Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 50 (17.12.1842)
- Date
- 1842-12-17
- Page
- Seite 736 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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736 Literarische Nachrichten. Magdeburg, 1. Dezember. (Neu-Hebräische Poesie.) In Ermangelung des Raumes zur ausführlichen Beurtheilung, zeigen wir folgende neue Piocerr nur kurz an: Enaa ‘na^n trcvtf an^n trana» pn^ na?a wt'sm rpn ana;:ri ■»atan bbia ‘robb arb^ra ap^“*p p^T^a Epigramme und verschiedene Gedichte nebst einer Abhandlung über das Epigramm von I. A. Benjacob aus Wilna. Leipzig/1842. 185, Epigramme, theils Original, iheils aus verschiedenen Sprachen nachgebildet, viele treffend an Sinn, alle fließend an Sprache. Eine gut ausgearbeitete Abhandlung über das Epigramm, überall fleißig mit guten Bei.- spielen belegt. Angehängt noch eine Sammlung Ueberrcagungcn, worunter der Taucher von Schiller ausgezeichnet ist. — ‘wn Ernas to ‘vaa tnp nsa nva arb-1*)*!*: i'-aTna^b pan a^n p, &eöid)te in hebräischer Sprache von A. B. Lebensohn aus Wilna. Leipzig, 1842. Wahrend die vorhergehende Sammlung leichterer Gattung ist, sind diese Gedichte mehr von hohem Style und ergehen sich in ernsteren Betrachtungen. Der Styl ist daher künstlicher und abgemesiner. Abendbetrachtung, Morgengesang, der Frühling, Nachtgesicht, der Wechsel der Dinge ff. sind die Gegenstände der lyrischen und elegischen Ergüsse. Ihnen gegenüber tritt der Dichter oft im Staatskleide auf, und feiert die hohen Personen Rußlands. — Von demselben Dichter in Verbindung mit Herrn Tugendhold ist “p/in bp, Stimme der feiernden Menge am Tage der hohen Vermahlung S. k. Hoh. des Großfürsten ff. Hebr. und deutsch. Wilna, 1841. — Als ein ausgezeichnetes Gedicht haben wir folgendes zu begrüßen: n:an nsnpn abn n:an mra rnaa br an^a um bbia ^ao morn n^pn ■ppn ‘rarn ry tvzti. Vier Gesänge über die Jahreszeiten von Louis Lewy. Berlin, 1842. In der schön geschriebenen Vorrede klagt der Verf. auf beredte Weise über den Verfall der hebr. Sprache bei den jetzigen Juden, und fügt auch eine meisterhafte Uebersetzung des Handschuh von Schiller ganz in demselben Rhythmus bei. Die vier Gesänge sind in regelmäßigen Stanzen abgefaßt, und überall Flüssigkeit der Schilderung und Sinnigkeit der Betrachtung verbreitet. — Eine sehr gemischte Sammlung hebr. Gedichte kam uns auch in einem niedlichen Heftchen zu, betitelt: rr:rob Verschiedene Gedichte von Satomon Salkind. Wilna, 1842. Zum Theil gewandte Uebertragungen aus dem Deutschen und Französischen, zum Theil Original leichterer Art, auch, ein längeres Gedicht über die Geschichte von Purim, Epigramme ff. Ueberall begegnen wir Witz, Laune und Gefühl, nicht überall Korrektheit der Sprache, obschon treffenden Ausdruck. — Auch ein episches Gedicht haben wir unseren Lesern anzukünden in: masn •arann, das Leben des Propheten Elijahu von Mendel Stern in acht Gesängen. Wien, 1839. Doch liegt uns nur der erste Theil, vier Gesänge enthaltend, vor. Nach den Eingangsgesängen werden im ersten Gesang, der Geschichte getreu, die Begebenheiten von David bis Achab erzählt. Der zweite Gesang schildert die Ruchlosigkeit Achab's und Jesebel's, so wie die Wiedecerbauung Jericho's, und diesem gegenüber die Erweckung Elijahu's und sein erstes Auftreten, in dessen Folge der Mangel an Regen. Der dritte und vierte Gesang verfolgt die Geschichten Elijahu's weiter bis zur Auferweckung des Kindes. Wir sehen, daß nur die Verarbeitung in's Breite das Eigenthum des Verfassers ist. Man kann demselben viele Gemüthlichkeit und eine hohe Begeistrung für Israel nicht absprechen, immer aber wird man ihm auch Weitschweifigkeit vorwerfen müssen, die sich auch namentlich in den Reden zeigt, und die nie zur rechten Zeit zu enden weiß. — Eine sehr lebendige Schilderung in wohlgebauten Stanzen bringt uns: naa aapn anana^a apn (die Schlacht), London 1840. — Auch sei hier einer ältern Sammlung gedacht, die uns vor einiger Zeit vorgelegt ward: bas m?:T rniON 8i:a rPESTi von G. I. Polak. Amsterdam, 1836. Sie enthält prosaische Stücke: die Schöpfungsgeschichte, eine Paraphrase, und einige Leichenreden, eine Uebersetzung eines holländischen Gedichts: „das Grab," und verschiedene größere und kleinere Gedichte, wie eine poetische Betrachtung über Pred. 3, 1—9, Lobgesänge auf den Sabbat, Grabschristen ff. Im Ganzen sind diese Piöcen weniger von echtem Dichtergeist durchweht, und oft gekünstelt. — Wir knüpfen hieran na;:b nbnn, ein begeistertes Lobgedicht auf Montefiore, von A. Delville. Amsterdam. — Wir beschließen unser Referat mit folgenden, auch älteren Heften aus Warschau. an:ap pna prisr* nan naa mbin, cinx Drama, Warschau, 1829. Die kleine Pi5ce ist lebhaft gehalten und interessict. Der erste Austritt (Mirjam und Jochebed) schildert die Angst um das nicht mehr zu verbergende Kind, der zweite bringt Amram, der das Kind in den Schilf des Nils auszusetzen räth, indem er hofft, daß der König beim Baden es finden wird, weshalb