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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-12-24 · Heft 51 (24.12.1842) · p. Seite 752

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 51 (24.12.1842)
Date
1842-12-24
Page
Seite 752 (sequence 12)
Language
German
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752 berühmtesten franz. Marschälle erhielt er mehre Jahre ff. Im Jahre .1832 reiste Cerfberr nach Frankreich zum Besuche, aber kurz vor seiner Ankunft war sein Vater an der Cholera verstorben. Endlich wurde er 1837 zum Interims-Generalkonsul von Haiti ernannt, und nahm diesmal seine Frau und Tochter mit. Er wickelte mit großer Geschicklichkeit die schwebenden Fragen ab, und erhielt das Kreuz der Ehrenlegion und 1840 das definitive Generalkonsulat. Am 7. Sept. des laufenden Jahres fand das große Erdbeben statt, eine Stadt von 10,000Seelen war in einigen Sekunden zerstört, zwei Drittel der Bevölkerung getödtet, darauf von den Negern geplündert und angezündet. Cerfberr, selbst verschüttet, und nur durch die Aufopferung seiner Frau, die ihn verstümmelt und sterbend an's Ufer des Meeres brachte, gerettet, sah seine einzige Tochter unter seinen Augen sterben. Ruinirt, verwundet, bekümmert, zog er sich zuerst nach Port-au Prince zurück. Nur in der Religion konnte er Trost für so viele Verluste finden. Denn Cerfberr, obschon fast immer von jüdischen Gemeinden getrennt, bekannte seine Religion offen, und entsagte der Praktik derselben nicht. Und wie groß ist die Macht der Religion! Ein einziger Gegenstand ward von den entmenschten Negern geachtet: eine Mesusa in silberner Kapsel, die der Mad. Cerfberr übergeben ward, welche sie als heilige Reliquie nach Europa mitgebracht. Ein Prediger des Kap kaufte den Negern ein hebr. Gebetbuch ab, und schickte es an Cerfberr nach Port-au-Prince. Unglücklicherweise hatten so viele Leiden die Gesundheit Cerfberr's völlig untergraben: er ließ sich von seiner Frau feierlich versprechen, wenn er fern von seinem Vaterlande sterben würde, seinen Leichnam dahin zu schaffen, um auf einem israel. Gottesacker begraben zu werden. Er ging nach New- Pork, von da den 18. Sept. unter Segel nach Frankreichs, aber schon den 22sten entschlief er sanft. Die Wittwe warf sich dem Kapitän Thompson zu Füßen, sie unterstützte der Sohn des Konsuls zu Porto-Rico, Herr Cardozo, auch Jude, bis der Kapitän es gestattete, daß der Leichnam weiter mitfahre, obschon dies den abergläubischen Ansichten der Seeleute sehr widerspricht. Am 24. Oktober wurde die Leiche auf dem östlichen Gottesacker begraben. Literarische Nachrichten. Magdeburg. (Schluß der Rezension der Predigten von I>>. Frankfurter.) II. Der Israelit am Neujahre über 1 Sam. I, 26—28. 1) Rückblick auf die frühere Lage, 2) Anerkennung der göttlichen Gaben, 3) Erfüllung frommer Vorsatze. Allerdings fällt hier 1) und 2) ziemlich zusammen, und ist auch unter 1) vom Rückblick auf die früheren Tage wenig die Rede.— III. DasFriedenswort amVersöhnungsabcnde über 4M. 14, 20. 1) Als Abtrünnige kamen wir hierher, und mit Gott vereint, versöhnt verlassen wir die Stätte, wo seine Ehre thront. 2) Getrennt durch Sünde von unser» Mitmenschen vor der Versöhnung mit Gott, sind wir jetzt einig und in Frieden mit denselben. 3) Mit uns selbst zerfallen, an unscrm Heile verzweifelnd vor wiedererlangter Gnade von Gott, findet uns diese Stunde neu gekräftigt durch die Verheißung: Ich habe vergeben nach deinem Worte. Hieran knüpft der Redner noch die Anweisung 1) werde kein Sklave der Erde, 2) wahre den erlangten Frieden. Diese Predigt ist reich an schönen und schön ausgcdrücktcn Bemerkungen. — IV. Das Hüttenfcst, ein Fest der waltenden Vorsehung über Sachar. 14, 16. 1) das Walten der göttlichen Vorsehung zeigt sich zuerst in der Gewährung der täglichen Nahrung, und zum Dank hicfür ist das Hüttenfest verordnet, 2) in der Geschichte Jscacl's, was wir am Hüttenfeste besonderserkennen, 3) in der Fortbildung der Menschheit, (wo der Bezug zum Hüttenfeste allerdings etwas schwer heranzubringen ist.) Hieran die Lehren des Festes: I) Festesfreude, 2) Familienfceude, 3) die Freude, Andere zu beglücken, 4) das Glück der Genügsamkeit. — V. Gott unser Erlöser! über Jes. 47, 4. 1) Israel wurde aus Knechtschaft erlöst und wird erlöst werden; 2j zum Glauben, zur Sittlichkeit wurde Israel erlöst und zum Glauben und zur Sittlichkeit soll Israel sich erheben; 3) vollendet aber wird das Werk der Erlösung siin erst mit der Erlösung der Menschheit. Diese Predigt ist unsrer Ansicht nach die gelungenste der Sammlung sowol durch die Einfachheit der Form, als auch durch den Reichthum des Inhalts. — VI. Der Bund Gottes mit Israel ein Bund für ewige Zeiten über 5 Mos. 5, 2. 3., denn 1) ewig wahr sind die Lehren desselben, 2) die Pflichten, die er auflcgt, sind ewig heilig, 3) ewig beseligend sind die Verheißungen desselben. Nur der ungeheure Reichrhum dieses Thema, in einer Predigt nimmer zu erschöpfen, macht diese Predigt etwas schwach.—

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