildung gegeben. Die Anstellung hangt von dem Erfolge einer vorangehenden Prü-