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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1842-12-17 · Heft 50 (17.12.1842) · p. Seite 732

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
6 (1842)
Issue
Heft 50 (17.12.1842)
Date
1842-12-17
Page
Seite 732 (sequence 4)
Language
German
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732 neralgouverneur, unterschrieb eine sehr beträchtliche Summe sn der Spitze der Liste, und seinem Beispiele folgten der Gouverneur, die Offiziere und die Einwohner der Insel ohne Unterschied der Religion. Das Gebäude wurde 1834 vollendet: es ist ein schönes Bauwerk in gothischem Geschmack. Die Gemeinde wird von einem Präsidenten, einem Vizepräsidenten, einem Kaffirer, und vierKommiffarien, die jedes Jahr nach Stimmenmehrheit gewählt werden, geleitet; die Kosten werden durch j Laren gezahlt, die zu erheben Christian VH. er-! laubt hat. Der Verkauf der Mizwot hat niemals stattgefunden und seit zwei Jahren sind die Mi-scheberach abgeschafft. Die Gemeinde bestehet aus ungefähr 500 Personen; der größte Theil ist mit dem Handel beschäftigt; ungefähr 100 beobachten den Sabbat; der Gottesdienst geschiehet in der größten Ordnung, ein ehrfurchtvolles Schweigen herrscht in dem Tempel während der Gebete; die Schluß-Hymne wird englisch durch die Männer und die Frauen gesungen. Die Gemeinde ist gegenwärtig ohne Geistlichen, aber sie hat eines ihrer Mitglieder beauftragt, einen solchen in Europa zu suchen. Sie hat die Absicht, dem Ritual der neuen Synagoge zu London zu folgen, und eine Orgel einzuführen. Eine Religionsschule ist für beide Geschlechter im April d. I. eröffnet worden und trägt sehr gute Früchte. Die Israeliten genießen hier dieselben politischen Rechte wie die christlichen Mitbürger. Wir zählen in der Miliz zwei Kapitäne, mehrere Lieutenants, und der verstorbene Lopez Dubec war einer der Repräsentanten der Stadt. Endlich in unseren Handels- und geselligen Verhältnissen herrschen die besten Gesinnungen unter den Einwohnern. Frankreich. Paris, im November. Durch eine königl. Ordonnanz vom 7. August wird erklärt, daß, diejenigen jüdischen Geistlichen, denen die Wohlthat des 30. Art. des Gesetzes vom 18. Juli 1837, nämlich eine Entschädigung für Miethszins zukäme, die Großrabbinen der Departemental-Konsistorien, wenn sie die Funktionen des Gemeinde-Rabbinen versehen, und die Gemeinde-Rabbinen seien. Durch Instruktionen des Ministers der Kulte vom I.Sept. wird aufmerksam gemacht, daß hingegen die Chasanim keinen Anspruch auf eine solche Entschädigung hätten, weil sie keinen moralischen Einfluß auf die Gemeinden hätten. —. Herr Werth, Präsident der israelitischen philantropischen Gesellschaft in Mühlhausen, wandte sich an den Präfekten, um die Hülfe der Administration zu Gunsten einer Industrie-Schule, die noch vielen Widerstand bei einigen Alten findet, zu verlangen: der Präfekt bewilligte 300 Fr. Nancy, 10. Oktober. (Patriote de Ir Meurthej. Gestern fand mit einem großen Pompe und beträchtlichen Zulaufe von Bürgern die Bestattung des Herrn Baruch Gugenheim, Großrabbinen des Bezirks von Nancy, verstorben den 7.-Oktober in dem Alter von 90 Jahren, statt. Mehrere Leichenreden wurden über den Sarg des Verstorbenen ausgesprochen, dessen Lob übrigens in Jedermans Herzen und Munde war. Herr B. Gugenheim war nicht allein gelehrter^ Talmudist, sondern auch ein guter und wohlthätiger Mensch. Die katholischen Armen hatten eben so gut wie seine dürftigen Glaubensgenossen Theil an seinen zahlreichen Allmosen. Ein Detachement der Linientruppen, hochgestellte Beamte, Offiziere der Garnison und Bürger, allen Religionsbekenntnissen angehörend, machten das Leichengefolge aus, ein Zeugniß der Achtung und Verehrung für das Andenken des alten Priesters; und nicht weniger ein kostbares Zeugniß für die Freiheit der Kulte, die jetzt, mehr als die Charte, die sie dekretirt hat, in Frankreich eine Wahrheit ist. Seien wir aufmerksam, uns wenigstens diese Freiheit des Gewissens, Frucht einer vorgerückten Civilisation, zu bewahren. Paris, Ende November. (Arch. isr. de Fr.) So eben hat man in Paris die Nachricht von dem Tode des Herrn Frederic Cerfberr, französischen Konsuls in Haiti (israelitischen Glaubens) empfangen. Auf der Ueberfahrt von New-York nach Havre haben die Wunden, die er bei der Erderschütterung, welche die Kapstadt auf Haiti zerstörte, empfangen, und der Kummer, den ihm der Verlust seiner einzigen Tochter, unter den Ruinen des französischen Konsular-Gebäudes verschüttet, verursachte, die Konsular-Diplomatie eines ihres ältesten und

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