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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-12-17 · Heft 50 (17.12.1842) · p. Seite 734

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 50 (17.12.1842)
Date
1842-12-17
Page
Seite 734 (sequence 6)
Language
German
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734 mehr als bisher zu beschränken, schwierig, ihnen eine andere Gegend anzuweisen; ihre Konkurrenz bei dem Ankauf von Grundstücken in einer Zeit wie die gegenwärtige, kann nur wohlthätig wirken. Unter der Bemerkung, daß E. Oberalten und Kollegium der Sechsziger über diesen Gegenstand mit E. E. Rathe einverstanden sind, ersucht derselbe auch Erbges. Bürgerschaft um Ihre Mitgenehmigung. Die Genehmigung geschah dem Vernehmen nach mit Vier Kirchspielen gegen Eins, in welchem letzteren nur eine geringe Majorität (fünf Stimmen) entschied. Das Nicolaitische Kirchspiel fügte seiner Genehmigung die Erklärung bei, daß es der Motivirung des Senats insofern sie auf bloßen Gründen des Eigennutzes und Geldvortheils beruhe, durchaus nicht beipflichte, sondern lediglich aus Gerechtigkeits¬ und Billigkeitsgründen genehmige. Bei Einbringung des Projekts beim Kollegin der Sechziger wurde übrigens Seitens des Senats angezeigt, daß er ein Gesetz wegen Verbesserung der bürgerlichen Lage der Israeliten in Arbeit habe, das er im nächsten Jahr einzubringen gedenke. Noch ist zu bemerken, daß in der ersten gedruckten Redaktion der Motive die Worte „ohne Bezug auf ihre sonstigen politischen Verhältnisse" stand, welche nachdem weggeblieben sind. Wir haben schon darauf vorbereitet, daß wir diese Konzession als keine große Gabe betrachten würden; denn im Grunde war hier von keinem Prinzip die Rede, wie etwa wenn die Juden hier bisher gar keine Häuser hätten kaufen können, sondern bloß von einer Kaprize, die eine Straße erlaubt, die andere verboten hielt, ja oft zwischen den zwei Seiten derselben Straße Unterschied machte. Indessen läugnen wir nicht, daß die Art und Weise, wie die Sache behandelt ist, einen sehr angenehmen und ohne Zweifel nachhaltig günstigen Eindruck gemacht hat. Es wird nun sich zeigen, daß wir Juden hier seit 32 Jahren eine tüchtige politische Schule durchgemacht haben; denn damals in der Franzosenzeit hatten wir Alles, und wußten keinen Gebrauch davon zu machen. Die nächsten Folgen des neuen Gesetzes werden indeß wohl nur langsam sichtbar werden, da faktisch schon längst jeder, der Grundstücke in der Altstadt kaufen wollte, dies auf fremden Namen that. Für die Masse das Wichtigste ist die Freigebung der Vorstädte, woselbst die Privilegien der Zünfte nicht gelten, und wohin gewiß ein großer Theil unserer jüdischen Handwerker ziehen wird. -Oesterreich. Wien, 24. November. (.Privatmitth.) Am 23. d. Mts. ist der greise ehrwürdige Spitalvater am hiesigen israelitischen Krankenhause, Herr Ascher Matzel, nach einem schmerzlichen langwierigen Krankenlager und in einem Alter von 79 Jahren, in das bessere Leben eingegangen. Wenn wir dessen schöne Verdienste und vielseitige Tugenden, die Blumen seines wirkungsrcichen Lebens — hier aneinander reihend zu einem Kranze winden, um ihn als Krone verdienter Würdigung auf das Grab dieses theuren allgemein betrauerten Hingeschiedenen zu legen, so wiederholen wir etwas längst allenthalben Bewußtes, Bekanntes und in der Oeffentlichkeit bereits einstimmig Anerkanntes; und unser Nachruf ist demnach nur das schwache Organ von dem, was tausend Herzen bei diesem Verluste fühlen; nur der Wiederhall von dem, was die Gesammtheit aussprach. Wenn ein Leben — wir sagen: ein Leben, denn er war daran nächsten Frühling das Jubiläum seines Amtsantrittes zu feiern — ganz dem erhabenen Berufe des Wohlthuns und' der Mildthätigkeit und Menschenliebe geweiht, schon an und für sich die Würdigung und Anerkennung der Mitwelt in Anspruch nimmt, und ein lange nachhallendes Lob im Herzen Aller sich verdientermaßen begründet; um wie viel höher steht ein solches, wenn — wie bei dem theuren Hingeschiedenen es der Fall war — es durch einen streng religiösen, frommen und moralischen Wandel verschönert und durch herrliche Vorzüge und Tugenden geschmückt, Stellung und Beruf durch ihren Abglanz verklären, und auch außerhalb des löblichen Wirkungskreises die allgemeine Achtung sich erringen und erstreben. Er war es, der durch sein tadelloses, uneigennütziges Betragen, durch die eifrige würdevolle Vertretung seines Amtes, einer Stelle in Israel Ansehen und Glanz verlieh und sie zu Ehren brachte, die wie bekannt, sonst eben nicht zu den neidenswerthesten und ehrenhaftesten gehörte. Und auf ihn kann mit Recht die Talmudstelle angewendet werden: vier bis raipn sb '• 7»7P» *735» «in «5« 7133»! Daß er ein halbes

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