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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-12-31 · Heft 52 (31.12.1842) · p. Seite 762

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 52 (31.12.1842)
Date
1842-12-31
Page
Seite 762 (sequence 6)
Language
German
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762 Lehrer wie die Herren Finkel, Horowitz, Pinsker, unter der unermüdeten Aufsicht einer für das Gute begeisterten Schulcommiffion, blühen hier Anstalten, die allen künftigen zum Muster dienen können. Alle die Gegenstände, die hier unterrichtet werden, sind den Zöglingen klar: mit Bestimmtheit beantworten sie alle Fragen, und der Geist ist in ihnen geweckt: es ist kein blvs auswendig Erlerntes, was sie hersagen. Ich gehe nun mit neuem Muthe und neuer Lust an meine schwere Mission, denn ich sah, welch' tüchtige Männer, welch' herrliche Mütter jüdischen Schulen entwachsen werden, und wenn unerschütterliche Ausdauer das schwere Ziel uns erringen läßt, so haben die Männer, die hier so herrlich Zusammenwirken, den entschiedensten Antheil an dem Gelingen, denn ihre Verdienste flößten mir die freudige Beharrlichkeit ein." — (Schluß folgt.) Die Niederlande. Von der holländ. Grenze, im Dezember. (Privatmitth.) Der Artikel in iNo. 38 u. 39 der A. Z. d. I. aus Brüssel hat in Holland einen sehr guten Eindruck gemacht, ist höhern Ortes nicht ohne Berücksichtigung geblieben, und theilweise in holländische Blätter übergegangen. — Bei Gelegenheit der Vermählungsfeier I. K. H. der Prinzessin Sophie der Niederlande mit Sr. Durchlaucht dem Erbprinzen von Weimar-Eisenach, hat Se. Majestät der König geruht, unter mehren ausgezeichneten Gelehrten und Künstlern auch zwei verdienstvolle Asraeliten zu Rittern des niederländischen Löwenordens zu erheben, nämlich den Ilr. S. E. Stein, einen der geschätztesten Aerzte im Haag und Sekretär der Hauptkommission für die Israelit. Angelegenheiten; Herr Stein ist zu gleicher Zeit Beamter des Staates, und sein ältester Sohn hat eine Stelle unter ihm. Der zweite ist Herr R. Lobatto, portugierühmlich bekannte Herr Di'rector Stern befand sich zu jener Zeit nicht in Odessa. Ec war im Aufträge seiner Ercllenz, des hies. Lehrbezickscuratocs, nach der Krimm gegangen, um jüdische Alterthümer aufzusuchen. Die Schatze die er entdeckte, sind historisch wichtig, und werden die Wissenschaft bereichern. Seiner Zeit werden sie von Herrn Direktor Stern bekannt gemacht werden. — sischer Israelit aus Amsterdam, einer der gelehrtesten Mathematiker Holland's, der seit mehren Jahren als Beamter mit dem Titel eines Aviseur für Maaße und Gewicht beim Ministerium des Innern angestellt ist; seit 1826 ward er ausschließlich mit der Redaktion des nach dem Muster des Annuaire du liureau de Longitude eingerichteten Jaarboeken des Königreichs beauftragt; 1839 erhielt er nebst einem andern Gelehrten die Mission, nach Paris zu reisen, um den Metre zu rektisiziren; die Gröninger Universität hat ihm donoris causa das Doktordiplom zugesandt, und die Regierung ihn mit dem Unterricht und Examen der Steuerleute (Pilotes) beauftragt. Kurz nach seiner Ernennung zum Ritter ist Herr Lobatto, durch mathematische Werke dem Publikum bekannt, überdies zum Professor der höheren mathematischen Wissenschaften in der Civil- und Militärschule zu Delft erwählt worden, mit der Bestimmung, seinen Posten als Aviseur behalten zu können. — Im Gegensatz zu diesen königlichen Ehren, deren Liste ich noch vermehren könnte, ist auch zur selben Zeit, ein Herr de Castro, einer der ausgezeichnetsten Israeliten portugiesischen Ritus zu Amsterdam zum Munizipalrath dieser großen Weltstadt erwählt worden, eine Stelle, die vor ihm auch ein portugiesischer Jude, Herr Mendes de Leon bekleidet hatte. Deutschland. Braunschweig, 13. Dezember. (Privatmitth.) Wessen Gemüth für die Empfindungen zugänglich ist, die das allmälige Aussterben einst mächtiger Richtungen erweckt, muß sich von tiefer Wehmuth ergriffen fühlen bei den seit Kurzem so häufigen Nachrichten von abtretenden Heroen der altjüdischen Gelehrsamkeit. Wieder ein Hauptpfeiler derselben ist eingestürzt, der hiesige Landesrabbiner Samuel Levi Eg ers ist nicht mehr! Wohl möchte ich dem Manne, der seit dem Heimgange seiner Verwandten, R.Akiba Eger und R. Mosche Sofer, als der größte Talmudist unseres Gesichtskreises anerkannt war, ein seiner würdiges Denkmal in diesen Blättern stiften; allein derselbe stand zu mir in so nahen, fast väterlichen Beziehungen, daß das warme Wort leicht für den parteilichen Erguß meiner kindlichen Verehrung ge-

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