Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 51 (24.12.1842)
- Date
- 1842-12-24
- Page
- Seite 750 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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750 gestellt und derselben zum Geschenke gemacht. Der demnächste Rechenschaftsbericht (aus welchem der verehrt. Zeitung des Judenthums Auszüge mitgetheilt werden sollen (wird das Nähere über die Feierlichkeit, so wie über die Verhältnisse des israelitischen Waisenvereins darstellen. Jeder Menschenfreund wird das fortdauernde Erblühen dieser wohlrhätigen vaterländischen Anstalt mit Freude und Befriedigung vernehmen. Sch. M. Noch muß hinzugefügt werden, daß, als vor einem Jahr, Seitens des Vereins-Ausschusses, der Ruf an die Israeliten Würtembergs ergangen, zum Andenken an das königliche Regierungs-Jubiläum zu einem israelitischen Waisenhaus zu kollektiren, in ganz kurzer Zeit circa Sechstausend Gulden, von nur ungefähr Elftausend israelitischen Bewohnern des Königreichs zusammenkamen; gewiß ein schlagender Beweis, wie bei uns zu Lande das Treffliche der Anstalt allgemeinen Anklang findet. Jeder, auch der Aermste trug sein Scherflein dazu bei, da es namentlich auch dabei galt, auch israelitischer Seits, die wir unserm allgeliebtem König so viel zu danken haben, ein würdiges Andenken an dessen glorreiche fünfundzwanzigjährige Regicrungsfeier zu errichten, dessen Früchte auch künftige Geschlechter zu genießen haben mögen. A. Leipzig, im Dezember. (Privatmitth.) Da wir so oft auf Schmähungen und Blasphemieen gegen unsre Glaubensgenossen in deutschen Blättern zu verweisen haben, so wollen wir auch nicht unterlassen auf eine vorzügliche Besprechung des trefflichen Werkes „Die Juden in Oesterreich" (s. No. 43) in der Zeit, für die elegante Welt No. 237 aufmerkstun zu machen. Hildesheim, im November. (Privatmitth.) Es erweckt hier eine freudige Stimmung, daß die umliegenden, kleinen Gemeinden nach und nach den hier eingeführten Ritus adoptiren, natürlich insoweit dies die Verhältnisse gestatten. So hat kürzlich unser Landrabbiner Herr Bodenheimer, dessen reger Eifer auch in dieser Rücksicht nicht ausbleibt, eine gottesdienstliche Handlung in gr. Rüden") abgehal- ") Herr H. Brand versieht daselbst unverdrossen und unentgeltlich das Amt eines Vorbeters. Corresp. ten, wobei uns die Nachricht angenehm überraschte, daß die dortigen christlichen Landleute, die sich sehr zahlreich in der Synagoge eingefunden hatten, die Feier durch ihre persönliche Theilnahme an den Gesängen, so wie durch die Aufmerksamkeit, welche sie allen Vorgängen und heiligen Handlungen widmeten, auf eine wohlthuende Weise erhöht haben. Es bleibt immer ein siegkündendes Omen, wenn uüsre christlichen Mitbürger, welcher Klaffe sie auch angehören mögen, unserm Gottesdienst näher gerückt werden: da sinkt manches Vorurtheil, und die ererbten, drückenden Ansichten der Gegenseite wandeln sich plötzlich und weichen dem Lich'.e, welches dem Gottesglauben Jsrael's so eigenthümlich ist"). Unser Handwerksverein hat, in Folge des kürzlich erlassenen Judengesetzes, nach welchem den Israeliten der Zutritt zu Zunft und <Nlde unbenommen bleibt, und auf Anregung unsres Herrn Rabbiners, neue Thätigkeit entwickelt, indem er durch ein Umlaufschreiben die unserm Rabbinatssprengel angehörigen Gemeinden zum Anschluß an den Verein aufforderte. Mehre Gemeinden haben bereits ihren Beitritt zugesagt, andre um nähere Deklaration gebeten. Es ist dieser Schritt um so zeitgemäßer, als das „Judengesetz" den israelitischen Einwohnern, namentlich dem jungen Anwuchs die Ausübung des Handels bedeutend erschwert. Nur immer vorwärts! der alte Kernspruch: „Laßt uns besser werden, gleich wird's besser sein," wird sich auch hier bewähren. Die von hier aus angeregte Idee eines jüdischen Schullehrer-Seminars hat hier und dort Beifall gefunden; aber noXkol (ttv &vQoofOQOi, tiuvqoi öi Bdy./oi! Doch sollen die bei der Regierung dieserhalb zu thuenden Schritte nicht unterbleiben. 8. Heidelberg, 29. November. (Privatmitth.) Gottgefälliges Wirken bewährter Männer bleibt nie auf einen kleinen Kreis beschränkt, ist nicht an die Scholle gebunden. Es dehnt sich aus in die Weite und trifft dort immer empfängliche Herzen, die durch dasselbe zum Guten angeregt und zum Kampfe für ") Nur von diesem Standpunkte aus, nicht eiteln Gepränges halber, wird in der A. Z. d. I. öfter auf solche Theilnahme christlicher Glaubensgenossen hingewiesen. Re da kt.