Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 50 (17.12.1842)
- Date
- 1842-12-17
- Page
- Seite 739 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3224737-3225227-3225278--04862-3314478- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
739 ferm Lande habe man keine selbstständige Erfahrung, daß aber das Vorurtheil auch hier Wurzel gefaßt habe, sei natürlich, da die Landesgesetze die jüdische Nation ja als eine Pest gestempelt hatten, die man meiden müsse. Für diese Borurtheile, welche nur die besser Unterrichteten hätten wegmahnen können, wäre diese wol auch nicht ganz ohne Schuld. Er spräche hierin seine Ueberzeugung aus, daß er sich überzeugt suhle, daß man dieses als keine Beleidigung aufnehmen würde, noch aufnehmen könne. Wenn Beamten, die sich früher als Studenten in Kopenhagen aufgehalten, aus diesem Aufenthalte die Juden beurtheilen, so können ein solches Urtheil sich kaum vor Einseitigkeit hüten, da die Juden, welche sie da Anlaß gehabt hätten kennen zu lernen, wol größtentheils zu der schlechtesten Klasse, zu den Schacherjuden gehört hätten. Der verstorbene Greis Noels Hertzberg gesteht auch, in seinem früheren Leben ähnlicherweise in seinem Urtheile über das jüdische Volk verleitet worden zu sein. Man beschuldige die Juden, Widerwillen gegen nützliche Unternehmungen zu haben, man vergesse aber, daß man zur selben Zeit ihnen das Recht absprach, sich als andre Menschen zu beschäftigen. Ihr Charakter zeigt von Zudringlichkeit, sagt man — ja der Schacherjude vielleicht, der alte Dinge absetzen will. — Die staatsökonomischen Bedenklichkeiten hängen zusammen mit den von den Börsenkommittöen eingereichten Erklärungen. Diese schienen ihm indessen so engherzig, so schwach und widersprrchend, daß sie kaum eine Widerlegung verdienten. So fürchteten sie z. B. für den verderblichen Einfluß der Juden auf den Handel.- Man weiß, daß die Zulassung der Juden in Norwegen mit 52 gegen 41 Stimmen bejaht wurde, daß aber zu einer Aenderung im Staatsgrundgesetz eine Majorität von l der Stimmenden gehört. Jndeß ist mit Zuversicht darauf zu rechnen, daß auf dem nächsten Storthing (1845) diese Angelegenheit völlig günstig erledigt wird. Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Seile aus Petit-Schrift oder deren Raum sowie literarische merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Der Bund GorteS. Predigt, gehalten am 22. Okt. zur Einweihung einer h. Schriflrotle in der Synagoge zu Quedlinburg, von 1)r. Ludw. Philippson, Rabb. (Auf Verlangen vieler Zuhörer, insonders des verehrtichen Magistrats alldort, dem Druck übergeben.) Magdeburg, 1842. Verlag von Emil Bänsch. Preis 3 J Ngr. sEinige Druckfehler sind zu entschuldigen, da der Vers, durch Krankheit verhindert war, die Korrektur selbst zu machen.^ Bnrgdorf bei Hannover. Bei der israelitischen Gemeinde hieselbst, ist die Stelle des Lehrers, der zugleich die Funktion als Vorsänger und Schächter mit zu versehen hat, vakant. Die Stelle wird am 17. März 1843 angetreten. Bewerbende wollen sich in Portofreien Briefen an den Unterzeichneten Vorsteher der Gemeinde wenden. Leffmann Meyer. Ein Lehrer welcher zugleich als Kantor und Schächter flingiren kann, wird gu rn für die hiesige israelitische Gemeinde gesucht. Kandidaten wollen sich recht bald in frankirten Briefen an Unterzeichneten Vorsteher wenden. Bremerlehe im Nov. 1842. H. M. Samson Dessau den 14. November 1842. In No. 45 der Allg. Zeit, des Judenrh. befindet sich die Rezension eines Predigtheftes, dessen Herausgeber Herr S. L. Liepmannssohn ist und welches mich zu nachstehender Erklärung veranlaßt. Bor einer Reihe von Jahre überließ ich dem Herrn Liepmannsson, auf dessen dringende Bitten, eine Anzahl Manuskripte unter der ausdrücklichen Bedingung, selbige niemals unter meinem Namen herauszugeben. Von je abgeneigt, mit derartigen Früchten des Augenblicks an die Oeffentlichkeit zu treten, muß ich es um so mehr mißbilligen, daß Herr L. gegenwärtig seinem Versprechen zuwider handelte, da ich seitdem dem theologischen Fache gänzlich und für immer entsagt habe. Woldemar Wolfsohn.