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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-12-17 · Heft 50 (17.12.1842) · p. Seite 740

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 50 (17.12.1842)
Date
1842-12-17
Page
Seite 740 (sequence 12)
Language
German
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740 Soll Wortschwall nicht beantwortet werden? oder der Mann von Lippen Recht behalten? Ijob 11, 2. So empörend auch die von dem Redakteur des „Orients," Hrn. I)i-. Fürst, bisher befolgte gehässige Polemik für jeden gebildeten Leser sein, so tief sie das moralische Gefühl verletzen mußte,— man schwieg dazu, weil sie nur gegen den Hrn. L)r. Philippson gerichtet und von diesem schon zweimal auf die ruhigste und schlagendste Weise abgefertigt wurde. Sieht man doch leicht, auf welcher Seite hier das Recht. Das Publikum hofft immer, von solcher Zänkerei bald nicht mehr behelligt zu werden: aber, das hilft Nichts; Hr. Fürst muß sein Müthchen kühlen, seine Zornesgluth auslaffen, und, daß Hr. Di-. Philippson, trotz aller Schimpf- und Schmäbartikel des Orients Rabbiner ist und bleibt, scheint den Mann bis auf's Aeußerste getrieben zu haben, so daß er sich nickt entblödet, das ehrwürdige Alter zu beleidigen, ja zu kränken. Man lese nur einmal No. 16 S. 365 des Orients die Anmerkung des Red. und überzeuge sich von der Bildung desselben. „Durch ein solches Dokument und von einem solchen Manne wird man nicht einmal wahlfähig." Ja freilich, eine Morenu von j einem solchen Manne, der mit unter den Ersten Predigt 1 und Chorgesang in seiner Gemeinde eingcführt, der im j hohen Alter noch unablässig kämpft für die religiöse und j politische Verbesserung seiner Glaubensbrüder, eine Morenu von einem solchen Manne, sage ich, macht nicht einmal wahlfähig, wenn, je nun — wenn sie dem Di. Philippson und nicht dem Di. Fürst ertheilt wird, lind was! sagt die Hamburger Tempeldirektion, was das Breslauer! Obervorstehcr-Kollegium dazu? Stimmen diese, aus dem! erleuchtetsten Mitgliedern zusammengesetzte Körperschaften,! stimmen Chorin, Geiger, Kahn, Heß, Kob» und so viele andre seiner Freunde, stimmt endlich unser wackrer, um j das Heil Jsrael's so sehr verdiente Herr Obervorsteher Hellwitz in Soest auch damit überein, daß der greise Landrabbiner Friedländer mit geistiger Blindheit geschlagen ist? — Wahrlich, man weiß nicht, ob man es hier mit einem Glaubensgenossen, mit dem Redakteur eines jüdischen Blattes, oder mit einem Verfolger zu thun hat, der die heiligsten Interessen des Judenlhums in den Staub zieht, um die gemeinste Rachsucht zu befriedigen. Wo Reib, Aerger, Mißgunst, Ruhm- und Prahlsucht die Motive unsres Handelns sind, da ist es nun einmal auch nicht zu verwundern, daß selbst die Ehrfurcht vor dem Alter für Nichts geachtet wird. Sie aber, mein theurer Großvater, der Sie uns die heiligen Wahrheiten unsrer Religion so tief, eingeprägt, der Sie wegen Ihres edlen StrebenS schon so manchen schweren Kampf bestanden und der Sie deßungeachtet noch am Abende Ihres Lebens so segensreich wirken; und auch Sie, mein verehrter Herr Redakteur, der Sie Sich so mancherlei Verdienst schon erworben, so wie Ihr Alle, die Ihr uneigennützig kämpfet für die heilige Sache unsres Volkes, lasset Euch durch das Geschrei eines rasenden Journalisten nicht irre leiten! Lasset ihn vielmehr, wie jeden andern wilden Fanatiker, in. seiner Wnth ausloben! — Das jüdische Publikum ist viel zu klug und zu unbefangen, um nicht zu erkennen, wo hier das beffre Theil zu suchen. Wer Augen hat, zu sehen, der sehe und nrtheile. Wie wohlthätig übrigens Hr. Fürst durch seine Ausbrüche der Rohheit nach Außen hin wirkt, dafür nur die Thatsache, daß einer meiner christlichen Bekannten, als ich seine Frage, ob denn der Redakteur des Orients auch ein Jude sei, bejahete; ausrief: „Nun, dann wundert mich ein solches Benehmen nicht!" — Darum, und damit Hr. Fürst die Achtung, die man ihm als Gelehrten zollt, nicht noch mehr verliere, möchten wir wünschen, daß er endlich mit seinen Schmähungen aufhöre und ruhig, ungestört um Andre, feinen Weg verfolge; denn alle Gelehrsamkeit und Wissenschaftlichkeit, mit denen der Hr. Doktor so gewaltig um sich wirft, haben ohne sittliche Güte keinen Werth. Trier im November 1842. SaLomon Friedländer, Student. Bemerkungen. Wir wiederholen die schon oft, aber nutzlos gemachten Bemerkungen: 1) daß wir anonrme Zuschriften ganz bei Seite legen, 2) daß wir mit dem „Anzeiger" nichts zu thun haben. .— Winkler'sche Buch - und Musikalienhandlung in Paderborn sechs Ex. von W?rgeland's Liederkranz. Die Redaktion. Druck von I. B. Hirschfeld<

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