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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-12-24 · Heft 51 (24.12.1842) · p. Seite 745

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 51 (24.12.1842)
Date
1842-12-24
Page
Seite 745 (sequence 5)
Language
German
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745 bis jetzt so verwahrlosten Zustande unserer Elementarschulen aufmerksam gemacht, eine durchgreifende Reform derselben angeordnet hat; — diesem Manne, eben so ausgezeichnet durch hohe Bildung, wie durch seine Wohlthätigkeit, der mit Liebe die Bahn des Fortschrittes wandelt, alles Gute fördert und würdig ist, eine der großen israelit. Gemeinden Europa's mit zu vertreten, haben wir es zu verdanken, wenn so viel des Guten, ruhig und ungestört hier gesäet werden konnte. Ein Gerücht, daß Herr Rosen aus dem Vorsteherkollegium zu treten beabsichtige, hat alle aufrichtigen Gemeindeglieder mit tiefem Schmerze erfüllt. Möge Herr R. die wohlgegründeten Besorgnisse erwägen, möge er bedenken, wie es einem Manne geziemt, an seinem begonnenen Werke, mit Muth und Ausdauer fortzuarbeiten, und da die Vorsehung ihn mit irdischen Gütern reichlich gesegnet, so möge er suchen, auch den wahrhaft himmlischen Genüsse, das für seine Glaubensbrüder gesäete Wohl auch reifen zu sehen, sich zu sichern. Der Starke dauert aus bis zum Ende, nur der Schwache läßt das Werk in der Mitte fallen. N. S. Die Anlegung jüdischer Kolonien findet hier starken Anklang,; der Tuchfabrikant Salomon M. Posner, in dessen Tuchfabrik an 308 jüdischer Arbeiter, Meister und Gesellen, beschäftiget sind, hat auf seinem Gute Kuchary auch eine ackerbauende jüdische Kolonie, bereits aus 30 Familien bestehend, angelegt, die im gedeihlichen Zustande ist; es wollen nun Herr I. S. Rosen und Familie Epstein ein Gleiches, und in weit größerem Umfange ausführen; ich werde Ihnen nähere Details zukommen lassen. Warschau, 4. Dezember. (Privatmitth.) *) sAussichten der Juden in Polens Daß das große Czaarenreich zu denjenigen Staaten in Europa gehört, die zu Anfänge unseres Jahrhunderts in der Verbesserung der bürgerlichen Stellung der israelitischen Unterthanen die Initiative ergriffen, jst hinlänglich bekannt: und nicht nur in den Aktenstücken, *) Von einem dritten Korrespondenten. Wir müssen unsere Leser darauf aufmerksam halten, daß wir, bei der großen Bedeutung der in Rußland und Polen sich vorbereitenden Zustände, verschiedene Korrespondenten sich äußern lassen, wenn auch der Inhalt ziemlich gleichlautend ist. Die Redaktion. welche die Dokumente der jüdischen Geschichte unseres Jahrhunderts bewahren, wird der Name des hochsel. Kaisers Alexander in ehrender, die Nachwelt zum Danke verpflichtender Erinnerung bleiben: sondern es hat der humane und milde Geist des unsterblichen Monarchen sich zum Theil in Monumenten verewigt, die der spätesten Zukunft noch ein sprechendes Zeugniß seiner wahrhaft wohlwollenden Gesinnungen gegen seine israelitischen Unterthanen sein werden. — Der heldenmüthige, hochherzige Nachfolger Alexanders, unser jetzt regierender Kaiser hat von seinem erlauchten Bruder nicht nur den Thron und das Reich, sondern auch den Geist und das Wohlwollen geerbt, und sind die namentlich in neuester Zeit geschehenen Schritte im großen Kaiserstaate, die Lage der Juden zu verbessern, eine hinlängliche Bürgschaft für die wohlwollenden und heilsamen Absichten unseres Monarchen gegen seine israelitischen Unterthanen. Aber einen würdigen Stellvertreter unseres theuren Kaisers dürfen wir in der Person Sr. Durchlaucht des Fürsten Paskiewicz, Statthalters von Polen zu besitzen uns rühmen. Dieser im Dienste seiner Monarchie durch Tapferkeit und Heldenmut!) ausgezeichnete Feldherr, hat sich als ebenso tapferer Held im Kriege bewährt, als er der Schmuck des Staates im Frieden zu sein weiß. Auferzogen im Getümmel der Schlachten, fehlt ihm doch keine jener zarten Herzensregungcn, die ihn zugleich zum musterhaften Menschen machen, und können die Lorbeeren, die des erprobten Helden Schläfe schmükken, noch von Etwas überstrahlt werden, so sind es nur die Palmen, die ihm während seines segenreichen Wirkens im Kreise des Friedens erblühen. Einen neuen Beweis seiner ächt väterlichen Gesinnungen gegen die Israeliten Polens gab derselbe neulich bei einer Audienz, deren er eine Deputation des jüdischen Gemeinde-Vorstandes zu Warschau zu würdigen geruhte. Der Inhalt jener zweistündigen Audienz und dessen, was in Folge derselben den Israeliten Polens verheißen, ist uns nicht speziell bekannt, um darüber referiren zu können; indeß ist das, was darüber verlautet, und namentlich die Art und Weise der Aufnahme, deren die Deputation sich zu erfreuen hatte, hinlänglich, die frohesten und heitersten Aussichten für die Zukunft in uns rege zu machen.

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