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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-12-24 · Heft 51 (24.12.1842) · p. Seite 753

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 51 (24.12.1842)
Date
1842-12-24
Page
Seite 753 (sequence 13)
Language
German
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753 Diese Jnhaltsanzeige eröffnet schon dem Leser, daß hier nichts Gewöhnliches zu finden, und so gestatte ich mir nur noch die individuelle Bemerkung, daß in der speziellen Ausführung manchmal mir noch die einfache, zusammenhängende Darlegung zu fehlen scheint, so daß die Warme, die aus dem Ganzen spricht, doch im einzelnen Verfolge nicht überwältigend hervordringt. — Reggio bi Modena, im August. (Privatmitth.) Als im verflossenen April und Mai der Herzog von Modena die Hochzeit seines Thronerben mit einer baierischen Prinzessin, mit den glänzendsten Festen feierte, veranstalteten die Bewohner dieser Stadt unter den andern Volksunterhaltungen einen maskirten Korso, wobei sowol die reichsten Bürger als jede der zur Stadt gehörigen Gemeinden symbolischen Wagen ausstatteten. Mit vielem Kostenaufwand führte die israel. Gemeinde daselbst einen Olymp (unglücklicher Einfall für Juden!) aus, der aber das Unglück hatte mitten im Korso, während dem Jupiter Weihrauch geopfert wurde, in Feuer aufzugehen. Die Juden in Modena hatten auch einige jüdische Gedichte, von gar keinem literarischen Werthe, in Livorno verfassen lassen. Hiezu fand die Gemeinde zu Reggio Geld genug; sie findet aber keines zur Aufcechthaltung der öffentlichen Elementarschule, welche aus Mangel an Fonds oder freiwilligen Beiträgen eingehen mußte. Livorno, im August. (Privatmitth.) Unlängst erschien hier ein hebräisches Religionsbuch, vom Rabbiner Ascoli in Ferrara, unter dem Titel nsn Wir werden darauf zurückkommen. Mantua, im August. (Privatmitth.) In No. 22. der A. A. d. I. dies. Jahr, wurde unter den Lit. Anz. des Erwähnung gemacht, und mit kurzen und mäßigen, jedoch scharfen Worten beurtheilt. Denn einem Werkchm, das sich als historisch-kritischer Versuch ankündigt, alle Kritik absprechen, heißt wol scharf sich ausdrücken. Uns scheint aber dies Urtheil voreilig, und glauben uns nicht zu irren, wenn wir muthmaßen, Berichterstatter habe wol das anspruchlose Büchlein hie und da durchblättert, die Einleitung aber, die das Wichtigste in demselben ist, nicht aufmerksam gelesen. Ja selbst der sogenannte fortlaufende Kommentar ist eigentlich nur eine Fortsetzung jener, und das Ganze durfte mit Recht eine „Einleitung in das Buch der Psalmen" betitelt werden, denn des Vers. Zweck war nicht so sehr die einzelnen Psalmen zu kommentiren, als die zweckmäßige Anreihung derselben, und die Möglichkeit, wenn auch nicht Gewißheit, darzuthun, daß sie denjenigen angehören, denen sie in der Ueberschrift zugeeignet sind, vorzüglich aber, daß Ein ordnender Geist in dem Ganzen zu erkennen sei. Was also der Wiener Berichterstatter als eine unkritische Annahme angibt, ist eben die Folge der historisch-kritischen Studien des Vfs., und es dürfte bei tieferem Eindringen in dieselben Manches als wahr und wahrscheinlich erscheinen, was beim ersten Hinblick den Anschein unkritischer Annahme hat. Hingegen ist das als Anhang beigegebene rm*:n, in welchem die rituelle Form der Niederschreibung einiger biblischen Gesänge erklärt wird, sehr unbedeutend, und von gar keinem kritischen Nutzen. Geschichte. Die Khozaren, ein zum Judenthum bekehrtes Volk"). Unter den Völkern, die im Mittelalter mächtige Reiche im westlichen Asien und westlichen Europa gegründet, giebt es kein merkwürdigeres als die Khozaren, deren Heldenthaten zu gleicher Zeit die Perser und Araber zittern machten. Ihre Herrschaft erstreckte sich über einen großen Thcil des gegenwärtigen Rußlands; sie besaßen die Krimm und den Norden von Daghestan. Ihre Regierung war regelmäßig und wohl organisirt; ihre Sitten sanft und tolerant. Man sah unter ihnen Juden, Christen, Muselmänner, die allesammt dieselbe Freiheit des Kultus genossen. Wir haben nicht genug historische Denkmäler, um mit Gewißheit zu bestimmen, ob dieses merkwürdige Volk von der türkischen Nation gewesen, wie man es allgemein voraussetzt. Allerdings werden bei den Geschichtsschreibern von Byzanz die *) Aus der revue orientale. Die folgenden Details sind gezogen aus Massoudi, Ebn Haukel, Kaswini, d'Herbelot, de Guignes, Froehn, Sylv. de Sacy> Klaproth und Pagodinc.

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