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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-12-24 · Heft 51 (24.12.1842) · p. Seite 749

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 51 (24.12.1842)
Date
1842-12-24
Page
Seite 749 (sequence 9)
Language
German
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749 des ganzen Bezirks zusammengenommen nur ein Vierteltheil mit einander zu tragen haben. Auf diese Weise wird das Ansehen des Rabbinen in Würtembcrg nicht nur nicht beeinträchtigt sondern noch erhöht. Es wäre daher eine große Wohlthat für die Rabbinen auch in andern Ländern wenn Seitens ihrer resp. Regierungen die Anordnung getroffen würde, daß die Rabbinen ihren Gehalt nicht unmittelbar von ihrer Ortskirchen- oder Gemeindepflege zu beziehen hätten. W. Eßlingen, im November. (Privatmitth.) Folgendes $ der Art. des Schwäb. Merk., den Sie in No. 49 nur kurz erwähnten, ausführlich: Der Verein zur Versorgung armer israelitischer Waisen und verwahrloster Kinder, von dessen segensreicher Thätigkeit schon Mehrfach anerkennende Erwähnung geschehen, feierte am 30. Oktober, als an dem Jahrestag der Thronbesteigung des Königs, ein für die Zukunft seiner Pflegbefohlenen wichtiges und einflußreiches Ereigniß: die Einweihung des von ihm gegründeten Waisenhauses zu Eßlingen, welchem, mit höchster Genehmigung, der Name „Wilhelmspflege" beigclegt worden ist. Zur dankbaren Erinnerung an das unvergeßliche Regierungsjubiläum des Königs, welcher alle seine Unterthancn, ohne Unterschied des Glaubens und des Standes, mit gleicher Liebe und Fürsorge umfaßt, haben nämlich die Israeliten des Landes (außer ihren Beiträgen zu der allgemeinen Landesstiftung aus Veranlassung jener glücklichen Feier) durch freiwillige Beiträge der einzelnen einen Fonds gestiftet, um für die — bisher den verschiedenen israelitischen Lehrern auf dem Lande zur Verpflegung und Erziehung anvertrauten — israelitischen Waisen ein eigenes gemeinschaftliches Waisenhaus zu gründen. Mit diesen Geldern wurde ein geeignetes Haus nebst Garten in Eßlingen angekauft, dann dasselbe in guten baulichen Stand für seinen Zweck hergerichtet und die innere Einrichtung einfach, bescheiden, aber durchaus zweckdienlich angeschafft. Hiefür mußte freilich ein Theil der bisher von dem Verein ersparten Gelder verwendet werden, doch bleibt — besonders in Folge eines neuerlichen beträchtlichen Vermächtnisses — der Anstalt immer noch ein kleiner Fonds, und für Deckung der großen Ausgaben, die ihr obliegen, darf sie wol mit Zuversicht auf das fortdauernde Wohlwollen und die Beiträge ihrer Gönner und der Vereinsmitglieder zählen. Das neue israelitische Waisenhaus zu Eßlingen ist gesund und wohnlich. Bei der Einweihung des Hauses zählte der Verein 27 Pfleglinge (arme jüdische Waisen und verwahrloste Kinder) beiderlei Geschlechts, welche vorzugsweise der Obhut und Erziehung des von dem Vereins-Ausschüsse angestellten Lehrers Liebman in Eßlingen anvertraut sind, da die israelitischc Konfessionsschule mit der neuen Waisenhausschule dortselbst vereinigt worden ist. Ueberdies ist ein Aufseher für die Knaben und eine Aufseherin für die Mädchen aufgestellt. Die Einweihung, welcher der Ortsvorsteher und Mitglieder der städtischen Behörden von Eßlingen und mehrere höhere Staatsbeamte beiwohnten, war einfach, herzlich und ergreifend. Es hatten sich Israeliten von den verschiedensten Theilen des Landes dazu eingefunden. Ein durch seine Gemüthlichkeit ungemein ansprechender Vortrag des Vereinsvorstandes, Herrn vr. Dreifuß, eröffnete die Feier, wobei der Hausvater und die übrigen Angestellten in Pflicht genommen wurden. Der Lehrer und Pflegvater antwortete in kurzem Vortrag auf passende Weise. Zuletzt zeichnete der Sekretär des Vereins-Ausschusses, Herr Kollegial-Affessor vr. Weil, in kurzen Umrissen die Geschichte des Vereins und sprach im Namen des Ausschusses dessen Anerkennung aus für die großen Verdienste, welche der Vorstand, Herr vr. Dreifuß, der Anstalt seit deren Gründung geleistet und wie Vieles die israelitischen Waisen der unermüdlichen Sorgfalt und Thätigkeit desselben verdanken. Das Halleluja von Händel, mit angepaßtem Texte, so wie Choräle von Freunden und Gönnern der Waisensache trefflich ausgeführt, gingen den Vorträgen voraus und schloffen die Feier, bei welcher eine schöne bekränzte Büste Sr. Majestät des Königs, ein Geschenk des Vereins-Vorstandes an die Anstalt, aufgestellt war. Nach beendigter Feierlichkeit besuchte eine große Anzahl von Waisensrennden aus .allen Ständen die verschiedenen Säle, die Schlafgemächer und Lehrzimmer der Kinder, Hof und Garten oder sah die Kleinen zu Mittag essen, und ergötzte sich an der Munterkeit und Fröhlichkeit der armen Waisen. Mitglieder des Ausschusses und sonstige Verehrer der rühmlichen Thätigkeit des Vereins-VorstandeS hatten dessen Bild, in Oel gemalt, mit passender Inschrift versehen, in der Anstalt auf- 51

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